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Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Kurzsichtigkeit-Myopie

Bei der Kurzsichtigkeit (Myopie) handelt es sich um eine Form von Fehlsichtigkeit, welche in der Bevölkerung sehr oft besteht. Die Kurzsichtigkeit tritt dabei bereits in der Kindheit auf und kann ohne Probleme via Operation, Kontaktlinsen oder Brille behandelt werden. Es kommt auch vor, dass sich eine Kurzsichtigkeit von selbst bessert, jedoch kann es sich auch verschlechtern.

Was ist eine Kurzsichtigkeit?

Als Kurzsichtigkeit wird eine Schwächung des Sehens verstanden, wodurch Objektive in Ferne nur noch unscharf wahrgenommen werden. Der medizinische Begriff „Myopie“ entstand dabei aus dem griechischen (Myopia“ und bedeutet so viel wie „Blinzelauge“.

Dies beschreibt tatsächlich auch eine typische Tätigkeit eines jeden Kurzsichtigen. Weil keine Sehhilfe genutzt wird und dies nur schwer vom menschlichen Auge und Gehirn ausgeglichen werden kann, werden meistens die Lider zusammengezogen und geblinzelt, sodass der Seheindruck schärfer wird.

Wann ist eine Kurzsichtigkeit eine Krankheit?

Wie stark eine Fehlsichtigkeit ausgeprägt ist, wird durch die Zahl der Dioptrien angegeben. Die Dioptrienzahl gibt dabei eine Abweichung an, dessen Differenz dem Normalzustand entsprechen würde. Der optische Apparat (dies umschliesst: Kammerwasser, Hornhaut, Glaskörper und Linse) benötigt für die Brechkraft 60 bis 65 Dioptrien.

Je nachdem wie weit der Messwert ins Negative abweicht, desto ausgeprägter ist die Sehschwäche und somit die Schwierigkeit des Patienten, um überhaupt entfernte Objekte erkennen zu können. Diese Einschränkung wird sich insbesondere im Strassenverkehr bemerkbar machen, aber auch im sonstigen Alltag.

Sollte die Dioptrienzahl mit -1 dpt angegeben sein, dann können Objekte, welche in bis zu einem Meter Entfernung noch scharf erkannt werden. Sollte die Fehlsichtigkeit von bis zu sechs Dioptrien festgestellt werden, dann handelt es sich um eine Anomalie.

Erst wenn die Werte ausgeprägter sind, wird die Kurzsichtigkeit als Krankheit bezeichnet. Eine hochgradige Kurzsichtigkeit liegt bei einem Wert von -12 dpt und wäre einer Sehbehinderung gleichzusetzen. Patienten nehmen nur noch Objekte von bis zu acht Zentimetern scharf wahr.

Gibt es unterschiedliche Arten von Kurzsichtigkeit?

Es gibt zwei Formen von Kurzsichtigkeit, wie es auch bei der Weitsichtigkeit der Fall ist.

Bei der Brechungsmyopie wäre die Länge des Augapfels der Norm entsprechend, aber die Brechkraft des Auges ist eindeutig zu stark. Diese Fälle sind auch bei der Kurzsichtigkeit sehr selten.

Die Achsenmyopie kommt wesentlich häufiger vor und beschreibt, dass die Brechkraft des Auges normal ist, jedoch die Augenachse zu lang ist.

Welche Ursache hat die Kurzsichtigkeit?

Ein gesundes Auge kann regulieren und somit auch Objekte in Entfernung betrachten, hierbei wird das Auge seine Brechkraft verändern. Die Augenmuskeln werden in diesem Schritt bewegt, sodass auch die eintreffenden Lichtstrahlen gebrochen werden. Bei diesem Vorgang wird sie um einen Punkt auf der Netzhaut gebündelt.

Die Linse streckt sich durch den Zug der Muskeln, hierbei flacht die Wölbung ab und die Brechkraft sinkt. Weiter entfernte Objekte sind somit klar zu sehen.

Wenn die Linse entspannt ist, ist auch die Wölbung stärker und hat eine höhere Brechkraft. Der Seheindruck von Objekten in der Nähe gewinnt somit an Schärfe.

Bei der Kurzsichtigkeit kann das Auge die Lichtstrahlen nicht bündeln, wodurch das Objekt auf der Netzhautebene eigentlich abgebildet wird. Der Brennpunkt der parallel einfallenden Lichtstrahlen liegt selbst bei einer entspannten Augenlinse vor der Netzhaut anstatt auf ihr. Es entsteht dabei ein unscharfer Seheindruck.

