Tränensäcke entfernen mit oder ohne OP

Tränensäcke unter den Augen

Die wichtigsten Punkte unseres Beitrags:

  • Was sind Tränensäcke?
  • Ursachen
  • Symptome
  • Sie haben nichts mit Tränen zu tun
  • Entfernung der Tränensäcke ohne OP
  • Behandlung mit OP
  • Nachsorge

Was sind Tränensäcke?

Viele Menschen kennen das Problem: morgens nach dem Aufstehen erscheinen die Augen geschwollen. Das komplette Gesicht sieht müde aus. Die gute Nachricht: in der Regel liegt kein gesundheitliches Problem vor, wenn sich Tränensäcke an den -für sie charakteristischen Stellen- zeigen.

Weiterhin ist es auch wichtig, zwischen Tränensäcken und Augenringen zu unterscheiden. Auch wenn beide Phänomene im allgemeinen Sprachgebrauch gern durcheinander geworfen werden, gibt es hierbei klare Definitionen. 

Hierbei gilt, dass für Tränensäcke vor allem Ansammlungen von Flüssigkeiten und Fett verantwortlich sind. Somit entsteht die charakteristische Form eines „Säckchens“ unter dem betreffenden Auge.

Als „Augenringe“ werden hingegen die dunklen Verfärbungen bezeichnet, die sich ebenfalls unter dem Auge (manchmal auch etwas seitlich) zeigen und meist auf besonders dünne Haut in diesem Areal und sauerstoffarmes Blut zurückzuführen sind.

Welche Ursachen haben Tränensäcke?

In vielen Fällen ist der Hang zu Tränensäcken erblich bedingt. Eine entsprechende Veranlagung kann jedoch auch durch einen ungesunden oder stressigen Lebensstil dazu führen, dass die Tränensäcke sich öfter (und langwieriger) zeigen.

In der Regel sind es schlussendlich oft mehrere Faktoren, die dazu führen, dass dieses (meist) kosmetische Problem aktuell wird.

Mit Hinblick auf eine erbliche Ursache gilt es hierbei zu beachten, dass die Konsistenz des Bindegewebes entscheidet, ob ein Mensch unter Tränensäcken leidet bzw. in Zukunft leiden wird. 

Eng verbunden mit dem besagten Bindegewebe ist dann wiederum jedoch auch das Alter. Denn: altert die Haut, verliert auch das Gewebe an Elastizität.

Je nach Pflege und körperlichen Voraussetzungen kann es jedoch auch sein, dass ein Mensch bis an sein Lebensende von Tränensäcken verschont wird oder sich diese nur leicht zeigen. 

Wer hier selbst etwas dazu beitragen möchte, dass dieses „Schönheitsmakel“ möglichst lange auf sich warten lässt (oder überhaupt nicht erst entsteht), kann jedoch auch bis zu einem gewissen Grad vorbeugen, indem er vergleichsweise gesund lebt.

Der Genuss von allzu viel Alkohol oder das Rauchen sind nur zwei Faktoren, die dafür sorgen, dass Tränensäcke ab einem bestimmten Alter ein leichtes Spiel haben. 

Denn: das Bindegewebe zeigt sich, wenn es regelmässig und intensiv mit Nikotin und Alkohol konfrontiert wird, oft sehr empfindlich. Die Folge: es gibt nach. 

Wer dann noch zu wenig schläft und auch ansonsten einem stressigen Lebensstil nachgeht, verfügt über die „besten“ Voraussetzungen, irgendwann einmal von Tränensäcken betroffen zu sein.

Bevor mit der Behandlung von Tränensäcken begonnen wird, sollten jedoch definitiv auch körperliche Ursachen ausgeschlossen werden. 

Diese sind zwar vergleichsweise selten, können sich jedoch auch -gerade auf lange Sicht- zu einem Problem entwickeln, wenn sie nicht (oder zu spät) erkannt werden.

Vor allem Probleme im Bereich der Nieren oder des Herzens können hier verantwortlich sein.

 

Welche Symptome zeigen sich bei diesen Veränderungen?

Die Symptome von Tränensäcken lassen sich auch durch den Laien leicht erkennen. Wie der Name schon ein wenig vermuten lässt, kommt es bei den Betroffenen zur Bildung von Säcken unter den Augen.

Wie ausgeprägt diese ausfallen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. So kann es unter anderem durchaus vorkommen, dass ein Mensch sowohl unter Tränensäcken als auch unter Augenringen leidet. 

Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die besagten Augenringe sich unter anderem durch eine dunkle Farbe charakterisieren.

