Kontaktlinsen-Unverträglichkeit: wenn die Linsen Beschwerden verursachen

Kontaktlinsenunverträglichkeit

Brennen und jucken Ihre Augen nach dem Einsetzen Ihrer Kontaktlinsen? Treiben diese Beschwerden Sie in den Wahnsinn und wissen Sie nicht mehr, wass Sie dagegen tun können? Wir zeigen Ihnen, wie Sie dieses Problem beheben können!

Wann spricht man von Kontaktlinsenunverträglichkeit?

Neben der Brille sind die Kontaktlinsen die zweite Sehhilfeoption. Sehr viele Menschen wollen die Brille nicht tragen und bevorzugen die Kontaktlinsen aus mehreren Gründen. Diejenige die viel Sport treiben, sind auf Kontaktlinsen angewiesen. 

Die Kontaktlinsen korrigieren alle Fehlischtigkeitsformen (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Alterssichtigkeit). Bei gewissen Hornhauterkrankungen (wie zum Beispiel beim Keratokonus) kann mit den Kontaktlinsen eine bessere Sehschärfe erreicht werden, als mit der Brille.

Leider können nicht alle Patienten das Tragen der Kontaktlinsen immer geniessen. Bei einigen Kontaktlinsenträgern entzünden sich die Augen, sie fühlen sich müde an, die Augen brennen und tränen und ein Sekret erscheint im Bindehautsack. Die Augen können noch jucken und die Betroffenen können Fremdkörpergefühl in den Augen haben. Diese Beschwerden können auf eine Kontaktlinsenunverträglichkeit hinweisen.

Die Situation kann sich dermassen verschlechtern, dass die Betroffenen die Kontaktlinsen gar nicht mehr tragen können. Gleich nach dem Einsetzten der Kontaktlinsen treten starke Beschwerden auf (Brennen, Jucken, Fremdkörpergefühl, Tränenträufeln).

Kontaktlinsen-Unverträglichkeit erschwert das Leben von vielen Kontaktlinsenträgern. Augenärzte und Optiker werden wegen diesem Problem sehr häufig aufgesucht.

Was sind die Ursachen?

Es gibt sehr viele Faktoren, welche eine Kontaktlinsenunverträglichkeit bei Kontaktlinsenträger auslösen können. Manchmal stehen mehrere Gründe im Hintergrund. Dazu gehören:

  • Pflegemittel
  • lange Bildschirmarbeit
  • Veränderung der Zusammensetzung des Tränenfilmes
  • zu lange Tragezeiten
  • Medikamente (Beta-Blocker, Antidepressiva)
  • Allergien
  • hormonelle Schwankungen (Schwangerschaft, Wechseljahre, gewisse Krankheiten)
  • Ablagerungen auf den Kontaktlinsen
  • zu fest sitzende Kontaktlinse
  • niedrige Sauerstoffversorgung des Auges
  • Riesenpappilenkonjunktivitis (Gigantopapilläre Konjunktivitis)
Einsetzen der Kontaktlinse

In den nächsten Abschnitten werden wir Ihnen die Lösungen zeigen.

Wechsel des Pflegemittels

Die Ursache der Kontaktlinsenunverträglichkeit ist in vielen Fällen das Pflegemittel. Diese enthalten Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Konservierungsstoffe, welche die Augen irritieren. Die beliebten Kombilösungen verursachen nicht selten Augenreizungen und schlussendlich Kontaktlinsenunverträglichkeit. 

Deswegen ist es empfohlen, statt Kombilösungen Peroxidlösungen zu benutzen. Diese Peroxidlösungen desinfizieren und reinigen viel tiefer und gründlicher als die herkömmlichen Kombilösungen. 

Wenn Sie die oben genannten Symptome haben, können Sie als erster Schritt das Pflegemittel wechseln.

Weitere Ursachen und Lösungen

Nach der Reinigung der Kontaktlinsen können Eiweiss- und Lipidrückstände auf den Linsen bleiben. Diese können die Hornhaut reizen. Diese Ablagerungen können mit Proteinentfernungstabletten entfernt werden.

Kontaktlinsenunverträglichkeit bedeutet nicht, dass die Betroffenen die Linsen nie wieder benutzen können. Manchmal muss man eine mehrwöchige Kontaktlinsenpause einlegen, damit sich die Augenoberfläche erholen kann.

Zu fest sitzende Kontaktlinsen können mechanische Verletzungen auf der Hornhaut verursachen und die Sauerstoffversorgung der Augen verringern. Ihr Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialist kann Ihnen bei der Spaltlampneuntersuchung genau sagen, wie sich Ihre Linsen verhalten.

