Krankheiten der Netzhaut

Inhaltsverzeichnis

Die Netzhaut ist ein zentrales und hochempfindliches Element des Sehens. Sie wandelt Lichtreize in Nervenimpulse um und ermöglicht so das scharfe und farbige Sehen. Zahlreiche Erkrankungen können jedoch die Netzhaut oder den Glaskörper beeinträchtigen und das oft mit erheblichen Folgen für die Sehschärfe.

Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich schleichend und bleiben anfangs unbemerkt. Eine frühe Diagnose und eine regelmässige augenärztliche Kontrolle sind für Sie daher sehr wichtig, um bleibende Schäden zu vermeiden und die Sehkraft zu erhalten.

In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen die wichtigsten Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen vor, mit ihren Symptomen, Ursachen, Therapiemöglichkeiten und Vorsorgemassnahmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen verlaufen schleichend – regelmässige augenärztliche Kontrollen sind entscheidend.
  • Diabetes und Bluthochdruck können die feinen Netzhautgefässe schädigen und das Sehvermögen gefährden.
  • Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige Ursache für Sehverschlechterung, besonders im Alter.
  • Eine Netzhautablösung ist ein augenärztlicher Notfall und muss sofort operiert werden.
  • Früherkennung und rechtzeitige Behandlung können in vielen Fällen die Sehkraft erhalten und Erblindung verhindern.

Diabetische Retinopathie

Diabetes mellitus ist eine besonders heimtückische Erkrankung, die durch die Schädigung der kleinen Gefässe der Netzhaut schwere Komplikationen in den Augen hervorrufen kann. Zu diesen Komplikationen zählen Blutungen, Ödeme, Gefässneubildungen und in schweren Fällen eine Netzhautablösung. Diese Veränderungen können unbehandelt zu einer erheblichen Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung führen.

Behandelt wird die Diabetische Retinopathie je nach Stadium mit Lasertherapie, Medikamenteninjektionen in das Auge oder in fortgeschrittenen Fällen chirurgisch. Diabetiker sollten ihre Augen mindestens einmal jährlich augenärztlich kontrollieren lassen, um Schäden frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Epiretinale Membran

Eine Epiretinale Membran ist eine dünne Schicht aus Bindegewebe, die sich auf der Oberfläche der Netzhaut bildet. Eine dünne Membranschicht kann aus mehreren Gründen auf der obersten Schicht der Netzhaut auftreten. Diese Membran kann durch Zugkräfte eine Sehverschlechterung und verzerrtes Sehen verursachen. Wie die epiretinale Membran erkannt und behandelt werden kann, erklären wir Ihnen in diesem detaillierten Fachartikel.

Glaskörperabhebung, Glaskörpertrübungen und Netzhautrisse

Lichtblitze, ein schwarzer Kreis und fliegende schwarze Punkte sind für eine Glaskörperabhebung ganz typisch. Die Abhebung des Glaskörpers erfolgt bei jedem Menschen irgendwann im Leben. Bei der Ablösung kann der Glaskörper an der Netzhaut ziehen und Risse verursachen. Unserem Beitrag können Sie alle wichtigen Informationen entnehmen.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Die altersbedingte Makuladegeneration ist weiterhin eine führende Ursache der Erblindung in der westlichen Welt. Aktuell gibt es immer noch keine Therapie für die trockene Form. Die feuchte Form kann mit speziellen Injektionen behandelt werden und dadurch kann eine rasante Verschlechterung der Sehleistung gestoppt oder hinausgezögert werden.

Makulaloch

Aus mehreren Ursachen kann ein Loch in der Makula (Stelle des schärfsten Sehens) entstehen.  Das Makulaloch verursacht eine deutliche Minderung der Sehschärfe. Die Erkrankung kommt im höheren Alter häufiger vor. Durchgreifende, breite Köcher müssen operiert werden.

Netzhautablösung

Die Ablösung der Netzhaut betrifft eine Person von 10 000. Diese Erkrankung ist eine augenärztliche Notfallsituation. Beim Verdacht auf eine Netzhautablösung muss umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden. Die einzige Therapie ist ein operativer Eingriff. Ohne Operation erblindet das betroffene Auge.

Gefässverschlüsse der Netzhaut

Gefässverschlüsse in der Netzhaut können plötzlich zu einem massiven Sehverlust führen. Diese Verschlüsse entstehen häufig im Rahmen von Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Folgen können gravierend sein, da die Netzhaut sehr empfindlich auf Durchblutungsstörungen reagiert. Eine rasche Diagnostik und Therapie sind entscheidend, um die Sehkraft möglichst zu erhalten.

Retinopathia centralis serosa (RCS)

Diese Erkrankung betrifft vor allem junge Männer, die gerade eine starke Stressphase in ihrem Leben durchlaufen. Die Symptome und das klinische Bild sind ganz charakteristisch. Die Prognose der Reinopathia centralis serosa ist sehr gut, aber sie kann bei einer Minderheit der Patienten zurückkehren.

Retinitis pigmentosa

Retinitis pigmentosa oder Retinopathia pigmentosa ist eine Netzhautdegeneration, bei der die Sinneszellen der Netzhaut, die sogenannten Fotorezeptoren zugrunde gehen. Nachtblindheit, Einschränkung des Gesichtsfeldes und Verschlechterung der Sehkraft sind ganz typische Symptome. Eine Gentherapie könnte diese Erkrankung heilen.

Glaskörperblutung

Sowohl Gewalteinwirkungen als auch pathologische Prozesse im Auge können eine Glaskörperblutung hervorrufen. Der Verursacher muss schnell erkannt und therapiert werden, damit die Sehkraft wiederhergestellt werden kann. Die Aufklarung des Glaskörpers kann mehrere Monate dauern.

Auge und Bluthochdruck

Der hohe Blutdruck im Auge beschädigt nicht nur dort die Gefässe, sondern überall im ganzen Körper. Regelmässige Blutdruckmessungen und eine optimale Einstellung des Blutdrucks können die Folgeschäden lange hinauszögern. Im Auge sind die Veränderungen vor allem auf der Netzhaut zu beobachten.

Dr. med. (H) Richard Nagy

Ärztlicher Leiter, Facharzt für Augenheilkunde.

Hier erfahren Sie mehr über Dr. med. (H) Richard Nagy.
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