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Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Augenschmerzen

Augenschmerzen können vielfältige und sehr weitreichende Ursachen haben, wie beispielsweise eine Bindehautentzündung, ein Fremdkörper im Auge oder vielleicht auch nur eine Allergie. Weitaus problematischer wird es dagegen, wenn dies aus Erkrankungen an Zähnen, Nasen-Ohren-Bereich oder durch Kopfschmerzen resultiert. Hierbei muss geprüft werden, welche Grunderkrankung vorliegt, sodass potenziell gefährliche Krankheiten schnellstmöglich verhindert werden können.

Augenschmerzen durch Erkrankungen am Auge

Am Auge können verschiedene Erkrankungen entstehen, welche dann als Begleitsymptom die Augenschmerzen mit sich tragen. Ein Augenarzt benötigt eine Krankengeschichte, sodass mögliche Ursachen identifiziert werden können. Zur Krankengeschichte zählt auch die Frage, ob die Schmerzen an den Augen plötzlich aufgetreten sind oder ob sich diese nach und nach entwickelt haben? Zusätzlich ist auch die Schmerzart, die Dauer, Häufigkeit, Intensität und der Zeitpunkt von Bedeutung. Zumeist könnte auch eine Augenerkrankung vorliegen, wie zum Beispiel:

  • Bindehautentzündung: Fremdkörpergefühl, Sandkorngefühl im Auge, Sekretabsonderung sowie Augenrötung und Juckreiz.
  • Grüner Star (Glaukomanfall): Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen sowie reduzierte Sehschärfe.
  • Hornhautentzündungen: Erhöhte Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl, tränende Augen, Blendung, Sekretion und verminderte Sehschärfe.
  • Skleritis und Iveitis: Augenrötung, erhöhte Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen, Blendung und tränende Augen.
  • Augenliderkrankungen: Druckgefühl, Sandkorngefühl, Lidschwellung, Lidrötung, verschwommenes Sehen, Absonderung von Flüssigkeiten (trüb oder klar).
  • Fehlsichtigkeit: Verschwommenes Sehen in Ferne oder Nähe und Kopfschmerzen beim Lesen, sofern ungenügend oder nicht korrigierte Fehlsichtigkeit.
  • Allergien: Brennen und Juckreiz an den Augen, vermehrtes Tränen und Augenrötung.
  • Herpes-Infektion: Virus kann für Fremdkörpergefühl in den Augen, kribbeln am Augenrand, Brennen, Juckreiz sowie für geschwollene Augenlider, Sehverschlechterung, Erkältungssymptome und Lichtempfindlichkeit sorgen.
  • Augenhöhlenerkrankung: Hervortretende Augen, trockene Augen, Doppelbilder, Lidschwellungen, Augenbewegungsschmerzen.

Wann sollte ein Augenarzt konsultiert werden?

Sollten die Augenschmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen und eine Besserung ist nicht in Sicht, dann sollte ein Augenarzt schnellstmöglich konsultiert werden. Dasselbe gilt auch, wenn starke Augenschmerzen vorliegen wie zum Beispiel ein stechendes Auge oder sich sogar ein Fremdkörper im Auge befindet.

Umgehend sollte ein Arzt kontaktiert werden, wenn zugleich auch Begleitsymptome wie Ermüdung, starke Rötung der Augen, Muskelschmerzen, Fieber, Muskelschmerzen, verminderte Sehschärfe, Übelkeit und Erbrechen oder Schüttelfrost auftreten. Ein Warnsignal ist außerdem, wenn die Augenbewegungen schwerfallen.

Wie findet eine Untersuchung statt?

Die Untersuchung nimmt der Arzt vor, um eine Veränderung an den Augen zu prüfen. Dabei werden auch Augenhöhle und Augenlider kontrolliert. Es werden zuerst auf typische Symptome geachtet wie gerötete Augen oder Schwellungen. Anschließend wird die Reaktion der Pupillen mit einer Lampe überprüft.

Zusätzlich kommen aber auch noch weitere Methoden zur Untersuchung zum Einsatz:

  • Gesichtsfelduntersuchung
  • Sehtest um Sehkraft zu prüfen
  • Allergietest, wenn Verdacht vorliegt
  • Spaltlampen-Untersuchung
  • Abstrich am Auge, wenn Infektionen Ursache sein könnten
  • Kernspintomografie bei Verdacht auf Sehnerventzündung
  • Computertomografie bei Verdacht auf Nasennebenhöhlenentzündung

Ursache können auch andere Erkrankungen sein

Die Augen werden über Nervenfasern versorgt und somit stehen die Augen in stetiger Verbindung mit weiteren Strukturen des Körpers. Wenn es zu einer Reizung innerhalb der Nervenbahnen gekommen ist, dann könnte die Schmerzausstrahlung auch bis zu den Augen führen. Augenschmerzen treten daher auch auf, wenn zum Beispiel eine Migräneattacke aufgetreten ist.