Klassische Tränensäcke unterscheiden sich jedoch farbtechnisch nicht von der „normalen“ Gesichtshaut, treten jedoch durch die charakteristische Form in Erscheinung.

Ganz wichtig: Tränensäcke haben nichts mit Tränen zu tun!

Eine Vermutung, die sicherlich naheliegen würde, sollte an dieser Stelle jedoch ausgeschlossen werden, denn: Tränensäcke haben nichts mit Tränen zu tun!

Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Begriff, der sich im Laufe der Jahre eingebürgert und sicherlich auch schon zur ein oder anderen Fehlinterpretation geführt hat.

Und: laut klinischer Definition verfügt JEDER Mensch über Tränensäcke, die für die Betroffenen nur dann relevant werden, wenn sie sich zeigen.

Um hier für ein wenig mehr Aufklärung zu sorgen, hilft ein Blick auf den Bereich der menschlichen Anatomie. Genaugenommen handelt es sich beim Tränensack nämlich um einen Bestandteil des Tränenapparats. 

Der Tränensack stellt einen Bereich des Tränennasengangs dar. Seine Aufgabe ist es unter anderem, die kleinen Tränenkanälchen und den Tränennasengang miteinander zu verbinden. Somit wird unter anderem sichergestellt, dass Flüssigkeit in den Bereich der Nasenhöhle transportiert werden kann.

Das optische (bzw. teilweise auch gesundheitliche) Problem „Tränensack“ verdankt seine Bezeichnung damit nicht der Tatsache, dass beim Weinen in diesem Bereich Tränen entlanglaufen würden. Vielmehr ist die Ursache des Namens eher medizinisch zu begründen.

Die Behandlung ohne OP

Eine weitere, gute Nachricht: um Tränensäcke zu entfernen, bedarf es nicht immer einer OP. Oftmals lassen sich die „Störenfriede“ auch mit weitaus schonenderen Mitteln behandeln. Doch wie sollte hier im ersten Schritt vorgegangen werden?

Erfahrungsgemäss sind es die folgenden Tipps die, mit ein wenig Geduld, zu einer deutlichen Verbesserung führen können. (Tipp: Oftmals lohnt es sich auch, Tränensäcken von Vornherein durch einen entsprechend gesunden Lebensstil vorzubeugen.)

  1. Das gesunde (und weitestgehend stressfreie) Leben

Ja, es mag sich nach einem von Omas Ratschlägen anhören, aber: ein gesunder Lebensstil kann dabei helfen, Tränensäcken nachhaltig vorzubeugen. 

Genaugenommen bedeutet dies, möglichst auf Nikotin und Alkohol zu verzichten, sich ausreichend zu bewegen und sich gesund zu ernähren. 

Schnell zeigt sich: nicht nur das Immunsystem profitiert von einem entsprechenden Lebensstil! Auch die Haut weiss entsprechende „Bemühungen“ zu schätzen.

 Auch wenn die meisten Menschen früher oder später ohnehin unter Tränensäcken leiden, kann dieser (fast schon) natürlichen Entwicklung so ein wenig vorgebeugt werden. 

Und: eine ausreichende Menge an Schlaf ist natürlich auch immer gut, um dem Körper eine ideale Dosis an Erholung zu gönnen.

  1. Die richtige Hautpflege

Unabhängig vom Alter sollte eine angepasste Hautpflege immer eine massgebliche Rolle spielen. Immerhin wird die Haut, als das grösste menschliche Organ, ohnehin jeden Tag besonderen Herausforderungen ausgesetzt.

Wer sich gegen Tränensäcke zur Wer setzen (oder diesen vorbeugen) möchte, sollte auf die speziellen Inhaltsstoffe in Cremes achten. Vor allem viel Feuchtigkeit, Q10 und Hyaluronsäure stellen hier wichtige Bestandteile dar.

  1. Kühlen, kühlen, kühlen

Hierbei handelt es sich um einen Tipp, der vor allem nach durchtanzten Nächten Gold wert sein kann: das Kühlen! Sinnvoll ist es hier, beispielsweise auf Gurkenscheiben oder entsprechende Kühlpads zurückzugreifen. 

Sollte es sich nicht um chronische Augenringe handeln, zeigt sich oft schon nach circa einer halben Stunde eine deutliche Verbesserung.

  1. Tränensäcke überschminken

Ein wichtiger Termin steht an und Tränensäcke drohen, den kompletten Look zu zerstören? Im „Notfall“ können Tränensäcke auch oft überschminkt werden. 

