Schleier vor den Augen

Schleiersehen Auge

Die Wichtigsten Themen auf einen Blick:

  • Schleiersehen: was ist das genau?
  • Schleier vor den Augen: Ursachen
  • Arztbesuch und Diagnostik
  • Behandlung und therapeutische Massnahmen
  • Möglichkeiten der Prävention

Schleier vor den Augen: ein verbreitetes Phänomen im Schlaglicht

Wenn die Welt um einen herum im Nebel versinkt, dann ist es allerhöchste Zeit, einen Augenarzt aufzusuchen. 

Schliesslich ist das sogenannte Schleiersehen nicht nur unangenehm, da es durch eine verschwommene, unscharfe Sicht, einen verminderten Kontrast und ähnliche Symptome das Sehvermögen erheblich beeinträchtigt. 

Vielmehr können dahinter auch ernste Augenkrankheiten stecken, die im Falle einer verspäteten oder ausbleibenden Behandlung anhaltende Schäden nach sich ziehen.

Da die Zahl der Betroffenen stetig steigt, jedoch nur die Wenigsten wissen, was sich eigentlich genau hinter diesem häufigen Augenproblem verbirgt, dienen die folgenden Absätze dazu, diese vermeintliche Wissenslücke mit den wichtigsten Fakten zum Thema „Schleier vor den Augen“ zu füllen.

Schleier vor den Augen: die markantesten Merkmale in aller Kürze

Genau genommen handelt es sich bei dem Schleiersehen selbst um keine Krankheit, sondern um ein Warnsignal, das auf andere Erkrankungen verweist. 

Dabei ist es irrelevant, ob die Beschwerden nun unvermittelt wie aus dem Nichts auftreten oder sich nur langsam entwickeln. In jedem Fall stellen sowohl der akute Zustand als auch die möglicherweise zugrundeliegenden Auslöser einen grossen Risikofaktor dar.

In diesem Sinne bedeutet jener unverkennbare Schleier vor den Augen beispielsweise, dass die Betroffenen für die Dauer der Beschwerden von dem Führen eines Fahrzeugs Abstand nehmen sollten. 

Auch das Bedienen von Maschinen kann bei einer vernebelten, sprich eingeschränkten Sicht eine Gefahr darstellen. Bei Bürotätigkeiten wiederum führt der permanente Schleier vor den Augen rasch zu weiteren Beschwerden wie beispielsweise Kopfschmerzen und Schwindel.

Mit Blick auf diese gravierende Beeinträchtigung in Beruf und Alltag, sollte eine augenärztliche Abklärung also nicht unnötig lange aufgeschoben werden, sondern gleich nach Auftreten der Symptomatik erfolgen.

Ursachen inklusive einschlägiger Charakteristika

Für die Entstehung des Symptoms Schleier vor den Augen kann eine Fülle unterschiedlicher Faktoren verantwortlich gemacht werden. 

Dazu zählen sowohl alltägliche Beschwerden wie die trockenen Augen als auch ernste Krankheiten, die unbehandelt schwerwiegende Folgen für das Sehvermögen bis hin zu dessen vollständigem Verlust nach sich ziehen können.

Die Liste der möglichen Ursachen setzt sich aus den im Folgenden aufgeführten Elementen zusammen.

Trockene Augen (Keratoconjunctivitis sicca)

Bei diesem Phänomen handelt es sich um eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche, die sowohl durch äussere Einflüsse wie Rauch und Heizungsluft als auch durch einen ungesunden Lebens- und Arbeitsstil hervorgerufen werden können. 

Stress, zu wenig Schlaf und lange Arbeiten am Computer sind hier nur einige Beispiele. Weitere mögliche Verursacher des sogenannten Sicca-Syndroms sind bestimmte Augenerkrankungen sowie ein insgesamt schlechter Gesundheitszustand. 

Auf den Punkt gebracht entsteht das Phänomen durch ein Aufreissen des die Augenoberfläche schützenden Tränenfilms.

Neben Brennen, Rötungen und Fremdkörpergefühl zählt auch ein Schleier vor den Augen zu den Symptomen, die in Verbindung mit dem Sicca-Syndrom auftreten können.

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Ausgelöst werden kann eine Konjunktivitis durch Viren und Bakterien. Doch auch Allergien, trockene Augen und eine Vielzahl weiterer Beschwerden können zu einer Reizung und letztendlich einer Entzündung der Bindehaut führen.

Unverkennbare Anzeichen sind gerötete, tränende und verklebte Augen inklusive einer zunehmend getrübten Sicht.

