lidrandhygiene

Bei sehr vielen Augenproblemen ist ein hohes Mass an Hygiene gerade im Bereich des Lidrandes unumgänglich. Zudem können verschiedene Augenkrankheiten die Lidfunktion erheblich beeinträchtigen. Insbesondere chronische, zum Teil unheilbare Augenerkrankungen erfordern als Basistherapie eine ausgiebige Lidrandhygiene bzw. Lidrandpflege.

Bei welchen Augenproblemen muss auf Lidrandhygiene besonders geachtet werden?

In folgenden Fällen muss die Lidrandhygiene in Betracht gezogen werden:

Wenn die Meibom-Drüsen am Lidrand verstopft oder entzündet sind, der Augenarzt spricht in diesem Fall von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD) oder einer Blepharitis, kann die Lipidschicht des Tränenfilms nicht mehr ausreichend bereitgestellt werden mit der Folge, dass der Tränenfilm bei fast jedem Lidschlag aufreisst und das trockene Augen begünstigt. Eine ganz ähnliche Auswirkung kann sich bei Veränderungen an den Lidern ergeben. Daher ist die Lidrandhygiene so überaus wichtig zur Vorbeugung derartiger Augenprobleme.

Die Symptome einer Blepharitis ähneln jenen des trockenen Auges:

  • müde, juckende oder brennende Augen
  • verstärkter Tränenfluss
  • Gefühl eines Fremdkörpers im Auge
  • gerötete, verklebte oder geschwollene Augenlider

In der akuten Phase einer Lidrandentzündung sollten Sie auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten. Kosmetik im Bereich der Augen ist ebenfalls eher kontraproduktiv.

Was genau ist unter Lidrandpflege zu verstehen?

Es geht in der Regel um eine schonende Lösung von Schuppen und Verkrustungen im Bereich der Augenlider, was oft schon durch eine behutsame wiederholte Pflege und Reinigung mit warmem Wasser und/oder Lotionen erreicht werden kann. Auf diese Weise wird das Risiko für Infektionen erheblich reduziert. Ausserdem wird damit die Aktivität der Augenliddrüsen angeregt, um den Tränenfilm nachhaltig zu stabilisieren.

Konkrete Durchführung der Lidrandhygiene

Sie tauchen Kompressen in warmes Wasser ein, das nicht heisser als 40 Grad Celsius sein darf, und legen diese für wenige Minuten auf die geschlossenen Augen. Zusätzlich können Sie spezielle Lotionen verwenden, um die Krusten oder Schuppen im Bereich der Augenlider aufzuweichen.

Anschliessend werden die Lider ganz vorsichtig massiert, um die verstopften Liddrüsen wieder zu öffnen. Zu diesem Zweck streichen Sie mit dem Finger wiederholt am Oberlid von oben nach unten. Entsprechend verfahren Sie am Unterlid, indem Sie mit einem Finger bei leichtem Andruck von unten nach oben fahren, um den inzwischen verflüssigten Talg auszustreichen. Das sich so ansammelnde Sekret können Sie schliesslich von aussen nach innen in Richtung Lidspalt befördern.

Im letzten Schritt werden die Augenlider mit Kompressen, Wattestäbchen oder Lid Wipes gereinigt. Achten Sie darauf, dass dabei kein direkter Kontakt mit den Augen zustande kommt, weil dies zu Irritationen und Reizungen derselben führen kann.

Viele schwören dabei auf Kamillenkompressen, allerdings besteht hierbei die Gefahr einer allergischen Reaktion. Wichtig ist, dass Sie die Lidrandpflege regelmässig durchführen, am besten einmal pro Woche kurz vor dem Schlafengehen. Bei einer akuten Pollenallergie sollte die Frequenz nach Bedarf erhöht werden.

Make-up reizt die Augen

Deshalb ist tägliches Abschminken Pflicht! Zu diesem Zweck werden im Handel verschiedene Produkte, wie einzeln verpackte Reinigungstücher oder spezielle Gels, die mit Wattepads aufgetragen werden können, angeboten. Vor oder nach einem operativen Eingriff im Bereich der Augen ist diese Form der regelmässigen Augenhygiene ebenfalls dringend zu empfehlen.

Gerade wer von Blepharitis oder Atopie betroffen ist, sollte zusätzlich eine Pflegecreme mit einem „Airless-Dispenser“ verwenden. Diese Art der Verpackung ermöglicht es, auf Konservierungsstoffe zu verzichten. Die Creme oder das Gel für Ihre Lidrandhygiene sollte unbedingt ohne die folgenden Stoffe auskommen:

  • Alkohol
  • Ätherische Öle
  • Duftstoffe
  • Konservierungsstoffe
  • Lanolin
  • Parabene

Was dagegen sehr zu begrüssen ist, das sind pflegende Inhaltsstoffe für die Wundheilung und zur Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit wie:

  • Allantoin
  • Hyaluronsäure
  • Vitamin A