Schlupflider (Dermatochalasis)

Schlupflider Dermatochalasis

Schlupflider (Dermatochalasis): mehr als nur eine kosmetische Herausforderung

Als Schlupflider werden erschlaffte, hängende Augenlider bezeichnet, die nicht nur ein optisches Problem darstellen, sondern auch die Sicht trüben können. Der Fachterminus für dieses als unästhetisch empfundene Phänomen lautet Dermatochalasis. 

Was es damit genau auf sich hat und welche Möglichkeiten der Linderung bzw. Behandlung es gibt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten, in denen Hintergründe und Erkenntnisse rund um das Thema Schlupflider im Fokus stehen.

Was sind Schlupflider? - Begriffsklärung & Abgrenzung zu ähnlichen Erscheinungsformen

Verliert die Haut in der empfindlichen Augenregion mit zunehmendem Alter an Spannkraft, so wird dies schnell in Form nur schwer zu verbergender Veränderungen ersichtlich. Im Fachjargon spricht man hier von einer sogenannten Dermatochalasis. 

Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet dies soviel wie „Nachlassen der Haut“, im Lateinischen „schlaffe Haut“. 

Die Ursache liegt dabei grösstenteils in altersbedingten Bindegewebsveränderungen, die sich wiederum in Form von Einbussen der allgemeinen Elastizität und Straffheit der Haut ausdrücken. Rein optisch führt dies dazu, dass die Betroffenen sichtbar gealtert erscheinen.

Treten Schlupflider bereits bei Kindern auf, so spricht man von einer sogenannten „Blepharochalasis“. Diese Form von Schlupflidern kommt auch bei jungen Frauen häufig vor. 

Worin die genauen Unterschiede zu einer Dermatochalasis liegen, soll an späterer Stelle etwas genauer erläutert werden.

Eine grundsätzliche Verwechslungsgefahr besteht ausserdem zwischen einer leicht ausgeprägten Variante von Schlupflidern sowie hängenden Augenlidern, die auch als Lidptose bezeichnet werden. 

Das dominierende unterscheidende Merkmal ist hier der mit Schlupflidern einhergehende deutliche Hautüberschuss. Für das Auftreten einer sogenannten Lidptosis bzw. hängender Augenlider werden in erster Linie neurologische Erkrankungen verantwortlich gemacht. 

Schlaganfall, Hirntumor sowie Entzündungen und Verletzungen des Nervensystems sind nur einige der Erkrankungen und Beschwerden, die hier zu einer unzureichenden Nervenversorgung der Augenmuskulatur und der daraus folgenden Entstehung sogenannter hängender Augenlider (Lidptosis) führen können.

Ursachen und begünstigende Faktoren

Ein Grossteil der Betroffenen, die unter Schlupflidern leiden, befinden sich in fortgeschrittenem Alter. Hier liegt die Ursache einfach an dem bereits erwähnten natürlichen Alterungsprozess der Haut, die zunehmend an Elastizität verliert und daher nur noch in grossen schlaffen Hautfalten nach unten strebt. 

Der Fachterminus für die zahlenmässig dominierende Variante altersbedingter Schlupflider lautet „Cutis laxa senilis“. Der Alterungsprozess der Haut kann bei jedem Menschen anders verlaufen. Grundsätzlich entscheidet Ihre DNA darüber, wann genau Ihre Haut zu altern beginnt. 

Von einem sogenannten „Cutis-laxa-Syndrom“ wiederum spricht man, wenn die Entstehung der Schlupflider auf vererbungsbedingte Krankheiten des Bindegewebes zurückgeführt wird.

Die bereits angesprochene Blepharochalasis hingegen bezeichnet das wiederkehrende Anschwellen der Oberlider, das unabhängig von einer Krankheit oder genetischen Ursachen auftreten kann.

Eine weitere Variante von Schlupflidern ist die sogenannte „Cutis laxa acquisita“. Zu den Leidtragenden zählen in erster Linie werdende Mütter, die während der Schwangerschaft Penicillamin eingenommen haben sowie Menschen, die unter einer Dermatitis bzw. entzündlichen Erkrankung der Haut leiden.

Zusammenfassende Anmerkungen zur Symptomatik

Schlupflider sind leicht an der Erschlaffung des Oberlides und dem Herabhängen der überschüssigen Haut der Oberlidfalte über den Lidrand hinweg erkennbar. In extremen Fällen reicht sie bis zum Unterlid herab. 

