Augenarzt-Dr.-Nagy-Autor

Dr. Richard Nagy

Dr. med. (H) Richard Nagy, Facharzt für Augenheilkunde FMH, FEBO. Die Fachartikel auf meiner Webseite entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft! Alle Quellen finden Sie am Ende das jeweiligen Artikels.
Juckende Augen

Es ist sehr unangenehm, wenn die Augen jucken – jedoch ist es an sich aber (meistens) harmlos. Für gewöhnlich hört das jucken auch nach kurzer Zeit wieder auf ohne, dass zum Beispiel Augentropfen genommen werden müssen. Allerdings sollte ein juckendes Auge auch nie auf die leichte Schulter genommen werden, denn es könnte das Anzeichen einer Erkrankung sein.

Ursachen für ein juckendes Auge

Ein juckendes Auge ist ein sehr unangenehmes und störendes Symptom, hierauf können verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. In der Regel ist es aber auch so, dass die Ursache gänzlich harmlos ist. Zumeist sind es trockene Augen, welche dann zu diesem Symptom führen. Die Tränenflüssigkeit hat nämlich die Aufgabe, dass Bindehaut und Hornhaut befeuchtet werden. Sobald das aber nicht mehr so gut funktioniert, resultieren daraus die trockenen Augen und dann könnte der Juckreiz entstehen.

Das Augenjucken kann aber auch auf eine Allergie zurückgeführt werden. Es gibt aber noch viele weitere Erklärungen, woher dieses Symptom resultiert. Die meisten Ursachen sind die folgenden:

  • Augenverletzung (zum Beispiel eine Hornhautabschürfung)
  • Altersbedingte Bindehautveränderung
  • Fremdkörper im Auge (Wimpern, fehlgestellte Wimpern, Staub)
  • Hautausschlag am Auge
  • Tumorerkrankungen
  • Allergie (zum Beispiel Heuschnupfen)
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • (Langes) Tragen von Kontaktlinsen
  • Überanstrengung der Augen
  • Blepharitis (Augenlidentzündung)
  • Lederhautentzündung (Skleritis)

Juckende Augen resultieren meistens aus Allergien

Mit Abstand die häufigste Ursache für juckende Augen sind aber zumeist Allergien. Die Augenbindehaut kleidet die Augenlider aus und bedeckt damit das Weiße des Auges. Diese enthält Immunzellen, welche jedoch auch auf harmlose Stoffe wie Pollen oder auf den Kot von Hausstaubmilben reagieren könnten. Die Immunzellen setzen in diesem Vorgang chemische Substanzen frei, die führen dann zu einer Entzündung (allergische Bindehautentzündung).

Das ist auch nicht selten, denn etwa 20 Prozent der Menschen leiden an gelegentlichen allergischen Bindehautentzündungen. Zumeist ist Heuschnupfen dafür Verantwortlich, weshalb die allergischen Reaktionen nur saisonal auftreten. Ausgelöst wird dies durch den Pollenflug in der Blütezeit bei Gräsern und Bäumen im Frühjahr oder Frühsommer.

Sollten die Augen ganzjährig jucken, dann spricht man im Fachjargon von einer atopische Konjunktivitis. Diese Form wird zumeist von tierischen Hautschuppen wie Hundeallergie oder Katzenallergie ausgelöst, jedoch aber auch häufig durch die Hausstauballergie und Schimmelpilzsporen.

Insbesondere männliche Kinder und Jugendliche, welche an einer saisonalen Allergie oder an Asthma und Ekzemen leiden, können eine Keratokonjunktivitis vernalis entwickeln. Dabei wird von einer gleichzeitigen Entzündung von Hornhaut und Bindehaut gesprochen, welche im Frühjahr auftritt und auf eine Allergie zurückzuführen ist.

Die häufigste Form daraus ist die chronische allergische Konjunktivitis, welche dabei die häufigste Art einer allergischen Reaktion am Auge stellt. Für Menschen welche unter einer Tierhaarallergie, einer Hausstaubmilbenallergie oder unter Heuschnupfen leiden, sind juckende Augen ein gängiges Symptom.

Augenjucken: Das sind mögliche Begleitsymptome

Ein juckendes Auge tritt in der Regel nie alleine auf, sondern zugleich werden verschiedene Begleitsymptome entstehen. Das könnten unter anderem folgende sein:

  • Brennende Augen
  • Geschwollene Augen
  • Tränende Augen
  • Rote Augen
  • Trockene Augen
  • Druckgefühl im Augapfel
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Verklebte Augen
  • Sekretausfluss am Auge

Ab wann sollte ein Augenarzt aufgesucht werden?

