Endophthalmitis-Behandlung

Eine Endophthalmitis stellt eine Infektion im Augeninneren dar, dessen Ursache vielfältig sein kann. Diese Krankheit ist an sich sehr selten, aber dessen Auswirkungen können schwerwiegende Auswirkungen haben. In schwerwiegenden Fällen könnte das betroffene Auge sogar entfernt werden.

Was ist eine Endophthalmitis?

Eine Endophthalmitis stellt eine mikrobielle Entzündung dar, welche sich am Glaskörper befindet und dessen umgebene Strukturen betreffen können. Diese Infektion zeigt sich durch massive Schmerzen, wodurch es auch zu einer Einschränkung der Sehkraft kommen kann.

Die entzündliche Reaktion basiert auf den Befall des Auges durch Pilze, Parasiten, Bakterien und Viren, diese sind auch die potenziellen Erreger. Die häufigsten Mikroorganismen stellen aber Bakterien dar, welche auf unterschiedliche Arten in das Auge gelangen können, wobei das wesentliche Problem aber die schnelle Ausbreitung der Infektion darstellt.

Der Glaskörper besitzt so gut wie keine Zellen, dadurch kommt es zu einer sehr eingeschränkten Abwehrreaktion im betreffenden Teil des Auges, wodurch sich entsprechend schnell eine Entzündung ausbreiten kann. Dies greift die Augen empfindlich an und kann schwerwiegende Konsequenzen mit sich führen.

Welche Ursachen hat eine Endophthalmitis?

Die Mikroorganismen, welche zu einer Infektion im Augeninneren führen können, gelangen über zwei Arten in das Auge. Wie diese in das Auge gedrungen sind, kann nur schwer im Nachhinein festgestellt werden.

Endogen (von innen)

Wenn der Körper bereits unter einer systemischen Infektion leidet, wie im Falle einer Sepsis (Blutvergiftung), dann kann es zu einem endogenen Auslöser (von innen) kommen. Die erwähnte Sepsis wäre sogar eine lebensbedrohliche Erkrankung.

Die endogene Ursache ist jedoch selten der Fall und kommt für gewöhnlich nur bei Pateinten vor, welche unter einer Immunschwäche leiden, so in etwa durch eine AIDS-Erkrankung.

Exogen (von aussen)

Am häufigsten kommt es aufgrund einer perforierenden Verletzung des Auges dazu, dass Mikroorganismen von aussen in das Auge gelangen, z. B. infolge einer Verletzung durch einen Fremdkörper. Eine andere Möglichkeit wäre aber auch, dass dies im Rahmen einer Operation entsteht, so zum Beispiel beim Grauer Star (Kataraktoperation), dies ist aber äusserst selten. Die Ursache könnte genauso aber auch eine durchbrochene Entzündung der Hornhaut sein.

Symptome der Erkrankung

In 90 Prozent der Fälle kommt es bei der Endophthalmitis zu sehr extremen Schmerzen, welche von Patienten als dumpf beschrieben werden und vor allem bei Augenbewegungen entstehen. Zugleich kann es zu einer Verschlechterung des Sehens kommen, welche einhergeht mit einer verstärkten Lichtempfindlichkeit.

Das Auge ist ausserdem stark gerötet wegen den begleitenden Entzündungen der Bindehaut. Das Augenlid des betroffenen Auges schwillt durch das Austreten von Flüssigkeit in das Lidgewebe an. Zudem schwillt auch die Hornhaut an und erscheint dadurch milchig-getrübt, wobei zusätzlich Halos erscheinen, das sind Lichtquellen, welche kreisförmig wahrgenommen werden.

Im weiteren Verlauf einer Endophthalmitis kommt es außerdem zu einer Kammerwasser-Trübung, diese zeigt eine Vermehrung von Proteinen und Entzündungszellen, welche für die Trübung verantwortlich sind. Die Pupillen erscheinen im Gegenlicht weisslich und der Glaskörper erscheint ebenfalls getrübt.

In 10 Prozent der Fälle haben Patienten keine Augenschmerzen.

