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Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Retinale Migräne

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, welche meistens mit weiteren Symptomen wie Erbrechen, Übelkeit oder Bauchschmerzen entsteht. Es wird angenommen, dass die Migräne durch eine Kontraktion von Gefässen im Gehirn entstehen. Wenn Gefässe, welche die Sehrinde versorgen betroffen sind, dann kommt es zu Augenerscheinungen, welche umgangssprachlich auch „Aura“ bezeichnet werden. Diese machen sich wie folgt bemerkbar:

  • Gesichtsfeldausfall (Im Bereich des Gesichtsfeldes wird ein grauer Fleck gesehen)
  • Sehen von Lichtblitzen oder sehr grellen Farben
  • Bogenförmige und/oder flimmernde Flecken, die immer grösser werden (Flimmerskotom)

Unter der sogenannten „Aura“ wird vor allem das Flimmerskotom definiert und tritt in der Regel bei jedem 5. Migränepatienten auf. Dieses Symptom geht den Kopfschmerzen voraus und kündigt sozusagen die Kopfschmerzphase an, welche übrigens auch bis zu 24 Stunden anhalten könnte. Durch die „Aura“ kann es zusätzlich zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Schwindel
  • Sprachstörungen
  • Gefühlsstörungen
  • Geräusch- und Lichtempfindlichkeit

Sollten die Symptome länger als eine Stunde anhalten, dann könnte das auf eine ernste Ursache hinweisen. Wenn die Symptome länger bestehen oder immer wieder auftreten, dann ist es unbedingt notwendig, dass ein Arzt aufgesucht wird. Sie können beispielsweise unsere Praxis in diesem Fall zu den Geschäftszeiten unkompliziert kontaktieren.

Eine weitere Sonderform ist die Augen-Migräne (Retinale Migräne). Sie äußerst sind in der Regel durch ein kurzzeitiges Flimmern, welches für gewöhnlich auf einem Auge auftritt und nur wenige Sekunden oder Minuten anhält. Die Besonderheit dabei ist, dass keine Kopfschmerzen auftreten.

Wodurch entsteht Migräne?

Noch immer ist ungeklärt, wodurch Migräne tatsächlich resultiert. In Diskussion stehen, ob es genetische Faktoren dafür gibt, denn Migränepatienten geben die Beschwerden häufig auch an ihre Kinder weiter. Zu beobachten ist jedoch, dass eine Migräneattacke meistens nicht „einfach so“ entsteht, sondern durch Triggerfaktoren. Das könnte zum Beispiel folgendes sein:

  • Schlafmangel
  • Stress
  • Hormone
  • Lebensmittel

Es ist festzustellen, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer, dies ist wohl auf die Hormonumstellungen zurückzuführen. Bei den Lebensmitteln wurde erkannt, dass wohl alle Nahrungsmittel mit Botenstoffen wie Glutamat oder Tyramin eine Migräne triggern können, da diese im Gehirn wirken. Als Beispiel kann hier Schokolade, Rotwein oder auch Käse genannt werden. Übrigens könnte auch Alkohol einen großen Einfluss darauf haben, genauso wie Lichtreize.

Wer kann Migräne bekommen?

Die Migräneerkrankung entsteht zumeist in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter, wobei jedoch Frauen häufiger darunter leiden. Die Beschwerden werden jedoch leichter, wenn die Menopause (Wechseljahre) eingetroffen ist, denn da nimmt der Einfluss durch die Östrogene ab.

Wie kommt es zur Diagnose?

Die Erkrankung muss durch einen Neurologen überprüft werden, sollte es jedoch zu Symptomen kommen, welche die Augen betreffen (wie im Falle der retinalen Migräne), dann muss die Untersuchung durch einen Augenarzt erfolgen. Typische Symptome sind in diesem Falle das Sehen von Lichtblitzen oder ein Flimmern. Bei einer Untersuchung wird die Netzhaut geprüft mithilfe der Spaltlampe und es wird zeitgleich untersucht, ob es zu Ausfällen im Gesichtsfeld kommt oder ob bestimmte Bereiche nicht mehr im Sichtfeld sind.

