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Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Trockene-Augen-vom-Computer

Volkskrankheit trockene Augen

Trockene Augen sind ein weit verbreitetes Symptom und vielleicht sogar als „Volkskrankheit“ zu bezeichnen. Zu trockenen Augen kommt es bei vielen Menschen und diese leiden selbstverständlich dann auch unter diesen Beschwerden. Die Krankheit besteht jedoch aber erst seit der Moderne und wird unter anderem hervorgerufen durch Bildschirmarbeit, Heizungsluft oder schädlichen Umwelteinflüssen.

Funktion von Tränenflüssigkeit

Die menschliche Tränenflüssigkeit besteht aus drei Schichten und entstehen in den Meibom-Drüsen, Tränendrüsen und in den Becherzellen. Durch das Blinzeln wird die Flüssigkeit auf der gesamten Augenoberfläche verteilt. Die Tränenflüssigkeit selbst ist antibakteriell und kann vor einer möglichen Infektion schützen. Zu der Aufgabe dieser zählt ausserdem, dass die Hornhaut befeuchtet wird und mit Sauerstoff versorgt wird.

Häufige Augenerkrankung: Keratoconjunktivits sicca

Bei einer sogenannten Keratoconjunktivits sicca handelt es sich um eine „Austrocknung“ der Bindehaut und Hornhaut, wenn deutlich zu wenig Tränen gebildet werden oder der Aufbau eines Tränenfilms gestört ist. Trockene Augen entstehen, wenn zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird und somit das Auge kaum befeuchtet wird. Genauso kann es aber zu den Beschwerden auch kommen, wenn die eigentlich dreischichtige Tränenflüssigkeit lediglich aus einem Bestandteil resultiert.

Diese Beschwerden entstehen bei trockenen Augen

Die Beschwerden sind beinahe immer dieselben und sollte die Augenerkrankung Keratoconjunktivits sicca vorliegen, dann wird dies auch als das Sicca-Syndrom bezeichnet. Folgende Symptome gelten dabei als typisch:

Welche Ursache hat ein trockenes Auge?

Die häufigste Ursache ist der bereits erwähnte Mangel an Tränenflüssigkeit, wodurch die Augenoberfläche nicht mehr befeuchtet wird. Bei Tätigkeiten, wodurch das Blinzeln verringert wird, wie beispielsweise beim Lesen oder bei der Bildschirmarbeit, kommt es ebenfalls dazu.

Die Liste an weiteren Ursachen ist jedoch lang, so könnten Kontaktlinsen sehr schlecht sitzen, trockene Luft aus Heizung oder Klimaanlage trifft auf das Auge oder es besteht eine Lidrandentzündung. Zudem gibt es auch noch die Entzündung an den Drüsen, welche die Flüssigkeitsbildung verhindert.

Ebenfalls ist dies auch eine bekannte Nebenwirkung von einigen Medikamenten, wie beispielsweise der Anti-Baby-Pille, Androgen-Hemmer oder Beta-Blocker.

Laser-Operationen können trockene Augen begünstigen

Die Laser-Operationen sind beliebt, denn dadurch kann die Sehleistung möglicherweise wiederhergestellt werden. Allerdings führt die sogenannten refraktive Chirurgie unter Umständen zu trockenen Augen. Bei dem LASIK-Verfahren wird eine kleine Lamelle in die Hornhaut geschnitten, wodurch Nerven durchtrennt werden, und so entsteht ein trockenes Auge ebenfalls. Vor jeder Operation wird ein Augenarzt aber darauf hinweisen.

Bei der PRK-Operation wird die oberste Schicht der Hornhaut entfernt und anschliessend wird die Hornhaut mit dem Excimer-Laser behandelt. Nach dem PRK-Verfahren können ebenfalls trockene Augen auftreten, da gewisse Hornhautnerven durchtrennt werden.

Welche Konsequenzen hat diese Augenerkrankung?

In seltenen Fällen kann die Augenerkrankung zum Abbau von Hornhautgewebe führen, zu einer Hornhautentzündung oder gar zu einem Durchbruch der Hornhaut.