Betroffene haben je nach Ausprägung mit einem unangenehmen Druck sowie einer deutlichen Reduktion ihres Sichtfeldes zu kämpfen. In Abgrenzung zu dem sogenannten hängenden Augenlid, der Ptosis, senkt sich die Oberlidkante bei Schlupflidern nicht herab, sondern verbleibt auf normaler Höhe.

Eine vor allem von weiblichen Patienten gefürchtete Begleiterscheinung von Schlupflidern besteht in einer optischen Verkleinerung der Augen, die dem Gesicht rasch einen gelangweilten und mürrischen Ausdruck verleiht. 

Entsprechend gross ist der Wunsch, diesen Schönheitsmakel möglichst rasch und schmerzlos zu beheben.

Differenzierung zwischen männlichen und weiblichen Lidern

Wer die Oberlider von Mann und Frau etwas genauer in Augenschein nimmt, wird rasch gravierende Unterschiede feststellen. 

Gerade wenn es in diesem Bereich zu einem operativen Eingriff kommt, ist es wichtig, diese zu berücksichtigen, da sich sonst das Aussehen der Patientinnen bzw. Patienten bis zur Unkenntlichkeit verändern kann.

Der markanteste Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht in der Positionierung der Lidfurche. Während sich diese bei Frauen in einer Höhe von 8 bis 10 Millimetern über der oberen Lidkante befindet, liegt sie mit einer Höhe von 6 bis 8 Millimetern bei Männern deutlich tiefer. 

Dieses Faktum wiederum führt bei Letzteren zu einem vergleichsweise höheren Hautüberschuss, dem im Rahmen einer Operation Rechnung getragen wird, indem nur ein Teil davon abgetragen wird.

Ein in diesem Zusammenhang wichtiger Aspekt ist die Orientierung an älteren Fotos, die die Patienten vor der Entwicklung eines Schlupflides zeigen. 

Anhand dieser kann der Augenarzt bemessen, wieviel Hautüberschuss an den Oberlidern bereits in vergangenen Jahren charakteristisch für das Selbstbild des jeweiligen Betroffenen waren.

Untersuchung der Augenlider

Die wichtigsten Schritte zur eindeutigen Diagnosestellung

Bei der Diagnose von Schlupflidern spielt unter anderem die Unterscheidung zwischen den verschiedenen möglichen Formen eine grosse Rolle. 

Ausschlaggebend ist hier das Alter, in dem sich der Hautüberschuss manifestiert hat. Berücksichtigt werden dabei auch andere potentielle Auslöser wie beispielsweise allergische Reaktionen. 

Wird von einer Vererbung ausgegangen, so umfasst das Spektrum der Massnahmen, die einer genauen Bestimmung dienen, unter anderem die physische Untersuchung inklusive Familienanamnese sowie die diagnostische Bildgebung.

Eine besonders starke Ausprägung, die sich klar in einer herabhängenden Lidhaut äussert, kann von einem Augenarzt leicht als Schlupflid identifiziert werden. 

Im Rahmen einer sogenannten Differenzialdiagnose erfolgt eine eingehende Inspektion der Augenlider unter besonderer Berücksichtigung der Lidkantenpositionierung. 

Befindet sich diese im normalen Bereich, ist jedoch von Haut überdeckt, so ist dies ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es sich um eine Dermatochalasis handelt. Aufschluss über eventuell bereits bestehende Gesichtsfeldausfälle bringt die sogenannte Gesichtsfeldmessung.

In diesem Kontext ist anzuraten, dass Betroffene unmittelbar bei den ersten Anzeichen einer durch die Lidfehlstellung gestörten Sicht den Augenarzt aufsuchen. 

Denn passt sich das Auge erst einmal an die eingeschränkten Sichtverhältnisse an, so kann sich dies langfristig nachteilig auf die Sehkraft auswirken.

Exkurs: Dermatochalasis versus Blepharochalasis

Da auf den ersten Blick beide Arten der Lidfehlstellung eine ähnliche Symptomatik aufweisen, soll hier kurz auf die markanten Unterschiede eingegangen werden. 

Während die sogenannte Dermatochalasis wie bereits beschrieben zumeist als eine Begleiterscheinung des fortschreitenden Alterns und einem damit eng verbundenen Nachlassen der Hautelastizität gewertet wird, liegen die Ursachen einer sogenannten Blepharochalasis in erster Linie in einem idiopathischen Angioödem, das für ein Anschwellen der Oberlider sorgt. 

