Lidzucken (Augenzucken): Ursachen und Therapien

Augenzucken Lidzucken

Worum handelt es sich in diesem Fachartikel?

  • Was bedeutet Augenlidzucken?
  • Symptome, die das Phänomen begleiten
  • Mögliche Ursachen: Warum zucken die Augenlider?
  • Therapiemöglichkeiten beim Lidzucken
  • Wann zum Augenarzt?
  • Verlauf, Prognose, Prävention

Lidzucken (Augenzucken): ein lästiges Symptom im Kreuzverhör

Ein zuckendes Augenlid muss nicht zwangsläufig auf eine ernste Erkrankung verweisen. Jedoch wird es von den Betroffenen als überaus störend empfunden. 

Da das Auge im Wachzustand kontinuierlich ‚im Einsatz‘ ist, haben selbst scheinbar geringfügige Beeinträchtigungen eine grosse Wirkung.

Doch was steckt eigentlich genau hinter dem unangenehmen Augenzucken? Gibt es effektive Massnahmen, die diesem lästigen Phänomen Einhalt gebieten? 

Kann das Lidzucken gefährlich werden? Und wann ist ein Arztbesuch anzuraten? Eine Antwort auf diese und weitere relevante Fragen erhalten Sie in den folgenden Abschnitten.

Was versteht man eigentlich genau unter dem sogenannten Augenzucken?

Ein wichtiges Charakteristikum des Lidzuckens besteht darin, dass es von den Betroffenen selbst sehr deutlich wahrgenommen wird, während Aussenstehende zumeist keine Bewegung feststellen können. 

Betroffen ist dabei in der Regel lediglich ein Teil des Augenlides, das sich zur Seite hin zusammenzieht.

Ebenfalls bezeichnend ist das sporadische und daher schwer absehbare Auftreten der Beschwerden, die eine Weile anhalten und nach einer Ruhephase plötzlich wieder einsetzen können. 

Das Phänomen kann sich sowohl am Oberlid als auch am Unterlid zeigen. Im medizinischen Fachjargon spricht man von sogenannten Faszikulationen, was übersetzt soviel wie unwillkürlich und unregelmässig auftretende Muskelkontraktionen bedeutet.

Grundsätzlich können nervöse Zuckungen am gesamten Körper in Erscheinung treten. Jedoch werden sie in der Regel am Auge intensiver wahrgenommen, da sich die Muskeln in dieser Region direkt unter der Haut befinden. 

In der Regel verschwinden die Beschwerden so unversehens, wie sie aufgetreten sind, ohne dabei ernstzunehmende Spuren zu hinterlassen.

Symptome, die das Lidzucken begleiten können

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem hier zur Diskussion stehenden Phänomen eigentlich um ein Symptom handelt, das auf eine Fülle an Ursachen zurückgeführt werden kann. 

Wie bereits angesprochen äussert es sich durch ein Zucken der Augenlider, das über mehrere Stunden hinweg andauern und in gewissen Abständen immer wiederkehren kann, in den meisten Fällen jedoch von selbst wieder abklingt.

In Verbindung mit dem Augenzucken kommt es oftmals zu weiteren Beschwerden, die für die Betroffenen eine zunehmende Beeinträchtigung des Augenkomforts, des allgemeinen Wohlbefindens und damit auch der Lebensqualität bedeuten. 

Dazu zählen unter anderem eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, trockene Augen, der Drang zu starkem Zwinkern sowie eine intensivierte Aktivität der Muskulatur der Augen sowie der unmittelbar angrenzenden Bereiche.

Augenzucken: das breite Spektrum möglicher Ursachen

Nervöse Zuckungen sind in einem Grossteil der Fälle ein klares Zeichen für zu viel Stress. Entsprechend lässt sich gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft ein allgemeiner Anstieg von Symptomen wie Lidzucken verzeichnen. 

Kurz: Immer mehr Menschen sind aufgrund chronischer Übermüdung, Schlafentzug und langen Stunden vor dem Bildschirm von dem lästigen Zucken der Augenmuskulatur betroffen.

In der Regel handelt es sich dabei um ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren, die gemeinsam die Ursache für die Lidzuckungen bilden. Im Folgenden seien nur einige davon exemplarisch genannt.