Hornhautentzündung (Keratitis)

Entzündet sich der durchsichtige Teil der äusseren Augenhaut, so spricht man von einer Keratitis. Zu den häufigsten Auslösern zählen Viren, Bakterien und Parasiten. 

Besonders gefährdet sind Kontaktlinsenträger/-innen, die in puncto Hygiene nicht die erforderliche Sorgfalt an den Tag legen. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Keratitis zu einer bleibenden Beeinträchtigung der Sehkraft führen. 

Eine frühzeitige gezielte Behandlung ist folglich eine Grundvoraussetzung für eine möglichst gute Prognose.

Eine Keratitis äussert sich unter anderem in Form von starken Schmerzen, Augenrötungen, Fremdkörpergefühl, Lichtscheu, Tränenträufeln und Schleiersehen.

Gefässverschlüsse der Netzhaut

Bei einem Arterien- oder Venenverschluss handelt es sich um einen akuten Notfall, der der sofortigen Klärung durch einen Augenarzt bedarf, da sonst ein Absterben der Netzhaut und eine damit einhergehende ausgeprägte Sehminderung vorprogrammiert sind.

Glaukomanfall (Glaucoma acutum)

Bei diesem ophthalmologischen Notfall steigt der Augeninnendruck schlagartig. Aufgrund der Gefahr einer bleibenden Sehnervschädigung ist hier das sofortige Eingreifen eines qualifizierten Mediziners gefragt.

Zu den häufigsten Symptomen zählen gerötete Augen, eine verschleierte Sicht, das Wahrnehmen von Farbringen, plötzlicher Sehverlust, ein harter Augapfel, Störungen des Pupillenreflexes, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Glaskörperabhebung

Eine vollständige, teilweise, hintere oder vordere Abhebung des Glaskörpers von seiner Unterlage ist vor allem bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr anzutreffen. Eine weitere Ursache ist ein durch einen Unfall bedingtes Trauma.

Lichtblitze, Mouches volantes (fliegende Mücken) und Schleier vor den Augen zählen zu den markantesten Symptomen.

Potentielle Komplikationen wie ein Abheben und/oder Einreissen der Netzhaut sowie Glaskörperblutungen verlangen ein umgehendes augenärztliches Einschreiten.

Netzhautablösung (Ablatio retinae)

Diese Augenkrankheit zählt ebenfalls zu den augenärztlichen Notfällen und bedarf einer sofortigen Begutachtung und Behandlung durch einen Augenarzt. 

Konkret versteht man darunter die Ablösung der Neuroretina, sprich der inneren Teile der Retina (Netzhaut) von dem für ihre Versorgung zuständigen retinalen Pigmentepithel.

Lichtblitze, Russregen und Schlieren verweisen auf einen Netzhautriss, während ein Vorhang vor den Augen, der sich seitlich von unten nach oben oder von oben nach unten zuzieht und die Sicht verdunkelt, eine fortschreitende Ablösung der Netzhaut ankündigt.

Grauer Star (Katarakt)

Diese Augenkrankheit bezeichnet eine Trübung der Augenlinse, die in einer permanent verschleierten Sicht resultiert. Auch hierbei handelt es sich um ein Phänomen, das mit fortschreitendem Alter häufiger auftritt.

Sehnervinfarkt (Augeninfarkt)

Dieses Phänomen ist auch unter dem Begriff Sehsturz bekannt. Es beschreibt ein Ausbleiben der Durchblutung von Sehnerv und Netzhaut.

Die plötzlich auftretende Symptomatik umfasst das Schleiersehen, einen schwarzen Fleck im Auge sowie einen zuweilen mehrere Minuten anhaltenden Sehverlust.

Makulaödem

Die Makula lutea bezeichnet den sogenannten Gelben Fleck des menschlichen Auges. Sammeln sich hier Ödeme (extrazelluläre Flüssigkeiten) an, so spricht man von einem Makulaödem. 

Die möglichen Ursachen reichen von Entzündungen über Gefässschäden bis hin zu Komplikationen nach operativen Eingriffen.

Eine zunehmende Unschärfe des Gesichtsfeldes zusammen mit einer vernebelten Sicht sind einige der verbreitetsten Symptome eines Makulaödems.

Makuladegeneration

Dieser Begriff fasst mehrere Krankheitsbilder der Netzhaut des Auges mit Fokus auf die Macula lutea zusammen. Betroffen sind vor allem Menschen ab dem 50. Lebensjahr.

Neben einem Rückgang der zentralen Sehschärfe und einem allgemeinen Funktionsverlust der Zellen des Punktes, der für das schärfste Sehen verantwortlich ist (Fovea centralis), sind Schleier vor den Augen keine Seltenheit.

