Untersuchung-bei-Glaskoerperblutung

Eine Einblutung in den Glaskörperraum kann durch eine (altersbedingte) Glaskörperabhebung, einer Verletzung (Netzhautriss) oder durch eine Retinopathie und Netzhautvenenverschluss resultieren. Dies führt unmittelbar zu einer Verschlechterung oder gar zu einem Verlust der Sehleistung.

Glaskörperblutung: Viele Ursachen können hierfür verantwortlich sein

Der Glaskörper (Corpus vitreum) setzt sich im Normalzustand aus einer durchsichtigen und gelartigen Flüssigkeit zusammen, welche aus etwa 98 Prozent Wasser besteht. Die restlichen zwei Prozent ergeben sich aus Kollagenfasern oder Hyaluronsäure. Die Aufgabe des Glaskörpers ist, dass dieser unter anderem für den Erhalt der Form des Auges sorgt, denn dieser macht etwa 80 Prozent des menschlichen Auges aus.

Aufgrund der Zusammensetzung des Glaskörpers ist dieser in gewisser Hinsicht auch sensibel. Sollte demnach Blut aus den umliegenden Blutgefässen in das Auge gelangen, dann kommt es zu einer getrübten Sicht oder zu einer reduzierten Sehkraft. Die Einschränkungen in der Sehkraft ergeben sich insgesamt durch die Blutung.

Sofern es sich nicht um eine übermässige Blutung handelt, werden lediglich dunkle Flecken die Sicht einschränken. Bei einer schweren Blutung entstehen wiederum die Einschränkungen in der Sicht, worunter auch der Unterschied zwischen Hell und Dunkel kaum wahrgenommen werden kann.

Welche Ursachen hat eine Blutung?

Bei der Suche nach der Ursache wird in zwei Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe beschäftigt sich mit Krankheiten, Beschwerden und Verletzungen, welche durch eine mechanische Einwirkung zu einer Ruptur (Riss oder Durchbruch) in den Blutgefässen führen:

  • Augenprellung (stumpfes Augentrauma): Kann durch einen Sturz, Unfall oder durch einen dumpfen Schlag auf den Kopf entstehen.
  • Penetrierende Augenverletzungen: Durch Unfälle könnte die Hautoberfläche durchdrungen worden sein, wodurch eine schwere Verletzung entsteht.
  • Akute Glaskörperabhebung: Ab dem mittleren Lebensalter tritt dieses Phänomen auf und wird durch verschiedene Symptome (wie etwa „fliegende Mücken“ oder Lichtblitze) wahrgenommen. Zusätzlich entstehen automatisch auch Blutungen.
  • Shaken-Baby-Syndrom (Schütteltrauma): Das Schütteltrauma ist eine Folgeerscheinung durch eine Form der Kindesmisshandlung, denn wenn ein Säugling oder Kleinkind stark geschüttelt wird, dann entstehen neurologische Beschwerden, wie etwa die Glaskörperblutung.
  • Terson-Syndrom: Als Folge einer Subarachnoidalblutung (kurz: SAB) ist die mittlere und innere Hirnhaut betroffen, dies äußert sich zuerst durch starke Kopfschmerzen.

Die zweite Gruppe beschäftigt sich mit Glaskörperblutungen, welche durch krankhafte Vorgänge oder Zustände entstehen:

  • Diabetische Retinopathie: Eine unbemerkte voranschreitende Schädigung der Netzhaut, welche verursacht wird durch die Zuckerkrankheit (Diabetes).
  • Netzhautablösung: Die ernste Erkrankung bedarf einer sofortigen augenärztlichen Behandlung, denn unbehandelt führt dies zur Erblindung.
  • Netzhautriss: Es entstehen kleine Löcher in der Netzhaut, welche dann wiederum zur Netzhautablösung führen werden.
  • Verschluss der Netzhautvenen: Bei Senioren mit hohem Blutdruck kommt es nicht selten zu diesem Zustand, der behandelt werden muss.
  • Altersbedingte feuchte Makuladegeneration: diese Krankheit äussert sich durch die Bildung von zu Blutungen neigenden Gefässmembran unterhalb der Retina (Netzhaut).
  • Intraokulare Tumore: Kann durch eine Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) oder durch einen B-Scan-Sonografie (Ophthalmischer Ultraschall) nachgewiesen werden.
  • Sichelzellretinopathie: Pigmentierte Vernarbungen, welche zu kristallinen Ablagerungen führen, welche jedoch zu keiner bleibenden Verschlechterung der Sehkraft führen.
  • Morbus Eales: Männer zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr zählen zur Risikogruppe, welche bereits unter einer Netzhautischämie (retinale Gefässverschlüsse) oder Neovaskularisation (unkontrollierte Gefässneubildung) unbekannter Ursache leiden. Es kommt hier zu einer starken Einschränkung der Sehkraft auf beiden Augen.
  • Frühgeborenenretinopathie: Störung in der Blutgefässentwicklung führen zu einer Netzhautschädigung bei Frühgeborenen.
  • Rupturiertes arterielles Makronaneurysma: Besonders gefährdete Patienten im höheren Lebensalter können unter einer arteriellem Hypertonos leiden.
  • Strahlenretinopathie: Eine der häufigsten Komplikationen nach einer Bestrahlung intra- sowie extraokulärer Tumore.
  • Retinales cavernöses Hernangium: Beschreibt die Netzhaut betreffende Blutschwämmchen.
  • Bluterkrankungen: Dies wäre unter anderem eine bestehende Leukämie.
Glaskoerperblutung

Symptome und Krankheitsverlauf einer Glaskörperblutung

Die Symptome einer Glaskörperblutung variieren je nach Intensität der Blutung. Für gewöhnlich wird der Patient aber zuerst eine dunkle Trübung feststellen, diese wird die Sicht einschränken.

Wahrgenommen werden diese Einschränkungen durch „schwarze Flocken“ oder durch andere Formen wie unter anderem auch Spinnweben oder schwebende Partikel. Diese resultieren einzig dadurch, dass Blut im Glaskörper eingeschlossen ist.

Mögliche Symptome sind weiterhin aber auch eine rötliche Verfärbung des Gesichtsfeldes, Gesichtsfeldausfall, Russregen oder Lichtblitze. Wenn die Lichtblitze aber schon entstehen, dann ist eine erhöhte Dringlichkeit geboten, denn dies signalisiert eine Abhebung des Glaskörpers.

Die Symptome einer Blutung im Glaskörper sind schmerzfrei und werden daher teilweise auch nicht ernst genommen, dies wird die Ausprägung der Symptome weiter verstärken und zu bleibenden Schäden führen, wobei auch eine Erblindung bei starken Blutungen möglich ist.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Bei Augenproblemen sollte nie gezögert werden, denn insbesondere bei der Schwere der aufgelisteten Symptome und deren potenziellen Ursachen ist eine Abklärung zweifellos zu empfehlen. Lediglich eine frühzeitige Diagnose und Therapie kann eine fortschreitende Intensivierung der Beschwerden verhindern.

Die Gefahr, dass diese Blutung nicht wahrgenommen wird, besteht nicht. Für Aussenstehende ist eine Blutung nämlich ebenfalls deutlich erkennbar. Zudem treten eindeutige Krankheitszeichen auf, welche dafür sorgen werden, dass sofort ein Augenarzt aufgesucht wird.

Die Sicht wird nämlich erheblich eingeschränkt, wodurch ein gewöhnlicher Privat- oder Arbeitsalltag kaum mehr erfolgen kann.

Sollten die Beschwerden nach einem Unfall entstehen, dann sollte gar umgehend ein Notarzt gerufen werden.

Wie erfolgt die Diagnose einer Glaskörperblutung?

