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Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Altersbedingte-Makuladegeneration

Einführung

In den Industriestaaten kommt es ab dem 50. Lebensjahr immer häufiger zur Erblindung, dies liegt an der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Dies kann wiederum in zwei Formen unterteilt werden: trockene Form und feuchte Form.

Die trockene altersbedingte Makuladegeneration macht bis zu 90 Prozent der Fälle aus, während die feuchte AMD fünf bis zehn Prozent der Fälle ausmacht, dieser Krankheitsverlauf zeigt sich wesentlich langsamer, führt jedoch unbehandelt dann auch zur Erblindung.

In einem solchen Fall ist von einer zentralen Erblindung die Rede, denn die Netzhautperipherie bleibt bei dieser Erkrankung nicht betroffen. Bei Formen sind nach aktuellem Stand der Medizin unheilbar.

Eine Behandlungsmethode gibt es lediglich bei der feuchten Form, dies geschieht durch intravitrealen Injektionen, dadurch wird die Erkrankung verlangsamt oder sogar gestoppt. Gegen die trockene Form gibt es leider noch nichts.

Es ist sehr wichtig, dass regelmässige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt stattfinden, damit die Erkrankung, vor allem die feuchte Form rechtzeitig erkannt wird.

Was ist die Makula?

Bei einer Makula handelt es sich um das Zentrum der Netzhaut, welche auch als Netzhautmitte bezeichnet wird. Die Makula ist ein gelber Fleck und die Stelle des schärfsten Sehens, denn an diesem Ort befinden sich die farbempfindlichen Sinneszellen (Zapfen) der Netzhaut.

Im Zentrum der Makula liegt auch die Fovea (Makulagrube), welche über das grösste Auflösungsvermögen der Netzhaut verfügt. Bei einfallenden Lichtstrahlen wird von der Hornhaut und der Augenlinse auf die Makula fokussiert, dadurch entsteht das scharfe Sehen.

Welche Ursachen hat eine altersbedingte Makuladegeneration?

Die Ursachen für eine altersbedingte Makuladegeneration sind vielfältig, hierbei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, so eben auch die Alterung. Im Alter nimmt die Erholungsfähigkeit des retinalen Pigmentepithels (Untergrund der neurosensorischen Netzhaut) ab – die Stoffwechselprodukte lagern sich in der Netzhaut ab.

Durch diese Veränderung kommt es folglich zu einer Schädigung der Sinneszellen (auch Fotorezeptoren genannt), wodurch ein degenerativer Prozess einsetzt. Neben der Alterung gibt es auch verschiedene Risikofaktoren, welche eine Rolle spielen:

  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Herz- und/oder Gefässerkrankungen
  • Weitsichtigkeit
  • Helle Irisfarbe
  • Genetische Veranlagung
  • Viel Sonnenlicht
  • Unausgewogene und fettreiche Ernährung
  • Familiäre Belastung
  • Rauchen

Zu beobachten ist ausserdem, dass Menschen mit weisser Hautfarbe und Frauen häufiger von dieser Erkrankung betroffen sind.

Welche Symptome zeigt eine AMD?

In einer frühen Phase zeigen die Patienten keine Beschwerden, jedoch ist die Erkrankung für einen Augenarzt bereits sichtbar. Der Augenarzt kann milde Veränderungen in der Makula feststellen (trockene AMD). Der Krankheitsverlauf zeigt sich dadurch, dass die Sehschärfe abnimmt und das Kontrastempfinden beeinträchtigt ist. Das Farbsehen und die Anpassung an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse werden ebenfalls beeinträchtigt.

Ein zentraler Gesichtsfeldausfall kann zusätzlich auftreten und sich in Laufe der Zeit vergrössern, dies sorgt dann bei der feuchten Form für ein verzerrtes Sehen (Metamorphopsie). Bei geraden Linien wird das Sehen verzogen wahrgenommen.

Die Stadien einer AMD und (mögliche) Therapien

Die altersbedingte Makulaerkrankung kann in verschiedene Phasen beziehungsweise Stadien unterteilt werden, wobei es ein neues Klassifikationsschema gibt, und zwar von der Beckman Initative. Dies sieht folgendermassen aus:

  • Keine AMD (AREDS 1): Kleine Drusen, keine Pigmentveränderungen und zweites Auge im selben Zustand wie das erste Auge.
  • Frühe AMD: Kleine oder intermediäre Drusen, mit möglicher Pigmentepithelveränderungen, die mit AMD einhergehen.
  • Mittlere AMD: Grosse Drusen und/oder weiche unscharf oder scharf begrenzte Drusen mit einem grösseren Areal mit Anzeichen einer Unterversorgung um das Sehzentrum herum.
  • Fortgeschrittene AMD: Grossflächige Unterversorgung, von welcher auch das Sehzentrum (Makula) betroffen ist, hierdurch haben sich krankhafte Blutgefässe gebildet.

