Augenringe: Ursachen und Behandlungen

Dunkle Augenringe

In diesem Fachbeitrag wird auf folgende Themen eingegangen:

  • Was sind die dunklen Ringe um die Augen?
  • Ursachen der Augenringe
  • Symptome und Diagnosestellung
  • Augenringe loswerden: Unterschiedliche Therapieansätze
  • Alternative Wege: kann man die Ringe mit Hausmitteln und Cremes wegbekommen?
  • Verhaltensweise, Risiken und wann zum Arzt?

Augenringe: Von dunklen Schatten, die sich nur schwer verbergen lassen

Eine durchwachte Nacht, viele Stunden am Computer und schon zeichnen sich unter den Augen dunkle Schatten ab. 

Gleichwohl Mediziner Entwarnung geben, dass dieses Phänomen eher selten auf eine ernstere Erkrankung zurückzuführen ist, leiden die Betroffenen dennoch unter jener Halonierung, die in der Umgangssprache schlichtweg als Augenringe bezeichnet wird. 

Schliesslich werden diese allgemeinhin mit einem müden, kränklichen und somit unästhetischen Erscheinungsbild assoziiert.

Die naheliegende Frage lautet also: Wie wird man Augenringe schnellstmöglich wieder los?

Um diese zu beantworten, ist eine etwas genauere Recherche der jeweils zugrundeliegenden Ursachen vonnöten. 

Natürlich gilt es auf diesem Wege auch, eventuelle Risikofaktoren oder schwerere Krankheiten als Verursacher auszuschliessen und zu klären, ob und wann genau ein Arztbesuch erforderlich ist.

Lesen Sie also weiter, um etwas mehr zu diesem verbreiteten Symptom und seinen Hintergründen zu erfahren. Profitieren Sie dabei ausserdem von praktischen Ratschlägen und Tipps, die Ihnen in Zukunft dabei helfen werden, potentielle Auslöser zu erkennen und zu meiden.

Was versteht man eigentlich genau unter Augenringen?: Begriffsklärung

Wie eingangs erwähnt spricht man von Augenringen, wenn die um die Augen liegenden Hautareale eine dunkle Schattierung aufweisen. Verbreitet sind hier vor allem die Farbnuancen Grau, Blau-Violett und Braun. 

Besonders deutlich tritt die Verfärbung unterhalb der Orbita, sprich der Augenhöhle hervor.

Grundsätzlich werden dabei zwei Arten von Schattierungen unterschieden:

  • Bei der ersten Variante ist die Färbung auf eine Hyperpigmentierung der Haut zurückzuführen.
  • Bei der zweiten Variante hingegen sind die unter der Haut liegenden Gefässe für die dunklen Nuancen verantwortlich. Zwar ist die Haut hier generell sehr dünn, jedoch kommt es in erster Linie bei Menschen, die unter einer schlechten Durchblutung leiden, zu dem hier im Zentrum stehenden Phänomen. Dies liegt daran, dass das aufgrund der Sauerstoffunterversorgung dunkler wirkende Blut nunmehr deutlicher durch die Hautschicht hindurch erkennbar ist.

Hinweis: Häufig treten Augenringe auch in Verbindung mit Schwellungen auf. Letztere werden als Tränensäcke bezeichnet. Verwechslungen sind zu vermeiden, da es sich hier generell um zwei verschiedene Symptome mit unterschiedlichen Ursachen, Behandlungsformen etc. handelt.

Wie kommt es zu diesem Phänomen?: Bestimmung potentieller Ursachen

Kurz und knapp in einem Satz lässt sich zusammenfassen, dass Augenringe infolge einer generell schwachen gesundheitlichen Konstitution, im Rahmen von bestimmten Grunderkrankungen sowie aufgrund von Veranlagung auftreten können.

Differenzieren lässt sich in diesem Zusammenhang zwischen akuten und chronischen Beschwerden.

Handelt es sich um eine akute Form von Augenringen, so steht ein Mangel an Schlaf und Entspannung unangefochten auf Platz 1 der Liste potentieller Ursachen. 

Darüber hinaus kann diese Variante auf eine Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie Allergien, im Fachjargon Atopie genannt, verweisen.