Ein bedrohliches Symptom sind juckende Augen zwar in erster Linie nicht, aber sollte die Ursache dessen ungeklärt bleiben, dann sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Insbesondere dann, wenn das Augenjucken über einen längeren Zeitraum besteht. Ein Arzt sollte auch immer dann aufgesucht werden, wenn zum Beispiel diese Begleitsymptome auftreten:

  • Fieber
  • Sehstörungen
  • Stark gerötete Augen
  • Sekretausfluss aus dem Auge
  • Augenschmerzen

Damit das juckende Auge auch behandelt werden kann, muss zunächst die Ursache für den Juckreiz ermittelt werden, dies entsteht durch ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch im Rahmen der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte). Anschließend werden die ersten Untersuchungen stattfinden.

Im Rahmen der Anamnese werden folgende Fragen unter anderem gestellt:

  • Seit wann jucken die Augen?
  • Ist das Augenjucken einseitig oder beidseitig?
  • Könnten Fremdkörper ins Auge gekommen sein wie zum Beispiel Staub?
  • Jucken die Augen nur in bestimmten Situationen oder permanent?
  • Werden Medikamente eingenommen wie Augensalben oder Augentropfen?

Es ist ratsam zu notieren, diese Daten vorher zu notieren, denn hat der Arzt eine möglichst genaue Übersicht.

Nun folgt die körperliche Untersuchung, dabei wird sich Hals und Kopf genauer angesehen, wodurch eventuell ein Anzeichen einer Erkrankung entdeckt wird. Es wird auf Rötungen, Schwellungen oder auf andere diverse Auffälligkeiten innerhalb dieser Augen geachtet. Später könnte dann auch ein Allergietest durchgeführt werden oder die Untersuchung der Tränenflüssigkeit.

Wie werden juckende Augen behandelt?

Es gibt kein einheitliches Mittel gegen juckende Augen, sondern lediglich gegen die jeweiligen Ursachen des Juckreizes. Bei einem juckenden Auge helfen so zum Beispiel Augentropfen, welche das Auge sowohl geschmeidig als auch feucht halten. Sie werden aber nicht die Ursache bekämpfen, wie zum Beispiel die Augentrockenheit.

Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung wird ein lokales Antibiotika-Präparat wie zum Beispiel Augentropfen oder Augensalbe verschrieben. Alternativ könnte auch Antibiotika in Tablettenform zum Einsatz kommen. Dies ist sogar notwendig, wenn die bakterielle Infektion sich auf anderen Bereiche des Körpers ausgeweitet hat.

Sollte das Symptom wegen einer Allergie entstehen, dann ist die erste Behandlungsform, dass die Allergene möglichst vermieden werden. Bei diversen Allergien gibt es auch die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung, diese Therapie dauert jedoch einige Monate. Jedenfalls könnten auch die Symptome der Allergie gelindert werden durch Augentropfen oder Tabletten. Der Juckreiz wird gestoppt, indem die Ausschüttung des Botenstoffs Histamin gehemmt wird.

Was kann selbst gegen juckende Augen getan werden?

Sollten die juckenden Augen durch Kontaktlinsen entstehen, dann sollten die Kontaktlinsen gegen eine andere Sehhilfe für eine längere Zeit gewechselt werden. Sollte das Augenjucken jedoch von äußeren Faktoren wie Kosmetikprodukten entstehen, dann gilt es auf alternativen, ohne künstliche Duftstoffe zurückzugreifen, denn diese sind häufig die Ursache.

In der heutigen Zeit ist es auch nicht selten, dass der Juckreiz im Auge durch die Bildschirmarbeit resultiert. In diesen Fällen sind Entspannungsübungen für das Auge notwendig, diese könnten sein:

  • Die Augen hin und wieder mit den Händen abdecken und ausruhen lassen.
  • Hin und wieder Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung genau anschauen.
  • Daumen auf die Schläfen und mit den Zeigefingern den oberen Rand der Augenhöhle massieren.
  • Die Augen bei der Bildschirmarbeit immer mal wieder für einige Sekunden schließen.

Sollte aber ein Fremdkörper die Ursache sein, dann kann ein oberflächiger Fremdkörper mit einem sauberen Tuch entfernt werden. Bei einem tiefsitzenden Fremdkörper werden jedoch starke Schmerzen auftreten und in diesem Falle ist die Behandlung durch einen Arzt notwendig.

Beim Kontakt mit Chemikalien sollten die Augen sofort mit klarem Wasser ausgespült werden, außer das Auge kam mit ätzendem Kalk in Verbindung, hier würde das Ausspülen die Verätzung verschlimmern. Es sollte unbedingt sofort ein Arzt aufgesucht werden, sodass spezielle Behandlungsmaßnahmen erfolgen können. Dies gilt auch bei Putzmitteln und vergleichbaren Produkten.