Die Weiterleitung von Schmerzen kann immer auftreten, wie zum Beispiel bei den neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Spannungskopfschmerz und Augenmigräne. Jedoch aber auch bei Sehnervenzündung, also wenn Entzündungen an der Nasennebenhöhle auftreten oder bei einer Entzündung an der Schläfenarterie.

Die Augenschmerzen äußern sich über drei verschiedene Arten:

  • Schmerzen am Auge oder Augenhöhle, Lidern oder Stirn
  • Schmerzen im Auge oder im Augapfel
  • Schmerzen während der Augenbewegung

Die Schmerzen selbst sind völlig individuell, während die einen Patienten über einen pochenden Schmerz im Auge klagen, klagen andere wiederum über einen stechenden Schmerz im Auge.

Augenschmerzen erfolgreich behandeln

In erster Linie richtet sich die Behandlung nach der Ursache der Augenschmerzen, dies könnte auch eine Entzündung sein, welche dann mit Kortison behandelt werden kann. Zusätzlich können für eine kurze Dauer auch Schmerzmedikamente eingenommen werden.

Sollte eine bakterielle Infektion vorliegen, dann benötigt es antibiotische Tropfen, welche dann lokal wirken können. Sofern die medikamentöse Massnahmen nicht ausreichen, wird eine Operation in Betracht gezogen, dies geschieht zum Beispiel beim Grünen Star.

Die medikamentöse Behandlung selbst richtet sich je nach Situation. Die puillenerweiternde Augentropfen werden mit dem Wirkstoff Cyclopentolat häufig ebenfalls verschrieben. Diese helfen auch bei der Entzündung der Hornhaut oder der Regenbogenhaut. Die Augentropfen können in diesem Falle verhindern, dass sich die Gewebeschichten miteinander verkleben.

Sofern eine Virusinfektion vorliegt, bedarf es ein virushemmendes Mittel wie Aciclovir. Die Heilung einer Herpes-Infektion der Augen und andere Infektionen werden dadurch innerhalb der Heilung beschleunigt. Diese Mittel werden zumeist als Augensalbe verschrieben, jedoch auch häufig als Augentropfen.

Sollte eine Allergie zugrundeliegen, dann könnte eine spezifische Immuntherapie begonnen werden, dies ist aber nur in bestimmten Fällen möglich. Ansonsten müssen die Allergene gemieden werden. Sofern es nicht anders möglich ist, können die Symptome daraus auch medikamentös gelindert werden.

Können Augenschmerzen selbst behandelt werden?

In manchen Fällen kann auch selbst etwas gegen Augenschmerzen getan werden, so zum Beispiel wenn sich oberflächlich ein Fremdkörper auf das Auge gelegt hat. Dies könnte auch die Ursache der Schmerzen sein. Es ist aber darauf zu achten, dass es mit einem sauberen Tuch langsam und vorsichtig entfernt wird. Bei Chemikalien oder Giftstoffen wird es sehr gefährlich, denn hierbei müssen die Augen sofort mit klarem Wasser gespült werden. Sollte es sich um ätzendes Kalk handeln, dann darf das nicht passieren, denn dies würde die Situation verschärfen.

Augenschmerzen können auch durch harmlose Gründe entstehen, wie zum Beispiel durch Überanstrengung. Es ist empfehlenswert, dass den Augen dann Ruhe und Entspannung gegönnt wird. Es können verschiedene Entspannungsübungen getan werden. So kann beispielsweise bewusst auf Dinge geschaut werden in unterschiedlichen Entfernungen.

Doch auch Hausmittel können helfen, um schmerzende oder gerötete Augen zu beruhigen. Dafür können kühle Kompressen genutzt werden, welche in einem sauberen Baumwolltuch eingewickelt werden. Eine andere Möglichkeit wären Körnerkissen, welche zuvor im Gefrierfach gekühlt worden sind. Diese können dann auf die Augen gelegt werden.

Fazit: Augenschmerzen sind nicht immer harmlos

Augenschmerzen können eine harmlose Ursache haben, aber in manchen Fällen könnte auch eine ernsthafte Grunderkrankung vorliegen, welche unbedingt behandelt werden sollte. Wenn es immer wieder Probleme mit den Augen gibt, dann sollten Sie nicht zögern, einen Augenarzt aufzusuchen.