Werden die Augenringe der chronischen Variante zugeordnet, so kommen zahlreiche Faktoren und Beschwerden in Betracht. Im Folgenden seien einige der in dieser Kategorie häufigsten Ursachen genannt. Dazu zählen:

  • Unterversorgung mit Eisen
  • Mangel- bzw. Fehlernährung
  • Flüssigkeitsdefizit
  • Mangelnde Gefässversorgung mit Sauerstoff
  • Allergien und Entzündungen der Haut: Wird dem damit einhergehenden Juckreiz nachgegeben, so kann dies die Pigmenteinlagerung noch verstärken.
  • Entzündung der Bindehaut
  • Schädliche Umwelteinflüsse, allen voran Gifte
  • Alkohol- oder Drogenkonsum über einen längeren Zeitraum hinweg
  • Natürlicher Alterungsprozess
  • Häufige Solariumbesuche und erhöhte UV-Exposition
  • Erythema dyschromicum pertans, Nävus Ota und andere Fehlbildungen bzw. Grunderkrankungen der Haut
  • Prädisposition bzw. Veranlagung: Die Augenringe sind angeboren und somit bei mehreren Familienmitgliedern ‚vertreten‘, ohne dass hierfür eine eindeutige Ursache gefunden werden kann.
Augenringe Ursachen

Symptom Augenringe: Diagnosestellung als Grundlage für eine effektive Therapie

Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, so sollten Sie die Ursache für die dunklen Schatten unter Ihren Augen möglichst schnell von einem Arzt bestimmen lassen.

Das Vorgehen erfolgt dabei nach klassischen Mustern mit einer umfangreichen Patientenbefragung, im Fachjargon auch Anamnese genannt. 

Dabei tastet sich der Arzt langsam an die möglichen Auslöser Ihrer Beschwerden heran. Wie lange diese andauern und ob sie wiederholt auftreten, sind dabei nur einige der Fragen, die es zu klären gilt. 

Von Interesse ist ausserdem Ihre Familiengeschichte sowie eventuelle andere Krankheitszeichen, die das Phänomen der Augenringe begleiten.

Beruhend auf den Ergebnissen dieser Erstbefragung werden weitere diagnostische Schritte eingeleitet. Vermutet der Arzt beispielsweise eine Unterversorgung mit Eisen, so können Blutproben diesbezüglich Aufschluss bringen.

Die Unterscheidung zwischen den beiden primären Ursachen, durchscheinende Blutgefässe und Hyperpigmentierung, lässt sich vergleichsweise leicht treffen. 

Oftmals vermag der Arzt bereits durch eine Straffung der betroffenen Hautpartien festzustellen, was genau zu dem leidigen Phänomen der Augenringe geführt hat: 

Intensivieren sich die dunklen Schatten während der Hautstraffung, so ist eine mangelnde Durchblutung, die die durch die Haut schimmernden Gefässe dunkler erscheinen lässt, wahrscheinlich.

Präsentation verschiedener Therapieansätze

Wird eine Hyperpigmentierung als Auslöser festgestellt, so gilt es, die Gründe für die erhöhte Ablagerung von Melaninpigmenten in den Bereichen um die Augen ausfindig zu machen. 

Ein Beispiel ist das wiederholte Reiben der Augen, um Juckreiz oder Heuschnupfen entgegenzuwirken. Gerade bei trockener Haut, kann dies rasch dunkle Schatten unter den Augen hervorrufen.

Hier gilt es also in erster Linie, die Allergie, die den Drang des Augenreibens auslöst, mit einschlägigen Mitteln zu bekämpfen. Auch Salben, die speziell für ein trockenes Hautbild kreiert wurden, können die damit einhergehenden Symptome wie Rauheit und eine erhöhte Anfälligkeit für Hautreizungen lindern.

Eine nachhaltige Verdickung der Haut wiederum ist oberstes Gebot, wenn eine zu dünne Hautschicht als Ursache für die dunklen Schattierungen festgestellt wurde. 

Diese kann unter anderem durch Injektionen mit aus Eigenblut gewonnenem thrombozytenreichem Plasma sowie mit der sogenannten fraktionierten Laserbehandlung, die die Haut zugleich praller, gleichmässiger und jünger erscheinen lässt, behandelt werden.

Zudem gilt es, negative Einflussfaktoren, die zu einer mangelnden Durchblutung der unter der Haut liegenden Gefässe führen können, auszuschalten. 

Dazu zählen zusammengefasst Mangel an Schlaf, Flüssigkeit und einer ausgewogenen Ernährung, eine Unterversorgung mit Eisen, Grunderkrankungen der Schilddrüse, Nieren etc., der Missbrauch von Alkohol, Nikotin und Drogen sowie Umweltgifte wie Schwermetalle.

Kommt es im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses zu Augenringen, so liegt dies an mehreren, damit einhergehenden Prozessen: Während die Haut insgesamt an Elastizität verliert, muss auch das Unterhautfett in puncto Substanz Einbussen hinnehmen. 

Darüber hinaus sorgt der fortschreitende Zusammenfall der sogenannten Tränenrinne für eine Intensivierung der Schatten.

AnmerkungGenetische Faktoren können sowohl bei dem Phänomen der durchschimmernden Blutgefässe als auch bei der Hyperpigmentierung eine ausschlaggebende Rolle spielen.

