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Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Sehverschlechterung

Unter einer Sehverschlechterung werden alle Arten von Sehstörungen definiert, dies umschließt auch eine negative Veränderung der Sehkraft, welche plötzlich oder über einen längeren Zeitraum resultieren kann. Die Sehverschlechterung setzt dann in den meisten Fällen dauerhaft an einem oder an beiden Augen ein. In jungen Jahren ist eine langsam eintretende Sehverschlechterung nicht selten und kann mit einer Brille korrigiert werden. Sollte es aber plötzlich zu einer Verschlechterung kommen, dann ist eine Behandlung beim Augenarzt zwingend erforderlich, denn nur so können mögliche Langzeitschäden entgegengewirkt werden. Außerdem könnte ein plötzlicher Verlust der Sehkraft eine ernsthafte Ursache haben.

Welche Ursachen gibt es für eine Sehverschlechterung?

Eine Verschlechterung des Sehvermögens kann diverse Ursachen haben, so zum Beispiel eine Augenerkrankung. Allerdings könnte die Ursache aber auch eine innere Erkrankung sein, welche dann zu einer Sehverschlechterung führt als Begleitsymptom. Mögliche Gründe könnten sein:

  • Netzhautablösung
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Grauer Star (Katarakt)
  • Trockenes Auge
  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
  • Fremdkörper im Auge
  • Durchblutungsstörungen im Sehnerv
  • Hornhautentzündung
  • Sehnerventzündung
  • Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit

Durch folgende Krankheiten entsteht die Sehverschlechterung unter anderem als Begleitsymptom:

  • Hirnblutung
  • Hirntumor
  • Schlaganfall
  • Hirntumor
  • Gehirnentzündung
  • Kopfverletzung
  • Multiple Sklerose
  • Migräne
  • Bluthochdruck
  • Niedriger Blutdruck
  • Diabetes mellitus

Die Symptome einer Sehverschlechterung selbst könnten sein, dass es zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kommt oder dass nur noch „verschwommen“ gesehen wird. Weitere Symptome könnten Doppeltsehen, Augenflimmern, Sehen von Lichtblitzen oder Flecken oder Farbsehstörungen sein. Das Schwarzwerden vor Augen oder gar ein vollständiger Sehverlust ist aber auch möglich.

Möglicherweise kommt es obendrein zu Kopfschmerzen, Augenschmerzen, gerötete und/oder tränende Augen, Lähmungen oder Schwindel.

Weiterhin gibt es aber auch noch diese Ursachen für eine Sehstörung (Sehverschlechterung):

  • Stress (mit körperlichen oder psychischen Belastungen)
  • Äußere Gewalteinwirkung (wie beispielsweise durch einen Unfall)
  • Therapiefolgen: Bleibende Restschäden durch Chemotherapie oder Strahlentherapie
  • Genetische Ursachen mit angeborener Ursache (wie auch bei Fettstoffwechselstörungen)
  • Stoffwechselbedingte Ursache, wodurch ein Mangel an Vitaminen oder ähnliches resultiert

Wie funktioniert die Diagnose bei einer Sehverschlechterung?

Eine Veränderung innerhalb der Sehkraft sollte stets ernst genommen werden, weshalb immer ein Augenarzt konsultiert werden sollte. Sollten die Sehverschlechterung plötzlich eintreten oder als Folge einer Verletzung, dann handelt es sich sogar um einen medizinischen Notfall, welcher unbedingt sofort behandelt werden muss.

Sofern die Sehverschlechterung plötzlich aufgetreten ist, muss die genaue Ursache herausgefunden werden. Für die Diagnose werden Beginn der Verschlechterung, Verlauf und Symptome erfragt, jedoch aber auch die herrschenden Lebensumstände und die Medikamenteneinnahme. Jedes kleine Detail kann dafür sorgen, dass die Ursache ermittelt werden kann.

Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, welche auch die Kontrolle der Augen umfasst, hierfür wird die sogenannte Spaltlampe verwendet. Darüber kann der Augeninnendruck gemessen werden und je nach Vermutung können dann weitere Untersuchungen wie eine Röntgenbildaufnahme, MRI, Gewebebiopsie oder eine Blutentnahme erfolgen.

Wie funktioniert die Therapie einer Sehverschlechterung?

Die Therapie bezieht sich darauf, weshalb die Sehverschlechterung entstanden ist und darauf basierend wird dann eine zielführende Behandlung eingeleitet. Es gilt, die Grunderkrankung zu therapieren, sodass die Augensymptome sich bessern oder gar gänzlich verhindert werden. Je nach gestellter Diagnostik werden weitere Ärzte aus den unterschiedlichsten Fachbereichen involviert. Dies findet statt bei Autoimmunerkrankungen und Tumoren.