Wie erfolgt die Diagnose bei Endophthalmitis?

Patienten haben erhebliche Schmerzen in Verbindung mit einer starken Rötung des Auges, diese sollten dann auch umgehend bei einem Arzt vorstellig werden. Im Bereich der vorderen Augenkammer kommt es häufig auch zu einer Eiterbildung (Hypopyon).

Der Augapfel selbst wird zunehmend druckempfindlicher und schmerzt. Damit eine Diagnose in Bezug auf Endophthalmitis gestellt werden kann, geschieht zuerst eine Untersuchung des Augenhintergrundes mit der Spaltlampe.

Damit es zu einer Beurteilung kommen kann, wird zur genaueren Abklärung Ultraschall verwendet. Zusätzlich muss auch der Erreger bestimmt werden, damit die Behandlung auch abgestimmt werden kann. Der Nachweis über den Erreger kann über das Kammerwasser erbracht werden oder über den Glaskörper.

Klinische Zeichen, darunter die Trübungen des Glaskörpers, Netzhauteinblutungen, weissliche Spiegelbildung oder Ödeme, können einen weiteren Aufschluss darüber geben und Informationen über eine vorliegende Endophthalmitis erbringen.

Für den behandelnden Augenarzt ist in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, wie es möglicherweise zur Erkrankung gekommen ist. Die Krankengeschichte wird gezielt abgefragt, so zum Beispiel, ob eine Augenverletzung vorlag oder ein chirurgischer Eingriff am Auge in der Vergangenheit vollzogen wurde.

Wie geschieht eine Behandlung einer Endophthalmitis?

Die Behandlungsmethoden einer Endophthalmitis sind vielfältig, jedoch ist zuerst wichtig, dass es schnell zu einer entsprechenden Therapie kommt. Je mehr Zeit zwischen Anfang der Infektion bis zur Therapie vergeht, desto schlechter ist die Prognose und die Heilung kann sehr problematischer werden. Sollte die Erkrankung zu lange unbehandelt bleiben, dann wird die Entzündung durch ein rasches Ausbreiten sehr schnell das Auge lebenslänglich schädigen.

Selbst der Verlust der Sehkraft ist bei einer Endophthalmitis möglich – sogar unter hoher Wahrscheinlichkeit, wenn die Behandlung zu spät oder gar nicht erfolgt. Durch die Schädigungen muss das Auge in der Regel dann auch entnommen werden.

Zur gezielten Behandlung werden geeignete Breitband-Antibiotika eingesetzt, dieser Wirkstoff ist auf die Erreger abgestimmt, welche das Auge befallen haben. Das Mittel wird dafür in den Glaskörper injiziert, dies unter einer hohen Konzentration des Antibiotikums. Aktuelle Leitlinien schreiben die Verabreichung von zwei Breitband-Antibiotika in den Glaskörper gleichzeitig vor.

Zusätzlich ist die Gabe von Glukokortikoiden denkbar, sofern keine Pilzinfektion vorliegt. Diese helfen unterstützend bei der Hemmung der Aktivierung von entzündlichen Zellen.

In schweren Fällen kommt es möglicherweise auch zu einer Vitrektomie, dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei welchem der stark geschädigte Glaskörper entfernt wird.

Kann die Erkrankung vorgebeugt werden?

Einer Infektion kann vorgebeugt werden, aber dafür ist ein umsichtiges Verhalten notwendig, welches dadurch zu einer Verringerung der Risiken führt. Sollte eine Infektion vermutet werden, nachdem eine Operation am Auge geschehen ist, dann sollte bei frühen Anzeichen der Arzt aufgesucht werden.

Abwarten ist in dieser Situation eine völlig falsche Vorgehensweise, denn die kleine Rötung wird womöglich zunehmen und auch die Schmerzen werden nicht einfach so vergehen. Das Abklären der Symptome ist in einem sehr frühen Zeitraum notwendig.

Sollte sich der Verdacht auf eine Entzündung des Augeninneren erhärten, dann handelt es sich um einen Notfall, welcher umgehend behandelt werden sollte.

Quellen