Falsch wäre es jedoch in jedem Fall, durch ein besonders „ausschweifendes Make Up“ von besagtem Störenfried ablenken zu wollen. 

Stattdessen kann es sich hier lohnen, auf „Kleinigkeiten“, wie einen Concealer (natürlich angelehnt an die jeweilige Hautfarbe und ein wenig heller) zu setzen. 

Smokey Eyes und Co. lenken jedoch den Fokus noch mehr auf die entsprechende „Problemzone“. Deutlich effektiver: der angesagte Nude-Look.

Die Behandlung mit OP

Sollten die oben erwähnten Tipps keine bzw. nicht die gewünschte Wirkung zeigen, kann es sein, dass eine OP das Mittel der Wahl darstellt. 

Das Prinzip, welches sich hinter dem Eingriff verbirgt, ist einfach und vergleichsweise schnell erklärt: im Zuge der OP strafft der Arzt den (mehr oder weniger grossen) Hautüberschuss im Bereich des unteren Lides. 

Zudem kann das Fett, welches sich in diesem Bereich angesammelt hat, auch abgesaugt werden.

Im Laufe der Zeit haben sich zwei verschiedene Vorgehensmöglichkeiten bewährt. Neben der klassischen OP kann unter anderem auch auf die Lasertechnik zurückgegriffen werden. 

Vor allem bei der letztgenannten Variante handelt es sich um einen vergleichsweise schonenden Eingriff, der noch dazu keine Narben zurücklässt.

Einziger Nachteil: hierbei ist es möglich, dass die Tränensäcke in Zukunft wiederkommen und entsprechend erneut behandelt werden müssen.

Doch unabhängig davon, ob der Patient sich für eine OP oder die Laser-Variante entscheidet, wird der circa ein bis zweistündige Eingriff unter Vollnarkose ausgeführt.

Zudem ist mit einem Stationsaufenthalt von mindestens zwei Tagen zu rechnen.

Die Nachsorge

Wer sich für eine operative Entfernung seiner Tränensäcke entschieden hat, sollte sich unbedingt auch frühzeitig mit den Anforderungen an eine entsprechende Nachsorge vertraut machen.

Grundsätzlich gilt es hierbei, die folgenden Faktoren zu beachten…:

  1. Vermeiden Sie allzu intensive, körperliche Anstrengungen. (Sport ist circa anderthalb Monate nach der OP wieder „erlaubt“.)
  2. Verwenden Sie kein Make Up.
  3. Rötungen und Schwellungen wirken Sie am besten durch Kühlen entgegen.
  4. Lagern Sie den Kopf -am besten auch in der Nacht- vergleichsweise hoch.
  5. Versuchen Sie, auf langes Lesen und TV schauen -gerade in den ersten Tagen nach der OP- zu verzichten.

Nach einigen Tagen werden die Fäden gezogen. Die blauen Flecken, die sich nun im Bereich der Augen gebildet haben, verschwinden in der Regel auch vergleichsweise rasch (binnen zwei Wochen).

Die Narbe, die im Zuge der OP entstanden ist, sollte selbstverständlich auch auf besondere Weise gepflegt werden. In den meisten Fällen empfiehlt der Arzt hier eine Creme, welche sich unter anderem durch einen hohen Fettgehalt auszeichnet. 

Sie erzielen einen besonders guten Effekt, wenn Sie die besagte Creme nicht einfach nur auftragen, sondern stattdessen mit sanften Bewegungen einmassieren.

Zu guter Letzt gilt es unter anderem auch, mit Hinblick auf den Faktor „Sonne“ besonders vorsichtig zu sein. Als Grundregel gilt, dass die Narbe in den ersten sechs Monaten nach der OP nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden sollte. Das bedeutet: auch Solarien dürfen in dieser Zeit nicht besucht werden.

Weiterhin ist es natürlich -wie immer- wichtig, geduldig mit sich und seinem Körper zu sein und diesem ausreichend Zeit zur Heilung zu geben. 

Bis wirklich alle Spuren der besagten OP verheilt sind, können durchaus mehrere Monate vergehen. Bei oben erwähnten blauen Flecken und Co. handelt es sich jedoch in der Regel um rein kosmetische Probleme. 

Schmerzen im betroffenen Bereich zeigen sich -abgesehen vom normalen Abheilprozess in den ersten Tagen nach dem Eingriff- so gut wie nie.

Augenarzt Dr. Nagy Autor

Autor:
Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Ophthalmologie, FMH, FEBO

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