Dabei handelt es sich um ein eher selten auftretendes Phänomen, das in gewissen Abständen immer wiederkehrt und sowohl eines als auch mehrere Lider in Mitleidenschaft ziehen kann.

Im Gegensatz zu den Schlupflidern handelt es sich hier also um eine Oberlidschwellung und nicht um einen Hautüberschuss, der bis zum Auge herabhängt und dabei die Sicht versperrt.

Ein weiterer Unterschied ist das Alter. Denn während eine Dermatochalasis vor allem Menschen in fortgeschrittenem Alter heimsucht, kann eine Blepharochalasis bereits im Kindesalter beginnen und sich bis etwa zum mittleren Lebensalter fortsetzen. 

Für die letztgenannte Variante ausserdem charakteristisch ist die Tatsache, dass die Beschwerden mehrheitlich bei Frauen auftreten. 

Kommt es innerhalb mehrerer Jahre zu der beschriebenen Oberlidschwellung, so führt dies letztendlich zu einer Ausdünnung der Oberlidhaut, die daraufhin gleichermassen an Spannkraft und Stärke verliert und letztendlich die Entwicklung von Schlupflidern nach sich ziehen kann.

Diskussion verschiedener therapeutischer Massnahmen

Zählen Sie zu den Menschen, für die Schlupflider lediglich ein kosmetisches Problem darstellen, so werden Sie sich möglicherweise bereits mit potentiellen Lösungen beschäftigt haben. 

Vielleicht sind Sie dabei auch auf die im Netz kursierenden Gerüchte gestossen, diese ganz einfach mithilfe von Klebestreifen oder Schminke kaschieren zu können.

Die zu diesem Zweck erstellten Spezialklebestreifen können unter anderem im Internet erworben werden. Nach einer sorgfältigen Hautreinigung werden sie direkt in die Lidfalte geklebt und halten so die überschüssige Haut, die das Schlupflid erzeugt, nach oben, so dass das Auge wieder grösser erscheint.

Auch diverse Schminktipps sorgen für eine Öffnung der Augen und einen insgesamt wacheren und positiveren Ausdruck.

Als kurzfristige Massnahme können diese kleinen Tricks durchaus hilfreich sein. Jedoch ist zu erwarten, dass die Haut weiter an Elastizität einbüsst und es zu schwereren Ausprägungen kommt, die nicht nur das optische Erscheinungsbild, sondern auch die Sicht beeinträchtigen.

Wer sich also eine dauerhafte Lösung wünscht und/oder aufgrund der herunterhängenden Augenlider bereits unter einer verminderten Sicht leidet, wird sich über kurz oder lang für einen operativen Eingriff entscheiden müssen. 

Dieser hat die Straffung des betroffenen Lides zum Ziel, die wiederum für eine Aufhebung sämtlicher mit dem Schlupflid verbundener Einschränkungen sorgt.

Augenlidschminke bei Dermatochalasis

Die Operation: Blepharoplastik

Grundsätzlich ist diesem Absatz vorauszuschicken, dass Sie sich selbstverständlich wie vor jedem operativen Eingriff auch vor der sogenannten Lidstraffung sorgfältig von Ihrem Augenarzt über Themen wie Erfolgschancen, potentielle Konsequenzen etc. aufklären lassen sollten. 

Dabei empfiehlt es sich auch, sich über die tatsächliche Notwendigkeit einer Operation Gedanken zu machen. 

Handelt es sich beispielsweise nur um eine leichte Form von Schlupflidern und erwägen Sie eine Lidstraffung allein aus kosmetischen Gründen, so lohnt sich in jedem Fall eine klassische Kosten-Nutzen-Aufstellung unter Berücksichtigung jeglicher eventueller Risiken.

An dieser Stelle ist jedoch gleichermassen anzumerken, dass die Oberlidstraffung heute so fortschrittlich ist, dass negative Folgen eher die Ausnahme, denn die Regel sind. 

Entsprechend verwundert es sicherlich wenig, dass ein Grossteil der Betroffenen aus kosmetischen Gründen auf diese Massnahme zurückgreifen. Eine OP zur Aufhebung eines eingeschränkten Gesichtsfeldes kommt hingegen vergleichsweise selten vor.