Salben und Cremes für Augenringe

Alternative Behandlungsmethoden: eine kritische Bestandsaufnahme

Gerade im Zeitalter der Allergien können einstmals bewährte Hausmittel ins Gegenteil umschlagen. Kurz: Klassiker im Kampf gegen Augenringe wie Hämorrhoiden-Cremes, Teebeutel & Co. können statt zu heilen und zu lindern eine Verstärkung der Symptomatik bewirken. 

Während verschiedene Teesorten, allen voran aus Kamille hergestellter Tee zunehmend auf der Skala der Faktoren, die Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, ganz oben stehen, können Salben gegen Hämorrhoiden langfristig zu einer Verdünnung der Haut führen, die die Problematik gleichermassen intensiviert.

Kosmetika wie Concealer haben sich in erster Linie als rasche Lösung für die durch die Augenringe hervorgerufene kosmetische Herausforderung bewährt.

Weitere Massnahmen, die einem Grossteil der Betroffenen sicherlich bereits bekannt sind, finden Sie in der nun folgenden kurzen Zusammenfassung. Ob diese im Einzelfall tatsächlich erfolgreich sind, lässt sich nur durch die gezielte Anwendung feststellen.

  • Achten Sie auf eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr und trinken Sie möglichst viel Wasser, um die Durchblutung zu fördern und auf diesem Wege auch eine besonders dunkle Farbnuance der Gefässe zu vermeiden.
  • Da sich Kälte grundsätzlich positiv auf die Durchblutung auswirkt, empfiehlt es sich beispielsweise, einen im Eisfach gekühlten Esslöffel auf den Augenringen zu platzieren.
  • In Bezug auf den Konsum von Salz sollte ein gesundes Mittelmass erreicht werden, da sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig Beschwerden nach sich ziehen kann.
  • Experimentierfreudige können es mit Auflagen aus klassischen Gurkenscheiben, Eiweiss, Milch, sowie anderen Gemüse- und Obstsorten versorgen, da diese im Idealfall nicht nur Feuchtigkeit spenden, sondern die Haut ausserdem entspannen und stärken. Vorsicht geboten ist hier jedoch bei Allergikerinnen und Allergikern, da viele dieser einstmals aufgrund ihres Mangels an Nebenwirkungen angepriesenen Hausmittel wie bereits angedeutet zunehmend für Unverträglichkeitserscheinungen verantwortlich gemacht werden.
  • Eine sanfte Massage mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme wie Aloe Vera kann ebenfalls zu einer besseren Durchblutung beitragen.
  • Erfahrungsberichte bestätigen ausserdem, dass eine abendliche leichte Massage mit Rizinusöl dafür sorgt, dass die lästigen Augenringe am nächsten Morgen wie auf magische Weise verschwunden sind. Allerdings ist an dieser Stelle darauf zu verweisen, dass es hierfür noch keine wissenschaftlichen Belege gibt.

Essentielles zu Verhaltensweisen, Risiken, Arztbesuch etc.

Sie gehören zu den Betroffenen, die unter den unangenehmen Schattierungen in Augenregion leiden?

Dann können Sie selbst an einer Linderung der Beschwerden mitwirken, indem Sie alles daran setzen, Ihre Durchblutung zu fördern, sei es nun durch regelmässigen Sport, viel Bewegung an der frischen Luft, gezielte Massagen, entspannende Atemtechniken oder ein optimales Zusammenspiel dieser für Ihre Gesundheit unverzichtbaren Elemente.

Ein weiterer wesentlicher Schritt besteht darin, auf Angewohnheiten und kleine Laster, die nachweislich Augenringe verursachen können, zu verzichten und stattdessen eine grundlegend gesunde Lebens- und Ernährungsweise praktizieren.

In Bezug auf die Konsultation eines Arztes gibt es hier keine Pauschalregel.

Grundsätzlich empfiehlt sich natürlich immer die Abklärung durch einen Mediziner, wenn Sie sich aufgrund gesundheitlicher Beschwerden unsicher sind. Bei Augenringen verhält sich dies nicht anders. 

Zwar handelt es sich hier zumeist um ein erblich bedingtes Symptom ohne jeglichen Krankheitswert, jedoch vermag nur die ärztliche Untersuchung absolute Gewissheit zu bringen.

Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Beschwerden länger anhalten und nicht, wie beispielsweise nach einer schlaflosen Nacht rasch von selbst wieder verschwinden. 

Kommt es zudem zu weiteren gesundheitlichen Beschwerden, so sollten Sie sich unbedingt baldmöglichst an den Arzt Ihres Vertrauens wenden. Nur so können eventuelle ernste Grunderkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Wünschen Sie weitere Informationen, Ratschläge & Tipps rund um das Thema „Augenringe“, so zögern Sie nicht, sondern kontaktieren Sie Ihren kompetenten Augenarzt in Opfikon. 

Augenarzt Dr. Nagy Autor

Autor:
Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Ophthalmologie, FMH, FEBO

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