Nachstar - Symptome und Lasern: YAG-Kapsulotomie

Nachstarbehandlung mit YAG-Laser

Feinschliff nach der Katarakt-OP? Nachstar mit der YAG-Kapsulotomie behandeln

Was ist eigentlich der Nachstar?

Nach dem Einsatz einer künstlichen Linse kann sich bei der Kataraktoperation eine erneute Sehverschlechterung einstellen. Ihre Ursache, eine Trübung der hinteren Linsenkapsel, wird als Nachstar (Cataracta secundaria) bezeichnet. 

Wie entsteht der Nachstar?

Bei der Operation des Grauen Stars wird die eingetrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Die hauchdünne Linsenkapsel belässt der Chirurg im Auge, um sie als körpereigene, passgenaue Einfassung der Kunstlinse zu verwenden. 

Nach der Implantation der Kunstlinse verbleiben Linsenepithelzellen im Kapselsack. Vermehren sich die Zellen stark an der künstlichen Linse, führt das zu Ablagerungen an der hinteren Linsenkapsel. 

Ein dünnes Zellage-Häutchen, das sich bis ins optische Zentrum der Linse erstrecken kann, legt sich als trübende Membran hinter der Kunstlinse ab. 

Nachstar-Symptome

Die Symptome des Nachstars sind vergleichbar mit denen des Grauen Stars vor der Kataraktoperation. 

Mit dem Nachstar geht eine Sehverschlechterung einher, sodass eine postoperative Veränderung der Dioptriewerte, mitunter auch Doppelbilder, Anzeichen für den Nachstar sein können. Andere häufige Symptome sind eine neblige, verschleierte oder milchige Trübung der Sicht. 

Auch eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit oder eingeschränkte Nachtsicht können Nachstar-Symptome sein. Bleibt die Sehminderung unbehandelt, nimmt sie mit der Zeit weiter zu, verläuft aber insgesamt schmerzfrei.

Wenn Sie die oben genannten Symptome ein paar Monate oder wenige Jahre nach der Grauer Star-Operation festgestellt haben, können Sie sich gerne durch unseren Augenarzt in Zürich Opfikon im Lux Augenzentrum untersuchen lassen.

Häufigkeit

Statistische Daten zu Kataraktoperationen in den USA errechnen eine allgemeine Nachstarrate von etwa 35 %. Damit ist der Nachstar eine der häufigsten Komplikationen bei Kataraktbehandlungen. 

Der Nachstar kann sich bereits einige Monate nach der Kataraktoperation durch eine langsam nachlassende Sehleistung bemerkbar machen oder erst viele Jahre später auftreten. 

Jüngste Studien ermitteln Nachstarraten von rund 11,8 % im ersten Jahr nach der Kataraktoperation. In 20,7 % der Fälle treten Nachstar-Symptome drei Jahre nach der Implantation einer Kunstlinse auf, bei 28,4 % der Patienten noch nach fünf Jahren im Anschluss an die Kunstlinsenimplantation. 

Im Vergleich zu älteren Patienten sind jüngere Menschen, deren Zellteilungsprozesse allgemein schneller verlaufen, weit häufiger betroffen. Auch Diabetis mellitus erhöht das Risiko eines Nachstars. 

Aktuelle wissenschaftliche Studien erforschen, in welchem Zusammenhang die Häufigkeit des Nachstars mit dem verwendeten Materialtyp der Kunstlinse (Polymer-PMMA, Hydrogel, Silikon oder Acrylat) und der verwendeten Optikkantengeometrie steht. 

Diagnostik

Der Augenarzt führt eine Untersuchung durch, um den Nachstar eindeutig zu diagnostizieren. Dann entscheidet er, ob eine Behandlung durch YAG-Kapsulotomie möglich und anzuraten ist. 

Mit einer Spaltlampe und Scheimpflug Fotografie oder einem digitalen, bildgebenden Verfahren und einer Helligkeitsanalyse beurteilt er den Dichtigkeitsgrad des betroffenen Areals. 

Da eine spontane Besserung ohne Behandlung nicht zu erwarten ist und die Trübung sukzessiv zunehmen würde, entscheidet der Arzt, ob er die Laserbehandlung durchführen kann. 