Glaskörperblutung

Äussere Gewalteinwirkung, Unfälle, Gefässneubildung und Glaskörperabhebung: So lauten die häufigsten Ursachen für eine Glaskörperblutung, die sich in erster Linie durch kleine Punkte, die sich im Gesichtsfeld bewegen, und Schleiern vor den Augen bemerkbar macht.

Uveitis (Augeninnenentzündung)

Diese Entzündung des Augeninneren kann nur ein oder aber beide Augen in Mitleidenschaft ziehen. Darüber hinaus ist je nach Lokalität zwischen verschiedenen Formen der Uveitis zu unterscheiden. 

Die Uveitis posterior (Chorioiditis) führt zu einer Beeinträchtigung der Aderhaut, die Uveitis intermedia (Iridozyklitis) konzentriert sich auf den Ziliarkörper, während es sich bei der Uveitis anterior (Iritis) um eine Entzündung der Regenbogenhaut handelt.

Je nach Typ kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen. Das sogenannte Schleiersehen begleitet jedoch alle drei Varianten.

Kontaktlinsen

Tritt der Schleier vor den Augen beim Tragen von Kontaktlinsen auf, so kann dies verschiedene Ursachen haben. 

Neben der Verträglichkeit der Kontaktlinsen spielt auch die Zusammensetzung des Tränenfilms im Einklang mit hormonellen Veränderungen eine wichtige Rolle, wenn es um die Bildung von Ablagerungen auf den Kontaktlinsen geht. 

Hinzu kommen Schmutz und Staub. Hier hilft in der Regel nur eine individuell angepasste Sehhilfe, die eine optimale Benetzung der Augen garantiert. 

Vergleichbares gilt für Reinigungs- und Pflegeprodukte, deren Hyaluronat-Anteil beispielsweise nicht mehr als 0, 18 Prozent aufweisen sollte, um die erhöhte Bildung von Ablagerungen und eine daraus resultierende verschleierte Sicht auszuschliessen.

Verschwommene Sicht

Arztbesuch & diagnostische Verfahren beim Schleiersehen: das Wichtigste auf einen Blick

Ungeachtet der Intensität und der Entwicklung des Phänomens des Schleiersehens kann hier nur dazu geraten werden, unmittelbar nach Auftreten der ersten Symptome einen Augenarzt zu konsultieren. 

Schliesslich ist dies für die Betroffenen die einzige Chance auf eine rasche Linderung bereits bestehender Beschwerden und eine nachhaltige Behandlung der jeweils zugrundeliegenden Ursachen. 

Im Gegenzug kann eine diesbezüglich nachlässige Einstellung zu einer Verschlimmerung der Beschwerden mit einer dauerhaften Beeinträchtigung des Sehvermögens sowie in Bezug auf die auslösenden Krankheiten zu potentiell ernsten Folgen mit bleibenden Schäden führen.

Doch wie darf man sich die Vorsprache beim Augenarzt inklusive Diagnosestellung eigentlich genau vorstellen?

In den meisten Fällen macht eine sorgfältige Anamnese den Anfang, indem der Arzt mithilfe gezielter Fragen, der Art, Dauer und Häufigkeit Ihrer Beschwerden auf den Grund zu gehen versucht.

Ebenfalls unverzichtbar sind die anschliessenden Sehtests, die unter anderem eine Messung des Augeninnendrucks umfassen. Abgerundet werden diese durch bildgebende Verfahren, die einer eingehenden Untersuchung des im Augenhintergrund befindlichen Sehnervs dienen.

Allen voran ist hier die sogenannte Optische Kohärenztomografie, kurz OCT genannt, anzuführen. Mit dieser lassen sich Schnittbilder des Augenhintergrundes erstellen, die aufgrund ihrer überdurchschnittlich hohen Auflösung selbst geringfügige Veränderungen der einzelnen Netzhautschichten anzeigen.

Nicht fehlen darf in diesem Zusammenhang natürlich auch die Spaltlampe, mit der sich sowohl der vordere und der hintere Augenabschnitt vergrössert darstellen und auf eventuelle Mängel bzw. Schäden hin untersuchen lässt.

Weitere wichtige Tests umfassen die sogenannte Gesichtsfelduntersuchung sowie die Überprüfung der Pupillenreaktion, sollte die Vermutung naheliegen, dass die Ursache des Schleiersehens in einer Netzhautablösung oder einem Augeninfarkt zu finden ist. 

Bei Verdacht auf einen Augeninfarkt wird zudem ergänzend das Farbensehen getestet.

