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Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Netzhautoperationen

Eine Netzhautoperation erfolgt meistens durch den Glaskörper, weshalb sich die Netzhaut- und die Glaskörperchirurgie kaum voneinander trennen lässt. Auf dieser Unterseite wird geschildert, wie Netzhautoperationen erfolgen und zusätzlich werden interessantesten Fragen hierzu beantwortet.

Laserbehandlung der Netzhaut

Die Laserbehandlung der Netzhaut ist eine beliebte Behandlungsmethode, denn die Behandlung der Netzhaut erfolgt ohne, dass das Auge erneut geöffnet werden muss. Der Laser „verschweißt“ sozusagen die undichten Blutgefässe, welche durch Netzhauterkrankungen resultieren. Genauso eignet es sich auch, um Netzhautlöcher zu korrigieren oder für die Behandlung nach Gefässverschlüssen. Die Behandlung ist nicht schmerzhaft und kann auch ohne Betäubung ambulant in der Praxis erfolgen.

Operation von Netzhautablösungen von aussen

Bei einer Netzhautablösung ist eine Operation unbedingt notwendig, jedoch variiert die Art der Operation nach der Ursache. Für gewöhnlich wird die Netzhaut von aussen an die Augenwand „gedrückt“, wodurch die Netzhaut wieder verwachsen kann.

In der sogenannten „Buckelchirurgie“ werden um das Auge herum Befestigungsringe (Cerclage) oder eindellende Kissen (Plomben) festigt. Über eine Punktion wird die Flüssigkeit unter der Netzhaut entfernt, wodurch sich Augenwand und Netzhaut wieder aneinander legen können. Damit das Verwachsen angeregt wird, wird Laser verwendet. Diese Behandlungsoption erfolgt in 20 bis 30 Prozent der Fälle.

Beide Optionen halten für lange Zeit oder gar für immer, sodass der Patient sich darum keine weitere Sorgen machen muss. Es gibt noch eine Ballontamponade, welche jedoch nur für wenige Tage hält. Hierbei wird der Ballon aufgepumpt, sodass die Umhüllung des Augapfels und die Augenwand verschoben werden, wodurch später die Netzhaut anliegen wird.

Operation von Netzhautablösungen von innen

Wenn eine Operation von aussen nicht gelingt, dann muss die Operation von innen heraus erfolgen, damit die Netzhaut wieder angelegt werden kann. Dafür wird häufig die pneumatische Retinopexie verwendet, denn das ist eine im Vergleich sehr gering aufwendige Vorgehensweise.


Die Netzhaut wird durch Glas im Auge wieder angedrückt, dies kann jedoch nur dann funktionieren, wenn es zu keiner Verwachsung im Glaskörperraum gekommen ist. Dies ist der Raum zwischen Netzhaut und Linse. Sollte dies doch eingetroffen sein, dann wird die Wiederanlegung dadurch verhindert und es müsste glaskörperchirurgisch entfernt werden.

In Europa wird hierauf mittlerweile eher verzichtet, da zum Beispiel auch die Lagerung des Patienten über sieben bis zehn Tage notwendig ist. Es kann zu Komplikationen kommen, so wenn zum Beispiel sich ein „Strich“ in der Mitte der Pupille bildet. Das wäre ein verbliebener Glasspiegel. Der Patient muss in solchen Fällen einige Tage auf den Bauch liegen, damit das Glas nach oben steigt und dadurch die Netzhaut im hinteren Bereich des Auges wieder andrückt.

Häufiger wird die Behandlung von Erkrankungen an der Netzhaut über die Glaskörperchirurgie erfolgen. Die Operation nennt sich „Pars-plana Vitrektomie“ (zu Deutsch: „Herausschneiden des Glaskörpers“.  Die „Pars plana“ ist nämlich eine Region im vorderen Teil des Auges. Dieser Eingriff ist ein schonender Routineeingriff und wurde erstmalig 1863 angewendet, wobei erst seit 1971 die Operation relativ ohne Probleme funktioniert hat.

Über diese Methode können auch andere Veränderungen der Netzhaut behandelt werden, wie zum Beispiel Blutungen. Für eine Netzhautoperation gibt es heutzutage auch verschiedene Beleuchtungstechniken, damit im Auge gesehen werden kann.

Kann sich die Netzhaut nach der Operation erneut ablösen?

Es kann passieren, dass sich die Netzhaut nach der Operation erneut ablöst, dies passiert in 10 bis 20 Prozent der Fälle. Vorkommen tut dies aber auch nur innerhalb der ersten drei Monate, nach sechs Monaten ist es dagegen schon sehr selten. Das ist auch der Grund, weshalb eine regelmäßige Kontrolle notwendig ist. Bei der zuerst beschriebenen Buckelchirurgie könnte dies dagegen innerhalb der ersten Tage passieren oder nach dem Verschwinden des Glases (sofern verwendet), also nach etwa vier bis acht Wochen.

Was muss der Patient nach der Netzhautoperation beachten?

Sollte bei der Netzhautoperation Glas verwendet worden sein, dann sollte jede Form von starken Luftdruckunterschieden vermieden werden. Dazugehören Flugreisen oder auch Wanderungen auf den Bergen. Weiterhin vermieden werden müssen sind sportliche Aktivitäten, da Schleuder- und Schüttelbewegungen des Kopfes dafür sorgen können, dass die Netzhaut sich wieder löst. Da das Risiko der Wiederablösung allgegenwärtig ist, sind regelmäßige Kontrollen innerhalb von zwei Monaten beim Augenarzt essenziell.

Wie wahrscheinlich ist ein Heilungsprozess?

Mit den heutigen Technologien und Methoden ist davon auszugehen, dass lediglich eine Operation notwendig ist (80 bis 90 Prozent der Fälle). Wenn jedoch ein sehr komplizierter Fall vorliegt, dann könnten mehrere Operationen notwendig sein. Allerdings muss hierzu ergänzt werden, dass die Chance auf ein besseres Sehvermögen in den letzten Jahren gestiegen ist, jedoch gibt es auch weiterhin keine Garantie, dass nach der Operation ein besseres Sehvermögen erlangt werden kann.

Dieses Ergebnis ist davon abhängig, wie stark die Ablösung vorangeschritten ist und ob die Makula ebenfalls betroffen ist. Wenn die Ablösung bereits auch eine lange Zeit her ist, dann werden die Aussichten immer schlechter und es könnte sogar zu Begleitschäden und Grunderkrankungen kommen. Daher ist es notwendig, dass bei Problemen mit der Netzhaut sofort ein Augenarzt konsultiert wird.

Im Durchschnitt wird bei den Operationen eine Sehschärfe von 60 Prozent erzielt, wobei in 40 bis 60 Prozent der Fälle meistens keine Lesefähigkeit (Visus 0,4 oder besser) mehr erreicht wird, dies ist unabhängig von der Operationsmethode. In ein bis zwei Prozent der Fälle konnte eine Erblindung nicht mehr verhindert werden. Diese Zahlen basieren auf eine Studie, welche 2010 erstellt worden ist.

Zusätzlich wichtig ist auch eine entsprechende Geduld für die Regeneration, denn diese nimmt in etwa ein halbes Jahr in Anspruch. Hinzu könnte es unter anderem durch Narbenbildung auf der Netzhaut kommen, welche diese wieder lösen oder verformen könnten. Dies passiert bei etwa 15 Prozent der Patienten.