Die sogenannte Blepharoplastik erfolgt zumeist unter örtlicher Betäubung, indem ein kleiner Einschnitt am Augenlid vorgenommmen wird.

Im Anschluss werden zusammen mit dem zuvor bestimmten Gewebe auch eventuelle Fettdepots entfernt. In einem letzten Schritt folgt die Straffung der Muskeln sowie der Verschluss der Wunde mittels einer winzigen, kaum erkennbaren Naht. 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Region über den Augen wirkt deutlich straffer, das Auge offener und das Schlupflid ist nicht mehr zu sehen.

Ein operativer Eingriff wird entweder auf Empfehlung des Augenarztes mit dem Ziel einer Optimierung des Gesichtsfeldes oder aber auf Patientenwunsch hin durchgeführt. 

In seltenen Fällen können Schlupflider neben einer Behinderung der Sicht weitere Komplikationen verursachen. Werden beispielsweise die Wimpern in Richtung Augenoberfläche gedrückt, so kann es rasch zu Irritationen und gelegentlich auch zu Entzündungen kommen.

In diesem Fall erweist sich die Blepharoplastik als einzig denkbare Lösung.

Die Prognose ist in den meisten Fällen sehr gut.

Komplikationen verhindern und den Heilungsprozess aktiv fördern können Sie, wenn Sie sich nach dem operativen Eingriff an die im Folgenden genannten Richtlinien halten:

  • Bis zu zwei Wochen nach der Augenoperation sollten Sie weder Sport treiben noch sich auf andere Weise körperlich verausgaben.
  • Da Alkohol zu einer Intensivierung von Lidschwellungen führen kann, ist unbedingt im Anschluss an die OP, im Idealfall jedoch generell auf dessen Konsum zu verzichten.
  • Auch der Besuch eines Solariums ist in den ersten Wochen nach dem Eingriff tabu.
  • Setzen Sie sich zudem nicht den direkten Sonnenstrahlen aus und tragen Sie prinzipiell eine qualitativ hochwertige Sonnenbrille, die Ihre Augen optimal zu schützen vermag.
  • Wenden Sie sich bei dem Auftreten von Beschwerden wie Schmerzen, Sehstörungen und Schwellungen umgehend an Ihren Augenarzt.
Blepharoplastik Oberlid

Vorbeugende Massnahmen

Schlupflider, die sich im klassischen Sinne in Form eines Hautüberschusses zeigen, lassen sich langfristig nur mithilfe einer Operation beseitigen.

Jedoch gibt es einige grundlegende Richtlinien, die den Augen und der umliegenden Haut gut tun und eine vorzeitige Hautalterung verhindern können.

  • An erster Stelle ist hier eine ausreichende tägliche Flüssigkeitszufuhr zu nennen. Mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag gelten als Richtwert, um die Elastizität der Haut zu erhalten und Erschlaffung und Faltenbildung vorzubeugen.
  • Verzichten Sie zudem weitestgehend auf den Konsum von Nikotin und Alkohol, da diese dem Körper Flüssigkeit entziehen und somit eine vorzeitige Hautalterung begünstigen können.
  • Eine optimale Entspannung und Regeneration Ihrer Haut erreichen Sie, wenn Sie Ihrem Körper zwischen 6 und 8 Stunden Schlaf gönnen. Auf diese Weise verhindern Sie ausserdem das Entstehen von unschönen Rändern und Schwellungen unter den Augen.
  • Ebenfalls unverzichtbar für eine straffe und frische Haut sowie eine gute Allgemeingesundheit sind regelmässige Bewegungseinheiten, die die Durchblutung fördern.

Zusammenfassung

Der Elastizitätsverlust der Oberlidhaut führt zu Schlupflidern (Dermatochalase). Diese sind nicht mit der Ptose zu verwechlsen, weil die Ptose das Herabhängen des Oberlides ist, das auf mechanische Ursachen oder Muskel- oder Nervenerkrankungen zurückzuführen ist.

Die Schlupflider müssen erst beim Auftreten von subjektiven Beschwerden (müde Augen, ständiges Stirnrunzeln, Schweregefühl in den Oberlidern) oder bei der Einschränkung des Gesichtsfeldes behandelt werden.

Wenn Sie bezüglich der Dermatochalasis eine Untersuchung und eine Beratung wünschen, können Sie gerne den Kontakt mit unserem Augenarzt im Lux Augenzentrum aufnehmen.

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