Schneeblindheit und Schweissblende

Schweissblende Gefahr

Was bedeutet eine Schweissblende?

Als Schweissblende wird eine sehr schmerzhafte Verletzung der Hornhaut des Auges bezeichnet. Sie entsteht zumeist bei Schweissarbeiten, die ohne geeigneten Schutz durchgeführt werden und macht sich einige Stunden später bemerkbar.

 Zu diesem Zeitpunkt wurde die oberste Schicht der Hornhaut durch das starke Licht bereits geschädigt. 

Häufig ist das menschliche Auge dazu in der Lage, sich von den schädlichen Einflüssen zu regenerieren. 

In leichten Fällen heilt die Schweissblende binnen einiger Tage aus. Insbesondere ohne augenärztliche Behandlung können jedoch irreparable Schäden an der Hornhaut entstehen, etwa durch Vernarbung. Das Risiko der Vernarbung steigt, je häufiger das gesundheitliche Risiko in Kauf genommen wird. 

Schneeblidnheit Vermeidung

Was ist eine Schneeblindheit?

Einen Notfall des Auges, welcher der Schweissblende sehr ähnlich ist, stellt die Schneeblindheit (aktinische Keratopathie) dar. 

Während Schweissblenden künstlich erzeugtes UV-Licht als Auslöser zugrunde liegt, Wer sich der besonders starken UV-Strahlung in den Bergen aussetzt, ohne dabei eine Sonnenbrille zu tragen, riskiert eine sonnenbrandähnliche Verletzung des Auges

Dies liegt auch am Schnee selbst, welcher die Sonnenstrahlen an strahlend schönen Wintertagen gefährlich reflektiert. 

Während die Schneeblindheit in leichten Fällen durch eine konsequente Behandlung binnen weniger Tage ausheilt, droht in schweren Fällen eine Zerstörung der äussersten Hautschicht, die sogar abgelöst werden kann. 

Symptome der Verblitzung

Besonders gefährlich sind Schneeblindheit und Schweissblende deshalb, weil die Geschädigten noch nicht auf die Symptome aufmerksam werden, solange sie sich der Gefahr aussetzen. 

Die Verblitzungen machen sich erst drei bis zwölf Stunden nach dem auslösenden Ereignis bemerkbar. Zu den typischen Symptomen zählen: 

  • Entzündete und gerötete Augen
  • Fremdkörpergefühl
  • Starke Augenschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Ein verstärkter Tränenfluss
  • Zwanghaftes Schliessen der Augen (Lidkrampf)

Die Augenentzündung und die starken Schmerzen treten häufig erst am Abend oder in der Nacht auf. Da selbst kalte Auflagen und Bettruhe im abgedunkelten Raum nicht helfen, um diese Beschwerden abklingen zu lassen, suchen viele Patienten mit Verblitzungen noch spät in der Nacht Hilfe beim Augenarzt. 

Offensichtliche Zeichen nach dem Ereignis

Während das eigene Umfeld zuerst auf die Rötung aufmerksam wird, welche die Schneeblindheit mit sich bringt, blicken Mediziner auf weitere klinische Zeichen. 

Ein subjektives Empfinden, dem hier eine grosse Bedeutung zugeschrieben werden kann, ist ein Fremdkörpergefühl und starke Schmerzen in den Augen. Schon drei Stunden nach der Schädigung kann sich zudem der Tränenfluss unnatürlich verstärken. 

Die Augen versuchen zudem, sich vor weiteren schädlichen Einflüssen zu schützen. So kommt es bisweilen zum Lidkrampf, dem zwanghaften Schliessen der Augen. 

All diese Anzeichen sprechen nicht nur dafür, möglichst rasch einen Augenarzt aufzusuchen. Sie sind zugleich wichtige Grundlage für die Diagnose des Mediziners.

Diagnostik

Häufig liefert bereits das erste Anamnesegespräch zwischen Patient und Arzt wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose. Ein längerer Aufenthalt in den Bergen ohne geeigneten Schutz und der Blick in die Schweissflamme sind eindeutige Anzeichen. 

Ein genauer Blick auf die Schädigung des Auges ist dann mit der Spaltlampe möglich. Durch einen fluoreszierenden Farbstoff werden die Verletzungen der Hornhaut im Vorfeld sichtbar gemacht. Unter dem Licht der Spaltlampe ist dann erkennbar, in welchem Ausmass Schneeblindheit oder Schweissblende vorliegen. 

Zusätzliche Schmerzen sind mit dieser Untersuchung nicht für den Patienten verbunden. 

Therapie bei Schneeblindheit und Schweissblende

Wurde eine Schädigung der Horn- und Bindehaut durch den Einfluss von UV-Strahlen diagnostiziert, so wird der Arzt geeignete Wege der Behandlung aufzeigen. 

Zunächst geht es hierbei um eine symptomatische Behandlung, welche etwa eine Linderung der Schmerzen durch kühlende Umschläge oder die Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln vorsieht. 

Um die Regeneration der betroffenen Hornhautschicht zu verbessern, können feuchtigkeitsspendende Augentropfen und -salben eingesetzt werden. 

Erkennt der Augenarzt unter der Spaltlampe grössere Wunden der Hornhaut, so können prophylaktisch antibiotische Tropfen verschrieben werden. 

Durch deren regelmässige Anwendung ist es möglich, eine Infektion des ohnehin geschwächten Auges zu verhindern und damit weitere gesundheitliche Risiken auszuschliessen. 

Verblitzte Augen bringen gerade während der ersten ein bis zwei Tage äusserst unangenehme Symptome mit sich. Umso wichtiger ist es, weitere Belastungen zu vermeiden. 

Träger von Kontaktlinsen sollten diese vorsichtig entfernen, um dadurch zusätzliche Reibung an der Hornhaut zu verhindern. Unter kalten Auflagen in einem abgedunkelten Raum ist die beste Erholung möglich.

Vorbeugung

Wer selbst noch nie mit der Schneeblindheit zu tun hatte, macht sich kaum Gedanken über die Möglichkeiten der Prävention. Betroffene wären hingegen froh gewesen, diese Schritte bedacht zu haben. 

Bei strahlend schönem Winterwetter reicht es aus, verblitzte Augen durch eine geprüfte Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz zu vermeiden. Für einen langen Tag im Skigebiet empfiehlt sich zudem eine Skibrille, welche über einen zusätzlichen Seitenschutz verfügt. 

Gleichsam bergen die aus Kunststoff gefertigten Gläser ein geringeres Verletzungsrisiko bei möglichen Stürzen. 

Während die in der Berufswelt geltenden Vorschriften das Schweissen ohne Schutzbrille ohnehin untersagen, ist es auch im privaten Bereich wichtig, dieser Massgabe zu folgen. 

Eine professionelle Ausrüstung schränkt den Blick auf das Werkstück keineswegs ein. Vielmehr ist es durch die abdunkelnde Funktion überhaupt erst möglich, die Arbeit genau und ohne gesundheitliche Bedenken zu betrachten. 

Ist es für präventive Überlegungen bereits zu spät und die beschriebenen Symptome zeigen sich, so sollten Sie sich direkt an Ihren Augenarzt wenden. 

Unser Notfall Augenarzt in Zürich Opfikon steht Ihnen für Notfälle dieser Art jederzeit zur Verfügung. Auch am Wochenende und an Feiertagen können Sie sich an uns wenden.

Augenarzt Dr. Nagy Autor

Autor:
Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Ophthalmologie, FMH, FEBO

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