Die Ursachen dafür müssen aber nicht aufgrund einer Krankheit entstanden sein, sondern könnten auch angeboren sein. Innerhalb einer augenärztlichen Untersuchung kann die Ursache schnell bestimmt werden.

Eine Kurzsichtigkeit bei einem Kind wäre ausserdem möglich, wenn die Eltern bereits darunter leiden. Das Risiko würde bei 60 Prozent liegen. Insbesondere bei Frühgeburten ist das Risiko sogar nochmals höher.

Welche Symptome entstehen bei einer Kurzsichtigkeit?

Die Kurzsichtigkeit zeigt sich dadurch, dass das Sehen von Objekten in der Ferne kaum möglich ist. In der Nähe sind Objekte aber problemlos zu erkennen.

Meistens wird eine Kurzsichtigkeit aber nicht dadurch bemerkt, sondern weil das Sehen in der Dunkelheit kaum möglich ist. Insbesondere beim Autofahren entsteht lediglich ein verschwommener Seheindruck, wodurch Verkehrsschilder auch sehr spät wahrgenommen werden. Damit gehen auch Gefahren für sich und für die Allgemeinheit einher.

Ein weiteres Indiz wäre, wenn beim Fernsehen der eingeblendete Text nicht mehr klar gelesen werden kann. In solchen Fällen sollte unbedingt eine augenärztliche Untersuchung erfolgen. Sollte dieses Symptom bei einem Kind bemerkt werden, gilt es ebenfalls zügig zu handeln.

Wie erfolgt die Diagnose?

Meistens nimmt der Betroffene eine Kurzsichtigkeit gar nicht wahr, sondern wird darauf aufmerksam gemacht. Insbesondere bei Kindern sind es entweder die Eltern oder eine Lehrkraft.

Damit weiss der Patient selbst nicht, ob eine Seheinschränkung vorliegt. Ein Augenarzt kann eine mögliche Sehstörung aber problemlos feststellen, indem zuerst die Krankheitsgeschichte abgefragt wird.

Folgende Fragen sind dabei unter anderem üblich:

  • Erleben Sie Farbsehstörungen?
  • Sehen Sie entferntes nur verschwommen?
  • Funktioniert Ihr räumliches Sehen einwandfrei?

Mit einer Refraktionsbestimmung wird die Brechkraft der Augen gemessen und zusätzlich wird mit Licht und Lupe die Augen auf den Gesamteindruck untersucht. Dadurch kann nämlich auch erkannt werden, ob eine krankhafte Veränderung besteht.

Ebenfalls könnte es sein, dass ein erhöhter Augeninnendruck besteht, hierzu wird der Arzt auch eine Messung vornehmen. Somit kann ausgeschlossen werden, ob abfliessendes Kammerwasser ein Glaukom verursacht und ob der Sehnerv einen Schaden nimmt.

Wie wird eine Kurzsichtigkeit therapiert?

Eine Kurzsichtigkeit kann an sich nicht therapiert beziehungsweise behandelt werden, es geht darum, dass die Sehschwäche korrigiert wird. Die Kurzsichtigkeit lässt sich mit einer Brille oder aber auch mit Kontaktlinsen selbstverständlich gut behandeln. Eine Operation könnte auch erfolgen, wenn jemand keine Brille oder Kontaktlinsen tragen möchte. Die LASIK– oder PRK-Operation haben sich am besten etabliert.

Verwendet werden können auch Zerstreuungsgläser, diese korrigieren die Brechungsgläser des Auges so, dass einfallende Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut in ihrem Brennpunkt zusammentreffen, dadurch entsteht ein scharfes Bild.

Kann die Kurzsichtigkeit vorgebeugt werden?

Es wird angenommen, dass ein Mangel an natürliches Licht sich negativ auf die Sehkraft auswirkt. Es sollte zum Beispiel eine ungünstige Beleuchtung beim Lesen oder Arbeiten vermieden werden, denn dadurch strengt sich das Auge an.

Heute gibt es noch keine Möglichkeit, um eine Kurzsichtigkeit derart vorzubeugen, dass diese sogar gänzlich verhindert wird. Feststeht, dass eine augenärztliche Untersuchung insbesondere im Kleinkindalter unabdingbar ist, um zumindest Folgeerkrankungen hieraus ausschliessen zu können.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzsichtigkeit
https://www.misterspex.ch/brillen-ratgeber/kurzsichtigkeit
https://www.apotheken-umschau.de/Kurzsichtigkeit