In der frühen und mittleren Form der AMD ist von einer trockenen AMD die Rede, während die fortgeschrittene Form bereits als feuchte AMD bezeichnet wird. Laut Untersuchungen ist jeder Zweite Betroffene dafür gefährdet, dass sich aus einer frühen und mittleren Phase, die fortgeschrittene Phase entwickelt, sofern der Prozess nicht verlangsamt oder gestoppt wird.

Feuchte AMD hat einen aggressiven Krankheitsverlauf

Die feuchte Form ist zugleich seltener und aggressiver, welche unter der Klassifikation „fortgeschrittene AMD“ fällt. Diese Form ist eine chronische Erkrankung, welche bald auch das Sehvermögen drastisch reduziert. Etwa 50 Prozent der Altersblindheit Fälle ist hierauf zurückzuführen.

Die Erkrankung sorgt für ein unkontrolliertes Gefässwachstum unter der Makula, wobei ein Blut- und Flüssigkeitsverlust entsteht. Weil Flüssigkeit austritt, schwillt die Netzhaut an und die durchaus empfindlichen Sinneszellen werden geschädigt. Durch die austretende Flüssigkeit nennt sich die Erkrankung auch „feuchte AMD“.

In vielen Fällen kommt es obendrein auch noch zu Blutungen im Bereich der Netzhaut oder auch zu Fettablagerungen, welche am Ende eine umschriebene Narbe im Bereich der Makula ausbilden, welche die Sehfähigkeit in Folge deutlich beeinträchtigt.

Die Chancen auf eine weiterhin gute Sehkraft lässt sich nur dann ermöglichen, wenn frühzeitig eine Diagnose gestellt wird und früh mit einer Medikamenteninjektion begonnen wird. Die Diagnostik muss mit einem hochauflösenden OCT erfolgen.

Kann die (chronische) Erkrankung vorgebeugt werden?

Auf dem Markt finden sich antioxidative Nahrungsergänzungsmittel, diese wurden im Zusammenhang mit AMD untersucht, und zwar innerhalb der ARED-Studien. Allerdings konnte kein Nachweis ermittelt werden, wodurch Supplements diese Erkrankung vorgebeugt haben könnten.

Um AMD-Vorsorge zu betreiben, sollte unbedingt auf das Rauchen verzichtet werden, denn dies ist ein Hochrisikofaktor, welcher auch wissenschaftlich bestätigt wurde. Zudem sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, denn dies senkt das Risiko zusätzlich.

Festgestellt wurde innerhalb der AREDS-Studien aber, dass gewisse Nahrungsergänzungsmittel in Kategorie 3 und 4 helfen könnten, um die Erkrankung zu verlangsamen. Laut der AREDS-Studie wären dies:

  • Vitamin C (500mg)
  • Vitamin E (400 IE)
  • Zink (25mg)
  • Kupfer (2mg)
  • Lutein (10mg/Zeaxanthin 2mg)

Fazit zur altersbedingten Makuladegeneration

Die Die altersbedingte Makuladegeneration hat Auswirkungen auf die Lebensqualität eines jeden Patienten, jedoch kann noch viel gerettet werden, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird und regelmässig kontrolliert wird.

Die trockene Makuladegeneration schreitet nur langsam voran und kann über einen längeren Zeitraum auch stabil in einer Phase verbleiben. Die feuchte Form dagegen muss sofort behandelt werden, um die Sehschärfte gewährleisten zu können.

Sollte die feuchte Makuladegeneration nicht behandelt werden, dann führt dies unweigerlich zu einer Erblindung. Unser Augenarzt in Zürich Opfikon kennt sich mit der AMD bestens aus und kann Ihnen helfen, diese Erkrankung zu behandeln. Wir verfügen über eine Online-Terminvereinbarung. So können wir uns persönlich über ihre Symptome im Lux Augenzentrum sprechen.

Quellen

  • Timothy L Jackson: Moorfields Manual of Ophthalmology, third edition, Seite 509-517.
  • Nika Bagheri, Brynn N. Wajda: The Wills Eye Manual, 7th edition, Seite 307-311.
  • Brad Bowling: KANSKIs Klinische Ophthalmologie, 8. Auflage, Seite 589-603.
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Makuladegeneration