Pupillenstoerungen

Die Pupille und die Pupillenstörungen

Die Pupille ist eine zentrale Öffnung der Regenbogenhaut (Iris) und funktioniert wie eine Blende, denn die Regenbogenhaut reguliert den Lichteinfall in das Auge und auf die Netzhaut. Die Pupille verengt sich bei starker Helligkeit (Miosis) und weitet sich wiederum bei Dunkelheit (Mydriasis). Eine Pupille kann sich aber auch ändern, so zum Beispiel beim Betrachten von Gegenständen, hierdurch kommt es zu einer Tiefenschärfe (Konvergenzreaktion).

Die Pupillenweite ist bei beiden Augen stets synchron (Isokorie), sollte dies anders sein, dann liegt eine Pupillenstörung vor. Dies kann verschiedene Ursachen haben und auch durch neurologische Erkrankungen oder durch verschiedene Erkrankungen oder Entzündungen der Augen resultieren. Häufig ist dies auch eine Nachwirkung von Medikamenten- und Drogenmissbrauch, der sich auf die Funktionalität der Augen auswirkt und Störungen bei der Miosis oder Mydriasis verursacht.

Pupillenstörung durch das Horner-Syndrom

Das Horner-Syndrom kommt es zu einer Störung im Bereich eines Anteils des Sympathikus, dieses ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Hierdurch kann der Körper in Leistungs- und Alarmbereitschaft versetzt werden. Die Nervenzellen (Nervus sympathicus) liegen im gesamten Körper verteilt und dienen unteranderem auch zur Anregung des Auges.

Wie zeigt sich das Horner Syndrom?

Das Horner-Syndrom entsteht durch Gefässerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder auch durch Tumore. Die Betroffenen zeigen sogenannte Horner-Trias:

Möglicherweise entstehen weitere Symptome, dies ist von der jeweiligen Lokalisation abhängig. Im Bereich der Halswirbelsäule treten zusätzliche neurologische Symptome wie zum Beispiel Schluckstörungen auf, nicht selten kommt es auch zu Störungen bei den Augenbewegungen.

Bei einer Schilddrüsenerkrankung oder auch bei Lungen- und Brustkrebs oder bei Kopfschmerzerkrankungen (den sogenannten Cluster-Kopfschmerz) kann es ebenfalls zum Horner-Syndrom kommen.

Wie zeigt sich eine Pupillenstarre?

Von der Pupillenstarre ist dann die Rede, wenn die Pupillen nicht mehr auf Lichtreize reagieren oder sich die Pupillen kaum noch bei einem starkem Lichtreiz verengen. Das ist eine häufige Form der Pupillenstörung. Diese Störung der Pupille wird außerdem in drei verschiedene Formen unterteilt, hierfür gibt es unterschiedliche Ursachen.

Absolute Pupillenstarre

In einem solchen Zustand zeigt das betroffene Auge und damit auch die Pupille keine Reaktion mehr. Meistens liegt hierfür eine druckbedingte Schädigung vor bei dem zuständigen Nerv für die Augenmuskeln, der die Reaktion auslösen würde.

Reflektorische Pupillenstarre

Bei einem gesunden Auge kommt es bei entsprechender Beleuchtung zu einer Verengung der Pupille, hierbei zeigt das Partnerauge durch die indirekte Lichtquelle ebenfalls eine Reaktion der Verengung. Bei einer reflektorischen Pupillenstarre funktioniert dies jedoch nicht mehr. Allerdings bleibt die Verengung der Pupillen beim Fixieren von nahen Objekten weiterhin erhalten. Diese Störung der Verengung an den Pupillen kommt in der Regel durch Erkrankungen oder Infektionskrankheiten wie Syphilis zustande. Allerdings könnte auch Multiple Sklerose oder ein Zeckenbiss (Borreliose) und die damit verbundene Entzündung diese Störung verursachen.

Amaurotische Pupillenstarre

Eine weitere Form ist die amaurotische Pupillenstarre. Mit der amaurotische Pupillenstarre wird eine durch Erblindung bedingte Pupillenstörung bezeichnet. Das kranke Auge reagiert dabei nicht mehr auf Lichtreize, wobei jedoch indirekte Pupillenreaktionen weiterhin zu sehen sind. In der Praxis zeigt sich die amaurotische Pupillenstarre dadurch, dass bei der Beleuchtung des gesunden Auges, es auch zu einer Pupillenverkleinerung des kranken Auges kommt.

Auswirkungen von Medikamenten und Drogen

Es ist kein Geheimnis, dass Genussgifte wie Alkohol sowie Medikamente und Drogen ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf den Körper haben. Nach der Einnahme gehen die Wirkstoffe in das Blutsystem über und wirken sich auch auf die Lichtreaktion der Pupillen aus. Bei Opiaten (wie beispielsweise bei Medikamenten wie Morphin) werden die Augen stark verengt. Ritalin oder diverse Halluzinogene führen wiederum zu einer Weitstellung der Pupillen. Zu erweiterten Pupillen kann es aber auch durch Stresssituationen mit hohen Adrenalinwerten kommen. Die Einnahme bestimmter Medikamente oder Drogen lässt sich also oft sofort bei Miosis an der Lichtreaktion der Pupille und einer damit verbundenen Störung erkennen und nachweisen.

Wie erfolgt die Diagnose zu einer Störung an den Pupillen?

Damit eine Diagnose zur Pupillenstörung vom Augenarzt diagnostiziert werden kann, müssen diverse spezifische Tests durchgeführt werden. Die Reaktionen der Pupillen auf Lichtreize an beiden Augen werden hierbei geprüft. Folgende Methoden zur Untersuchung werden dabei beim Augenarzt zum Einsatz kommen:

  • Prüfung der Naheinstellungsreaktion
  • Prüfung der direkten und indirekten Lichtreaktion
  • Swinging-Flashlight-Test

Damit eine Behandlung erfolgen kann, muss in erster Linie die Ursache der Erkrankung geklärt werden. Meistens entsteht eine solche Augenerkrankung durch eine Schädigung des Nervensystems, aber die Pupillenweite könnte auch physiologisch sein, denn so zum Beispiel werden die Pupillen mit dem Alter enger.

Besondere Aufmerksamkeit sollte dieser Umstand erhalten, wenn die Pupillenweite bei beiden Augen unterschiedlich ist. Diese sogenannte Anisokorie ist abklärungsbedürftig. Bei einer Anisokorie sollten Sie umgehend eine augenärztliche Untersuchung in Anspruch nehmen. Vereinbaren Sie Online einen Termin in unserer Augenarztpraxis, wenn Ihnen das Vorkommen einer Anisokorie auffällt.

Fazit

Nicht jede Veränderung der Pupillenweite gibt Anlass zur Sorge. Weichen die Pupillenweiten allerdings in beiden Augen von einander ab (Anisokorie), sollte in jedem Fall ein Augenarzt hinzugezogen werden. 

Auch eine fehlende Pupillenreaktion auf Lichtreize kann auf eine Augenerkrankung oder Vergiftung hindeuten. Wenn Sie Fragen haben oder Sie Ihre Pupillen untersuchen lassen möchten können Sie sich gern an den Augenarzt in Zürich Opfikon werden.

Quellen