Die Grunderkrankung selbst muss verhindert werden, sodass auch bleibende Schäden gänzlich ausgeschlossen werden. Eine kurzzeitige Massnahme kann ergriffen werden, jedoch wird dies nicht von langer Dauer sein und das Risiko von bleibenden Schäden erhöht sich. Daher wird zuerst die Grunderkrankung in Erfahrung gebracht. Anschließend wird sich der Augenproblematik gewidmet. Sollte Einschränkungen in der Sehkraft bestehen, können diese dann mit einer Brille oder einer Laserbehandlung korrigiert werden.

Sollten irreversible Schäden am Auge entstehen, dann wird die Sehverschlechterung weiterhin bestehen und darum müssen dann Massnahmen getroffen werden, um die Lebensqualität dennoch weiterhin zu heben. Das könnte die Anpassung der Wohnsituation sein, die Anbringung von Orientierungshilfen oder Gehhilfen.

Kann eine Sehverschlechterung vorgebeugt werden?

Eine krankheits- oder altersbedingte Sehverschlechterung kann nicht sonderlich vorgebeugt werden, allerdings lässt sich das Risiko minimieren. Eine Sehstörung oder eine andere Augenproblematik kann dadurch verzögert oder sehr frühzeitig erkannt werden.

  • Rauchen: Durch das Rauchen entsteht ein hohes Risiko für Durchblutungsstörungen, weshalb unbedingt hierauf verzichtet werden sollte – auch für die Augengesundheit.
  • Ernährung: Eine abwechslungsreiche und vor allem gesunde Ernährung mit frischen Produkten kann eine positive Auswirkung auf den Körper haben und somit auch auf die Augen.
  • Vorsorgeuntersuchungen: Eine regelmässige Kontrolle beim Augenarzt ist essenziell, denn nur so können mögliche Problematiken frühzeitig erkannt werden, wodurch zum Beispiel eine beginnende Sehverschlechterung vorgebeugt werden kann.
  • Augenschutz: Die Augen sollten stets vor UV-Strahlen geschützt werden, dafür kann eine abdunkelnde Korrekturbrille verwendet werden oder Sonnenbrillen. Bei Aktivitäten mit gefährlichen Arbeiten ist außerdem eine Schutzbrille selbstverständlich.
  • Notfall: Bei einem Unfall mit Chemikalien oder gar einer Augenverletzung muss sofort gehandelt werden, dafür sollte dringend ein Arzt gerufen werden.

Dazu gibt es aber auch noch weitere Faktoren, welche im Alltag berücksichtigt werden können:

  • Verzicht auf Lebensmittel, welche Migräne triggern können (wie beispielsweise Käse, Kaffee und Schokolade)
  • Mehr körperliche Bewegung, sodass die Durchblutung verbessert wird, hiervon profitieren die Augen ungemein
  • Trockene Heizungsluft im Winter vermeiden, denn das trocknet die Augen aus und dadurch kommt es eher zu Entzündungen
  • Augenpartie regelmäßig massieren, indem mit zwei Fingern abgeklopft wird, denn dies regt die Durchblutung an
  • Augen keiner Zugluft aussetzen, denn das entzieht den Augen Feuchtigkeit und es könnte eher zu Reizungen kommen
  • Regelmässige Kontrollen beim Augenarzt durchführen

Bei häufiger Bildschirmarbeit sollten auch diese Tipps berücksichtigt werden:

  • Für indirekte Beleuchtung sorgen, damit Reflexionen oder Spiegelungen auf dem Monitor verhindert werden.
  • Den Monitor quer zur Fensterfläche und/oder Deckenbeleuchtung stellen, damit der Abstand zwischen Monitor und Auge bei mindestens 50 bis 80 cm liegt.
  • Regelmäßig vom Bildschirm in die Ferne schauen, damit die Augen trainiert werden. Die Augen stellen dabei von Nah- zur Fernsicht um und dies ist wichtig für die Augenfunktion.
  • Regelmässig eine Pause machen.

Fazit zur Sehverschlechterung

Eine Sehverschlechterung kann ohne und mit Schmerzen erfolgen und sollte stets mit einem Augenarzt abgeklärt werden, denn die Ursachen für diese Sehverschlechterung oder Sehstörung könnten auch weitreichend sein. Zudem ergeben sich dadurch weitere Gefahren, wie eine erhöhte Sturzgefahr, woraus sich auch Lebensgefahr ergeben kann.