Bei Augen mit einer Bulbuslänge von über 25 mm Länge wird in der Regel eine operative Nachstarabsaugung durchgeführt, um die Hinterkapsel zu erhalten. In diesem Fall muss die Linsenkapsel durchtrennt und bei örtlicher Narkose im Rahmen einer Nachstarabsaugung poliert werden. 

Laserbehandlung durch YAG-Kapsulotomie

Der Nachstar kann fast immer durch eine Laserbehandlung, der sogenannten YAG-Kapsulotomie, beseitigt werden. Dabei schneidet der Operateur mit dem Laserstrahl eine Lücke in das Zentrum der getrübten Linsenkapsel, um die Lichtstrahlen wieder ungehindert in das Auge eintreten zu lassen. 

Die YAG-Kapsulotomie dauert etwa fünf Minuten, wird ambulant durchgeführt und verläuft für den Patienten schmerzlos. 

YAG-Kapsulotomie beim Nachstar

Ablauf der YAG-Kapsulotomie

Um dem Arzt die Arbeit zu erleichtern, wird die Laserbehandlung durchgeführt, nachdem die Pupille durch Augentropfen künstlich geweitet und die Augenoberfläche mit Tropfen betäubt wurde. 

Bei aufgestütztem Kinn wird der Patient vor einer Laserstrahllampe positioniert. Durch ein Kontaktglas, das auf dem Auge aufsitzt, kann der Arzt die Linsenhinterkapsel vergrössert betrachten. 

Er lenkt einen roten, gebündelten und für den Patienten unsichtbaren Laserstrahl auf das Häutchen der Linse. Dann durchlöchert er die Nachstarmembran gezielt durch mehrere Impulse des Lasers, um die getrübte Membran zu öffnen und das Licht wieder hindurchdringen zu lassen. 

Um das Auge nach dem Lasereingriff zu beruhigen, werden nach der Behandlung augendrucksenkende und entzündungshemmende Tropfen gegeben. 

Erfolgsrate und mögliche Komplikationen

Die YAG-Kapsulotomie ist eine risikoarme Behandlung, bei der sich die getrübten Linsenteile rasch und komplikationslos entfernen lassen. Ihre Erfolgsrate liegt bei nahezu 100 %. 

Es ist möglich, dass der Seheindruck unmittelbar nach der Laserbehandlung noch leicht verschwommen ist. Diese Nachwirkungen sind bis zum Folgetag vollständig verschwunden. 

Eine nachsorgende Messung des Augeninnendrucks ist üblich, da sich in seltenen Fällen (rund 8,5 % aller Patienten) durch die Behandlung der Augeninnendruck vorübergehend erhöht, was zu Rötungen und Schmerzen des Auges führen kann. 

Wird bei der Kontrolle ein hoher Augendruck festgestellt, muss dieser behandelt und nach 1-2 Tagen erneut kontrolliert werden.

Auch Flüssigkeitseinlagerungen im Zentrum der Netzhaut (zystoides Makulaödem) wurden in Ausnahmefällen (bei etwa 1 % der Patienten) beobachtet. In sehr seltenen Fällen (circa 0,17 %) kann es zu einer Netzhautablösung kommen. 

Kann der Nachstar nach der YAG-Kapsulotomie wieder auftreten?

Nein. Eine YAG-Laserbehandlung sorgt für eine endgültige Beseitigung des Nachstars. Das Sehvermögen verbessert sich unmittelbar deutlich und Sehverschlechterungen treten nach der Behandlung nicht mehr auf. 

Sollten nach der Laserbehandlung noch erhöhte Blendeffekte wahrgenommen werden, kann die Linsenkapsel durch einen weiteren Lasereingriff zusätzlich geweitet werden. 

Zusammenfassung

Der Nachstar ist eine häufige, sehr gut behandelbare Nachwirkung der Kataraktoperation, die erfolgreich mit einer kurzen Laserbehandlung behoben werden kann. Die vielfach erprobte, risikoarme YAG-Laserbehandlung sorgt schnell und zuverlässig wieder für klare Durchsicht. 

Sie haben noch Fragen zum Thema Nachstar und/oder bemerken die beschriebenen Nachstar-Symptome? 

Zögern Sie nicht und wenden Sie sich gerne an den Augenarzt im Lux Augenzentrum, um einen Beratungstermin zu vereinbaren! 

Augenarzt Dr. Nagy Autor

Autor:
Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Ophthalmologie, FMH, FEBO

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