Um weitere möglicherweise als Auslöser fungierende Krankheitsbilder zu bestimmen bzw. auszuschliessen, kommen zusätzliche diagnostische Verfahren zum Einsatz. 

Ein Beispiel ist die Diagnostik einer zugrundeliegenden Makuladegeneration mithilfe des sogenannten Amsler-Gitter-Tests. Dabei besteht die Aufgabe des Patienten in der Beurteilung eines Netzgitters, während ein Auge abgedeckt ist.

Werden die Augenbeschwerden, darunter das Schleiersehen, von einer systemischen Erkrankung, die per definitionem nicht nur einen einzigen Körperbereich, sondern ein ganzes Organsystem befällt, ausgelöst, so liegt der Schwerpunkt der Diagnose und anschliessenden Therapie auf dieser Grunderkrankung.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Symptome auch durch Krankheiten, die auf den ersten Blick nichts mit den Augen zu tun haben, ausgelöst werden können. Ein Beispiel ist hier die Diabetes mellitus.

Gründliche Augenuntersuchung

Stichwort Therapie: einige ursachenbedingte Massnahmen zur Veranschaulichung

Dass die vom Augenarzt eingeleiteten Behandlungswege je nach Auslöser für das Schleiersehen variieren, ist sicherlich auch für Laien nachvollziehbar. Im Folgenden kann leider nur beispielhaft auf einige der oben aufgeführten Ursachen und deren Therapieansätze eingegangen werden.

  • Ist ein Grauer Star für die Schleier vor den Augen verantwortlich, so verspricht in der Regel nur die Katarakt-Operation anhaltende Heilungserfolge. Bei diesem sehr häufig durchgeführten operativen Eingriff wird die trübe Linse teilweise oder vollständig durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt.
  • Bei einem Glaukomanfall wiederum besteht die vorrangige therapeutische Massnahme darin, den Augendruck auf medikamentöse oder chirurgische Weise zu senken.
  • Beim Sehsturz bzw. Augeninfarkt hingegen gilt es, die kardiovaskulären Risikofaktoren abzuklären und eine anhaltende Erblindung zu vermeiden. Entsprechend sind Arzneimittel wie Aspirin zur Förderung der Durchblutung gefragt, die eine Wiederaufnahme der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Netzhaut sicherstellen.
  • Eine Netzhautablösung, die unbehandelt meist zur Erblindung führt, kann nur durch einen operativen Eingriff therapiert werden. Dieser dient einer nachhaltigen Fixierung der Netzhaut sowie einer Beseitigung der verursachenden Faktoren.
  • Bei einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sind zuerst die Ursachen zu bestimmen. Um Ödeme in ihrer Entwicklung aufzuhalten und Gefässneubildungen vorzubeugen, werden sogenannte VEGF-Hemmer in Form von Injektionen eingesetzt. Im Idealfall verhindern diese ein Fortschreiten der Krankheit und verbessern das Sehvermögen.
  • Werden die Augenbeschwerden wie Schleiersehen von Entzündungen hervorgerufen, so kann Kortison als Injektion oder in Tablettenform Abhilfe schaffen.
  • Bei rund 80 Prozent der Menschen, die unter trockenen Augen leiden, wurde als Hauptursache eine Lidrandentzündung (Blepharitis) festgestellt. Studien zufolge hat sich hier unter anderem die sogenannte Intensive Licht-Puls-Therapie (IPL) als effektive Gegenmassnahme bewährt. Trockenen Augen lässt sich zudem mithilfe von Tropfen, die Hyaluronsäure enthalten, entgegenwirken, da diese die Augen befeuchten und die Regeneration des Tränenfilms samt seiner Schutzfunktion fördern.

Möglichkeiten der Prävention: ein Wort zum Schluss

Angesichts der Fülle an potentiellen Auslösern kann eine sinnvolle Vorbeugung nur unter Einbeziehung des Augenarztes erfolgen. Regelmässige Check-ups und Sehtests sind in diesem Zusammenhang ein Muss. 

Abgesehen davon ist eine umgehende augenärztliche Rücksprache natürlich auch dann geboten, wenn es zu plötzlich auftretenden Beschwerden kommt. Schleier vor den Augen sind hier nur ein Beispiel, das in seiner Alarmfunktion nicht unterschätzt werden darf.

Unser erfahrener Augenarzt in Zürich Opfikon hilft Ihnen, die Ursache des Verschwommensehens aufzudecken. Sie können jederzeit einen Termin für eine ausführliche Augenuntersuchung vereinbaren.

Augenarzt Dr. Nagy Autor

Autor:
Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Ophthalmologie, FMH, FEBO

Menü schliessen