Allergische Bindehautentzündung

Allergische Bindehautentzündung

Definition

Als allergische Bindehautentzündung (allergische Konjunktivitis) wird in der Augenheilkunde die allergisch bedingte Erkrankung der Bindehaut (Konjunktiva) bezeichnet. 

Die allergische Bindehautentzündung ist eigentlich ein Sammelbegriff, zu dem Krankheiten wie die akute allergische Bindehautentzündung, die saisonale allergische Bindehautentzündung, die ganzjährliche allergische Bindehautentzündung, die Keratokonjunktivitis vernalis, die atopische Keratokonjunktivitis und die kontaktlinsen-assoziierte Keratokonjunktivitis gehören.

Wie entsteht eine allergische Bindehautentzündung?

Die Bindehautentzündungen sind in der Regel IgE-vermittelte Überempfindlichkeitsreaktionen. Luftübertragene Pollenpartikel sind die Auslöser dieser Augenerkrankungen. 

Die Pollenpartikel treten in den Tränenfilm ein und kommen mit den sogenannten Mastzellen in Kontakt, welche allergiespezifische Immunglobulin E (IgE) enthalten. 

Diese Mastzellen setzen Histamin und andere Entzündungsfaktoren frei, die Gefässerweiterungen und Wassereinlagerungen (Ödeme) verursachen und rekrutieren andere Entzündungszellen.

In den Menschen, die bereits mit dem Allergen in Kontakt gekommen sind, entwickeln sich diese Reaktionen innerhalb von wenigen Minuten. Viele Patienten, die Heuschnupfen haben, leiden auch an anderen atopischen Erkrankungen, wie Asthma oder allergische Rhinitis.

Welche Symptome treten bei einer allergischen Bindehautentzündung auf?

Die Symptome entwickeln sich schnell bei allergischen Bindehautentzündungen.

Häufigste Beschwerden: 

  • Entzündete Augen
  • Juckende Augen
  • Schwellung der Augenlider
  • Bindehautschwellung
  • Tränenträufeln
  • Sekretbildung
  • Manchmal Lichtempfindlichkeit

Jucken ist das wichtigste Symptom. Ohne Jucken kann die Diagnose einer allergischen Bindehautentzündung in Frage gestellt werden. 

Die allergischen Attacken sind normalerweise kurz und kommen in Episoden vor. Nicht selten entwickeln sich die Symptome innerhalb von wenigen Minuten und sie können sich innerhalb von Stunden sogar ohne Medikamente zurückbilden. 

Die Benutzung von Kontaktlinsen und die trockenen Augen können die allergische Reaktion verstärken.

Ist diese Erkrankung ansteckend?

Die Antwort ist nein. Eine allergische Entzündung ist immer eine übertriebene immunologische Antwort des Körpers. Ansteckend sind Erkrankungen, welche durch irgendwelche Erreger (Bakterien, Viren, Pilzne, Parasiten) ausgelöst werden.

Die allergische Bindehautentzündung verursacht nur in der betroffenen Person Symptome.

Diagnose

Der Augenarzt untersucht den vorderen Augenabschnitt mithilfe der Spaltlampe. Die Spaltlampe vergrössert die Augenstrukturen, damit alle Einzelheiten genau analysiert und beurteilt werden können.

Die Diagnosestellung erfolgt anhand des klinischen Bildes. Bindehaut-Abstrich durch Abkratzen kann Eosinophile aufweisen, welche in dem normalen Tränenfilm nicht vorkommen.

Behandlung: welche Augentropfen helfen?

Der erste Schritt der Behandlung ist das Vermeiden der Allergene. In dem Umfeld des Patienten müssen alle Kleidungsstücke und Bettbezüge gründlich gereinigt werden.

Die Behandlung wird mit kalten Umschlägen und befeuchtenden Augentropfen angefangen. Aber diese reichen nur in der Anfangsphase aus. 

Topische Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren werden für die Behandlung verwendet. Diese zwei Wirkstoffe können auch in Kombinationspräparaten benutzt werden. 

Topische NSAR können die Symptome auch lindern. Bei einem ausgeprägten klinischen Bild und starken Symptomen kommen die topischen Kortisontropfen zur Anwendung.

Bei der Anwendung der topischen Mastzellstabilisatoren (Chromolyn sodium, Lodoxamid thrometamin) können die Patienten erst nach 7 Tagen eine Bessrung spüren, da die Wirkung mindestens 7 Tage lang aufgebaut wird.

Topische NSAR (NSAID) Tropfen dürfen nicht allzu lange angewendet werden, da sie bei einer Langzeittherapie zur Hornhautperforation führen können.

Zusammenfassung

Die allergische Bindehautentzündung ist eine sehr häufige Augenerkrankung. Sie benötigt eine längere Therapie und das Vermeiden der auslösenden Faktoren (Allergene).

Wenn Sie an den oben genannten Beschwerden (stark juckenden und entzündeten Augen) leiden, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie Ihren Augenarzt in Zürich Opfikon. Wir helfen Ihnen sofort.

Augenarzt Dr. Nagy Autor

Autor:
Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Ophthalmologie, FMH, FEBO

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