Zuerst erfolgt eine Anamnese (Patientenbefragung), hierbei wird der Krankheitsverlauf, Krankheiten und mögliche Beschwerden abgefragt. Diese Informationen dienen dazu, um die Ursache für die Glaskörperblutung herauszufinden. Konkret geht es für einen Arzt darum, dass erste Anhaltspunkte geliefert werden, welche das diagnostische Verfahren ermöglichen.

Die Fragen in Bezug auf Art, Dauer und Stärke der Beschwerden stehen dabei im Mittelpunkt. Weiterhin ist abzuklären, ob die Symptome durch einen Unfall im Kopfbereich entstanden sind. Anschließend lassen sich erste Vermutungen anstellen.

Nach der Patientenbefragung geht es in die Diagnostik mit einer Augenspiegelung durch ein Spaltlampenmikroskop über, wobei anschließend auch ein Ultraschall angefertigt wird. Insbesondere bei sehr starken Blutungen ist ein Ultraschall notwendig, da die Netzhaut durch die Blutungen nicht eingesehen werden kann.

In erster Linie dient eine Ultraschalluntersuchung dazu, um die ersten ernsten Beschwerden wie unter anderem auch ein Netzhautriss oder gar eine Netzhautablösung und Aderhautablösung auszuschliessen.

Wie erfolgt die Behandlung einer Glaskörperblutung?

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Ursache. Die Ursachen können vielfältig sein, so könnte auch ein niedriger oder hoher Augendruck dafür verantwortlich sein, in jedem Falle ist es aber wichtig, dass es zu therapeutischen Massnahmen kommt. In schweren Fällen wird aber eine Operation nötig sein, diese haben unter Umständen das Risiko für einen Grauen Star oder gar für eine Netzhautablösung.

Prognose, Dauer und Heilungschancen bei einer Blutung im Glaskörper

Eine allgemeine Prognose bezüglich dem Krankheitsverlauf kann nur schwer gestellt werden, denn es kommt stets auf die individuellen Faktoren an. Das wären Auslöser, Ausprägung und Stadium der Beschwerden. Im Idealfall klingt die Blutung von selbst ab ohne gesundheitliche Folgen, dies wird auch als „Spontanheilung“ häufig bezeichnet.

Sollte ein Auslöser rechtzeitig erkannt werden, dann dauert es in der Regel aber einige Monate, bis die Blutung gänzlich abgebaut wurde und der Glaskörperraum vollständig aufklart. Ein ungünstiger Krankheitsverlauf ist zu erwarten, wenn es zu Schäden an der Netzhaut gekommen ist.

Sofern weitere Augenerkrankungen aus der Vergangenheit vorliegen, dann ist in diesen Fällen auch mit einer weiter weniger günstigen Entwicklung dessen zu rechnen. Möglicherweise wird dies auch eine Reduktion der Sehkraft zur Folge haben.

Ist Prävention und Nachsorge möglich?

Glaskörperblutungen können immer wieder auftreten, denn es gibt kein wirksames „Geheimrezept“ für eine Prävention oder Nachsorge. Allerdings können regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sicherstellen, dass eine solche Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Eine sorgfältige Nachsorge ist aber dennoch wichtig, diese besteht aus regelmässigen Kontrolluntersuchungen. Eine fortwährende Beobachtung ist auch nach einer Operation notwendig, hierbei gilt es, die Heilung zu überwachen und bei einer ungünstigen Entwicklung sofort einschreiten zu können.

Die Lebens- und Ernährungsweise wirkt sich ebenfalls förderlich auf den Heilungsprozess aus. Nach einer Operation sollte ausserdem auf absolute Schonung von Körper und Geist geachtet werden, wobei körperliche Anstrengungen und Workouts prinzipiell zu unterlassen sind.

Weiterhin kann die Glaskörperblutung auf eine Grunderkrankung schliessen, welche ebenfalls behandelt werden muss, damit Komplikationen im Krankheitsverlauf vermieden werden können.

Quellen

  • Timothy L Jackson: Moorfields Manual of Ophthalmology, third edition, Seite 609.
  • Nika Bagheri, Brynn N. Wajda: The Wills Eye Manual, 7th edition, Seite 301-302.