Trockene Augen werden durch das Tragen von Kontaktlinsen noch trockener. Wer chronisch trockene Augen hat oder viel vor dem Computer sitz, soll künstliche Tränen regelmässig nehmen. Die künstlichen Tränen sorgen für eine bessere Benetzung der Augenoberfläche unter den Kontaktlinsen.

Die meisten modernen Kontaktlinsen werden aus Silikohydrogel und Hydrogel hergestellt. Diese Materialien sind in der Regel sehr gut veträglich, aber die Kontaktlinsen bleiben immer ein Fremdkörper für die Augenoberfläche. In gewissen Fällen ein Markenwechsel kann das Problem beheben.

Wenn man mehrere weiche Kontaktlinsentypen ausprobiert hat und die neuen Marken keine Besserung der Beschwerden gebracht haben dann kann man auf formstabile (harte) Linsen umsteigen. Diese sind am Anfang nicht so angenehm wie die weichen Linsen, aber sie gewährleisten eine deutlich bessere Sauerstoffversorgung der Augen.

Der Wechsel von Monatslinsen auf Tageslinsen kann in gewissen Fällen die Lösung sein. Die Tageslinsen können am Ende des Tages entsorgt werden und die Probleme mit Ablagerungen werden nie auftauchen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen müssen bei Beschwerden reduziert werden. Eigentlich gilt die folgende Regel: je kürzer man die Linsen trägt, desto besser können sich die Augen regenerieren.

Wenn alle Massnahmen versagen und der Patient die Brille nicht akzeptieren kann, können die Augen gelasert oder die Kontaktlinsen implantiert werden. Bei älteren Patienten, die nicht mehr akkommodieren (Scharfstellen des Bildes in die Nähe) können, kann eine Clear Lens Exchange durchgeführt werden.

Spezialfälle: Bindehautdegenerationen

Ein Lidspaltenfleck (Pinguecula) ist eine harmlose, weissgelbliche, erhabene Veränderung in der Bindehaut. Beim Vorliegen eines Lidspaltenflecks muss darauf geachtet werden, dass die Kante der Kontaktlinse den Lidspaltenfleck nicht irritiert.

Ein Flügelfell (Pterygium) kann grössere Probleme hervorrufen, da diese Bindehautdegeneration breiter und deutlich erhabener ist, als der Lidspaltenfleck. Wenn der Flügelfell das Tragen der Kontaktlinsen erschwert oder das Auge sich immer wieder entzündet, muss der Flügelfell operativ entfernt werden.

Riesenpapillenkonjunktivitis

Die Riesenpapillenkonjunktivitis (gigantopapilläre Konjunktivitis) entsteht bei Kontaktlinsenträgern, die mehrere Monate oder Jahre lang nie Probleme mit den Linsen hatten. Die Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt, es wird angenommen, dass ein immunologischer Vorgang die Erkrankung auslöst.  

Bei dieser Erkrankung erscheinen sogenannte Riesenpapillen auf der oberen tarsalen Bindehaut (unter den Oberlidern). Diese Papillen sind pflastersteinartige Wucherungen/Warzen. Um die Papillen sammelt sich ein zähflüssiges Sekret.

Patienten mit Riesenpapillenkonjunktivitis haben starken Juckreiz, Augenbrennen, Tränenträufeln und sie können die Kontaktlinsen nicht mehr tragen.

Die Behandlung ist eine längere Kontaktlinsenpause und die Verwendung von Augentropfen, die Mastzellstabilisatoren und Chromoglycinsäure enthalten. In hartnäckigen Fällen werden kortisonhaltige Augentropfen eingesetzt. Die chirurgische Entfernung der Papillen erfolgt nur im Extremfall.

Zusammenfassung der Kontaktlinsenunverträglichkeit

Die Kontaktlinsenunverträglichkeit peinigt viele Kontaktlinsenträger. Die Ursachen sind vielfältig und man muss bereit sein mehrere Sachen zu wechseln. 

Bei vielen Patienten führt der Wechsel des Pflegemittels auf Peroxidlösungen zum Erfolg. Wenn dies nicht hilft, müssen die oben erwähnten Lösungsvorschläge umgesetzt werden.

Wenn Sie das Gefühl haben, Sie haben die oben genannten Symptome beim Kontaktlinsentragen, können Sie sich gerne an unseren Augenarzt wenden.

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