  • Untersuchungen bestätigen, dass der Konsum von koffeinhaltigen Getränken zu Lidzucken führen kann.
  • Ein Übermass an physischer Belastung, sei es nun im Sport oder bei der Arbeit, kann sich ebenfalls durch ein Flattern der Augenlider äussern.
  • Dass sich ein Mangel an Magnesium in erster Linie in Symptomen wie Zittern und Krämpfen äussert, dürfte inzwischen kein Geheimnis mehr sein. Zwar treten diese Krankheitszeichen zumeist in Beinen und Zehen auf, jedoch können auch die Augenmuskeln vergleichbare Beschwerden wie das hier diskutierte Augenzucken aufweisen.
  • Ein Defizit an Vitamin B kann eine grundsätzliche Nervenschwäche nach sich ziehen.
  • Auch Erkältungskrankheiten werden gerade im Anfangsstadium oftmals von Lidzucken begleitet.
  • Ein Zuviel an Zugluft, eine Entzündung der Bindehaut, andere Formen von Augenentzündungen und neurologische Erkrankungen sind weitere mögliche Ursachen.
  • Als Auslöser kommt ausserdem eine grundlegende Überanstrengung der Augen aufgrund einer vorliegenden Fehlsichtigkeit infrage. In diese Kategorie gehören unter anderem der sogenannte Astigmatismus (Hornhautverkrümmung bzw. Stabsichtigkeit), die Myopie (Kurzsichtigkeit), die Hyperopie (Weitsichtigkeit) sowie die Presbyopie (Alterssichtigkeit).
  • Ebenfalls mit Müdigkeit, Schwäche und Lidzucken reagieren die Augen, wenn sie beispielsweise durch eine falsch eingestellte Brille einer besonders hohen Belastung ausgesetzt sind.
  • Äussere Einflüsse wie Zigarettenrauch können gleichermassen die Entstehung von Lidzucken begünstigen. Schliesslich handelt es sich bei Nikotin um ein Nervengift, das neben allen bekannten Nachteilen auch einen negativen Einfluss auf die Durchblutung hat.
  • Trockene Augen stellen besonders bei Kontaktlinsenträgerinnen und Kontaktlinsenträgern ein häufiges Problem dar. Jedoch können auch Tätigkeiten wie ein zu langes Starren auf einen Punkt bei der Arbeit am Bildschirm zu einer Austrocknung bzw. Störung des Tränenfilms führen. Diese wiederum zieht unweigerlich eine Überanstrengung der Augen und ein damit einhergehendes Lidzucken nach sich. Entgegenwirken lässt sich der Entstehung von trockenen Augen nur durch ein regelmässiges Blinzeln, viele Pausen, entspannende Augenübungen und im Idealfall ein nur zeitweiliges Tragen der Kontaktlinsen.
  • In Bezug auf den letztgenannten Punkt ist hier ausserdem auf den Risikofaktor Alkohol einzugehen. Ähnlich wie Nikotin gehört dieser in die Sparte der Genussgifte und gilt somit grundsätzlich als ungesund. Darüber hinaus begünstigt Alkohol durch eine nachhaltige Beeinträchtigung des Tränenfilms die Bildung des Phänomens „trockene Augen“.

Generell kann das Lidzucken an beiden Augen auftreten, jedoch weist in den meisten Fällen lediglich eine Seite die hier diskutierte Symptomatik auf.

Lidzucken wegen müden Augen

Warum unterschiedliche Behandlungswege (Therapien) zum gewünschten Ziel führen

Angesichts der breiten Palette unterschiedlicher Ursachen ist es sicherlich leicht nachvollziehbar, dass es hinsichtlich der Behandlung des Augenzuckens keine allgemeingültige Lösung gibt. 

Vielmehr ist hier eine gezielte Therapie gefragt, die eine Behebung der jeweils zugrundeliegenden Auslöser zum Ziel hat. Halten sich die Beschwerden in Grenzen, so genügt es oftmals, einfach auf ein Abklingen zu warten. 

Möchten Sie jedoch aktiv zu einer möglichst raschen Genesung beitragen, so empfehlen sich die folgenden Massnahmen:

  • Einnahme von den sogenannten „Nervenvitaminen“ der Vitamin-B-Gruppe
  • Einnahme von Magnesiumpräparaten
  • Alternativ oder ergänzend die Umstellung auf eine gesunde Ernährung, die Ihren Körper täglich ausreichend mit den aufgeführten Vitalstoffen versorgt. Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Nüsse, Spinat und Bohnen sind nur einige der Lebensmittel, die einen besonders hohen Magnesiumgehalt aufweisen.
  • Ausreichend Schlaf- und Ruhephasen
  • Erlernen und Ausüben von Entspannungstechniken zur sanften Stressbewältigung, allen voran Autogenes Training
  • Fokus auf Entspannungsübungen, die speziell für die Augenpartie entwickelt wurden
  • Behutsame Massage des Augenlides bei geschlossenem Auge
  • Mehrmaliges Gähnen zur Entspannung der verkrampften Augenmuskulatur
  • Verzicht auf Nikotin
  • Vom Arzt verordnete medikamentöse Behandlung im Falle einer Lidrandentzündung, eines trockenen Auges oder anderer Krankheits- und Entzündungsbilder
  • Tragen einer optimal auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmten und eingestellten Brille

Wann ein Arztbesuch dringend anzuraten ist

Um ernste Ursachen auszuschliessen, empfiehlt sich grundsätzlich die Abklärung durch einen Augenarzt, wenn die Beschwerden über mehrere Tage hinweg anhalten. 