Wie kann Migräne behandelt werden?

Die Kopfschmerzen können bei einer Migräne durch Aspirin oder Paracetamol behandelt werden, jedoch wirken sie in Härtefällen nicht. Ein Arzt kann daher sogenannte Triptane verschreiben, zusätzlich sollten sich Medikamente eingeholt werden, um zum Beispiel die starke Übelkeit zu reduzieren. Wer auf Medikamente verzichten möchte, könnte auf Koffein zurückgreifen, denn dies könnte Kopfschmerzen ebenfalls lindern.

Bei der Augenmigräne (retinale Migräne) ist keine Therapie nötig, sofern nur ein Flimmerskotom ohne Kopfschmerzen auftritt. Unterstützend kann aber Magnesium und Vitamin B12 eingenommen werden und zur Prophylaxe kann zusätzlich ein Beta-Blocker angewendet werden.

Die Beschwerden können aber auch gelindert werden, wenn sich in einer ruhigen und dunklen Umgebung aufgehalten wird. Ein kühles Tuch auf der Stirn und auf den Augen kann zusätzlich Linderung verschaffen. Alle Mittel, welche zur Entspannung beitragen, sind hilfreich.

Fazit zur (retinalen) Migräne

Die Migräne mit Augenerscheinungen ist normal, jedoch sollte ein Arzt kontaktiert werden, wenn die Migräne das erste Mal auftritt oder die Symptome und dessen Intensität sich verändert haben.

Insbesondere dann, wenn die Symptome sich erheblich verschlimmern, ist eine ärztliche Untersuchung unbedingt ratsam. Zu diesen zählen Gesichtsausfälle oder das Sehen von Lichtblitze, denn die deuten auf eine Durchblutungsstörung oder auf eine Netzhautablösung.

Solche Symptome treten als Vorbote eines Schlaganfalls auf, daher kann ein Augenarzt durch eine Untersuchung zügig ausschliessen, ob die Beschwerden mit einem Schlaganfall in Verbindung stehen.

Sollten Sie die beschriebenen Symptome haben, dann sollten Sie nicht dabei zögern, einen Arzt zu kontaktieren. Retinale Migräne kann zwar selbst nicht behandelt werden, jedoch könnten sie gelindert werden und mit einer gewissen Vorbeugung könnte die Häufigkeit einer Migräneattacke unter Umständen reduziert werden. Besuchen Sie gerne unsere Praxis für eine umfassende Beratung.

FAQ

Wie häufig kann Augenmigräne auftreten?

Es ist von Patient zu Patient unterschiedlich, wie häufig eine Augenmigräne auftreten kann. Die Migräneattacken könnten wegen Stress wöchentlich auftreten, jedoch gibt es genauso auch Fälle, welche nur einmal jährlich davon betroffen sind.

Was kann Augenflimmern auslösen?

Experten gehen davon aus, dass es wohl durch eine Verkrampfung der Blutgefässe dazu kommt, dies soll die visuellen Phänomene wie beispielsweise die Aura hervorrufen. Die Ursachen sind jedoch sehr unterschiedlich. Es könnte auch durch Überanstrengung der Augen, Stress oder durch Müdigkeit hierzu kommen.

Ist Augenflimmern gefährlich?

Das Augenflimmern ist störend, jedoch aber nicht gefährlich. Bei bedenken oder zusätzlichen Beschwerden sollte aber immer eine ärztliche Untersuchung in Betracht gezogen werden.

Was bedeuten „Zacken“ vor den Augen?

Die Zacken am Sichtfeldrand deuten auf eine typische Aura hin, welche durch eine Migräneattacke resultiert. Zusätzlich ist auch ein Flimmern gewöhnlich oder auch Kopfschmerzen.