Das Sicca-Syndrom kann auch durch eine Grunderkrankung hervorgerufen werden, so zum Beispiel durch das Stevens-Johnson-Syndrom, dabei entwickelt sich am ganzen Körper Entzündungen und Blasen. Die Entzündungen können auch die Bindehaut betreffen oder die Becherzellen, diese ist für die Produktion der ersten Schicht eines Tränenfilms verantwortlich.

Diagnosestellung durch Tests

Bei der Diagnosestellung wird ein Schirmer-Test verwendet, damit wird die Tränenproduktion gemessen. Der Test funktioniert so, dass ein Streifen Filterpapier in das Unterlied des betroffenen Auges geklemmt wird. Nach etwa fünf Minuten wird kontrolliert, wie feucht der Streifen geworden ist. Sollte der Streifen nur wenige Millimeter angefeuchtet sein, dann spricht dies bereits für ein trockenes Auge.

Durch dieses Wissen können weitere Untersuchungen vollzogen werden, dies wäre beispielsweise die Anfärbung von Bindehaut und Hornhaut mit Fluorenscein, hiermit können mögliche Defekte an der Augenoberfläche erkannt werden. Sollte eine Stelle beschädigt sein, wird sich das Fluorenscein an dieser Stelle anreichern.

Im weiteren Verlauf wird die Tränenfilmaufreisszeit (BUT) bestimmt. Hierbei wird die Zeit gemessen, wann das trockene Auge nach dem Blinzeln entsteht. Sollte die Zeit zu kurz sein, dann könnte das Sicca-Syndrom vorliegen.

Wie werden trockene Augen behandelt?

Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache, es gibt demnach keine einheitliche Behandlungsmethode „für alle Fälle“. In jedem Fall wird jedoch ein Tränenersatzmittel verabreicht, wie einer Augensalbe oder Augentropfen, diese werden die Augen befeuchten und damit mögliche Komplikationen abwehren.

Sollte eine Grunderkrankung vorliegen, welche zu diesem Symptom führt, dann gilt es diese gezielt zu behandeln. Weiterhin werden meistens auch entzündungshemmende Mittel verabreicht wie Antibiotika oder Cortison oder bei sehr schweren Fällen kommt es zum temporären Verschluss des Tränenpünktchens (Abflusskanal).

Sollten Sie die Vermutung haben, dass Sie unter trockenen Augen leiden, dann vereinbaren Sie in unserer Augenarztpraxis einen Online-Termin.

Wie können trockene Augen vorgebeugt werden?

Trockene Augen können vorgebeugt werden, indem Grunderkrankungen sofort behandelt werden. Zudem ist eine augenschonende Verhaltensweise wichtig, so ist zum Beispiel das Tragen von Kontaktlinsen, welche nicht gut toleriert werden, nachteilig. Ein langes Arbeiten vor dem Bildschirm ist ebenfalls schädigend – somit sollten stets Pausen eingelegt werden. Zusätzlich kann darüber nachgedacht werden, ob Medikamente mit dieser Nebenwirkung ersetzt werden können.

Zusammenfassung

Die trockenen Augen treten heute bei jedem vierten Menschen auf. Die Ursachen sind oft in Umweltfaktoren und Augen- und/oder körperlichen Erkrankungen zu finden. Augenrötung, Trockenheitsgefühl, Fremdkörpergefühl, Augenbrennen, Augenschmerzen, Doppelbilder, Tränenträufeln und Sehverschlechterung sind die häufigsten Beschwerden. Neben dem Eliminieren der Auslöser kommen befeuchtende Augentropfen, entzündungshemmende Augentropfen (Kortison, Ciclosporin), befeuchtende Augensalben, Tabletten, Lichttherapie und Lidrandhygiene zum Einsatz. Die Augen müssen regelmässig kontrolliert werden.

Unsere Augenärzte in Opfikon sind auf die trockenen Augen spezialisiert und können Sie gerne beraten und behandeln.

Quellen