Kommen Schmerzen hinzu, wird das Lidzucken als extrem unangenehm empfunden und/oder ist nicht nur ein Teil, sondern das gesamte Unter- bzw. Oberlid betroffen, so ist ein Arztbesuch ebenfalls unvermeidbar.

Stellen Sie zudem Symptome fest, die eher auf einen Lidkrampf (Blespharospasmus) als auf ein harmloses Augenzucken verweisen, so ist eine umgehende ärztliche Konsultation erforderlich. 

Ein wichtiges Merkmal für dieses Krankheitsbild besteht darin, dass sich das betroffene Auge verkrampft, schliesst und nicht mehr eigenständig geöffnet werden kann. 

Ein Lidkrampf geht mit einer drastischen Minderung des Sehvermögens einher, die sich unweigerlich nachteilig auf alltägliche Tätigkeiten auswirkt und beispielsweise eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr unmöglich macht. 

Eine umgehende Begutachtung und Behandlung durch den Augenarzt ist daher dringend anzuraten.

Wissenswertes zu Krankheitsverlauf, Prognose & Prävention

Wie bereits erwähnt klingen die Beschwerden bei einem Grossteil der Patienten von selbst wieder ab. Einen ernsten Verlauf kann das Augenzucken jedoch nehmen, wenn selbst nach tagelangen Beschwerden kein Arzt hinzugezogen wird und auf diese Weise eine eventuell notwendige zeitnahe Behandlung ausbleibt. 

Denn liegen die Ursachen für das unangenehme Lidzucken tiefer und sind sie beispielsweise auf eine Entzündungserkrankung zurückzuführen, so kann ein Versäumnis böse Folgen haben. 

Im Falle einer Infektion bedeutet dies schlichtweg eine Ausbreitung auf umliegende Bereiche mit oftmals gravierenden Einschränkungen der Sehfähigkeit.

Zu einem derartigen Szenario kommt es jedoch glücklicherweise nur sehr selten, so dass die Prognose in der Regel sehr gut aussieht. Ihre Aussichten auf einen positiven Krankheitsverlauf können Sie zudem durch einige wenige, zum Teil bereits aufgeführte Massnahmen erheblich optimieren.

Neben einem vorzeitigen Arztbesuch, der Ihnen die gewünschte Gewissheit bezüglich Ihrer Augenprobleme beschert, kann auch die Änderung Ihrer Lebensgewohnheiten hin zu mehr Gesundheit und Ausgewogenheit wahre Wunder wirken. 

Viel frische Luft, regelmässige Bewegung, ausreichend Schlaf und eine vitalstoffreiche Kost bilden die in diesem Zusammenhang wichtigsten Säulen.

Lidzucken: ein zumeist ungefährliches, jedoch sicherheitshalber abzuklärendes Augenproblem

Haben Sie bereits mit den hier im Zentrum stehenden Augenbeschwerden ‚Bekanntschaft‘ gemacht, so werden Sie vielleicht im konkreten Fall rasch die Ursache aufspüren können. 

Leiden Sie beispielsweise nach vielen Arbeitsstunden am Computer unter dem nur schwer zu ignorierenden Augenzucken oder tritt das Problem eher nach mehreren durchwachten Nächten auf, so wird Ihre Erfahrung sicherlich bestätigen können, dass die Beschwerden rasch verschwinden, sobald Sie sich und Ihren Augen etwas mehr Ruhe gönnen.

Ist Ihnen die Ursache jedoch nicht bekannt und nehmen die Beschwerden für Sie Ausmasse an, die Ihr Leben und Ihre Arbeit beeinträchtigen, dann sollten Sie nicht zögern, sondern sich schnellstmöglich an Ihren erfahrenen Augenarzt in Zürich Opfikon wenden. 

Dieser vermag mithilfe einschlägiger Untersuchungen und Tests rasch festzustellen, ob das Augenzucken eine ernstere Ursache hat.

Entsprechend ist er im Anschluss an die umsichtige Diagnosestellung dazu in der Lage, die erforderlichen therapeutischen Massnahmen einzuleiten, so dass Sie im Idealfall bald wieder vollkommen beschwerdefrei sind.

Steht die Ursache nicht in direktem Zusammenhang mit den Augen, so bedarf es der Konsultation eines Neurologen, um weitaus gefährlichere Verursacher von Augenzucken wie einen Tumor, eine Nervenschädigung oder aber eine Fehlsteuerung des Gehirns auszuschliessen. 

Eine diesbezügliche Nachlässigkeit kann nicht nur zu bleibenden Schäden an den Augen führen, sondern in extremen Fällen sogar lebensgefährlich sein.

Augenarzt Dr. Nagy Autor

Autor:
Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Ophthalmologie, FMH, FEBO

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