Rezidivierende Hornhauterosio

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Rezidivierende Hornhauterosio

Kategorien: HornhautproblemeVeröffentlicht am: 3. Dezember 2023Von 4,9 min LesezeitAktualisiert: 8. Dezember 2023
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Inhaltsverzeichnis

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Rezidivierende Hornhauterosio: Definition und Ursachen

Die rezidivierende Hornhauterosio (Rezidivierende Erosio Corneae) ist eine chronische Erkrankung des Auges, charakterisiert durch wiederkehrende Erosionen der Hornhaut, der transparenten vorderen Schicht des Auges. Diese Erkrankung entsteht häufig infolge einer einmaligen Verletzung der Hornhaut, die nicht vollständig oder korrekt heilt. Dadurch bleibt die Adhäsion des Epithels an die tieferen Schichten der Hornhaut geschwächt, was zu wiederholten Aufbrüchen führt. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Mechanische Verletzungen: Zum Beispiel oberflächlich durch einen Fingernagel, Kontakt mit kleinen Fremdkörpern oder durch das Tragen von Kontaktlinsen.
  • Genetische Faktoren: Bestimmte genetische Bedingungen können zu einer Schwäche der Hornhautstruktur führen und so das Risiko für Erosionen erhöhen.
  • Vorangegangene Hornhauterkrankungen oder -operationen: Vorherige Erkrankungen oder chirurgische Eingriffe an der Hornhaut können zu strukturellen Schwächen führen, die rezidivierende Erosionen begünstigen.
  • Umweltfaktoren: Trockene Luft, Staubpartikel oder andere irritierende Umgebungsbedingungen können das Risiko für Hornhauterosionen erhöhen.

Symptome und Diagnose

Die Symptome der Krankheit sind oft akut und können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Stechende Augenschmerzen: Besonders ausgeprägt beim Aufwachen, da die Augenlider am Epithel haften und beim Öffnen des Auges die Hornhaut erneut verletzen können.
  • Tränenfluss und Rötung: Diese treten aufgrund der Reizung und des Versuchs des Körpers auf, die Hornhaut zu heilen und zu schützen.
  • Lichtempfindlichkeit: Aufgrund der Erosion wird das Auge empfindlicher gegenüber Licht.
  • Verschwommene oder verzerrte Sicht: Diese tritt auf, wenn die Erosionen in den zentralen oder optisch wichtigen Bereichen der Hornhaut stattfinden.

Die Diagnose erfolgt typischerweise durch eine augenärztliche Untersuchung, bei der Fluoreszeinfärbung und Spaltlampenuntersuchungen eingesetzt werden, um die Ausdehnung und Tiefe der Erosionen genau zu beurteilen.

Differentialdiagnostik

Die Differentialdiagnosen der Krankheit umfassen verschiedene andere Augenerkrankungen, die ähnliche Symptome wie Schmerzen, Rötungen und Sehstörungen verursachen können. Es ist wichtig, diese Zustände zu unterscheiden, um eine korrekte Diagnose zu stellen und die angemessene Behandlung einzuleiten. Zu den wichtigen Differentialdiagnosen gehören:

  • Trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca): Diese Erkrankung ist durch unzureichende Tränenproduktion oder schlechte Tränenqualität gekennzeichnet, was zu Symptomen wie Brennen, Rötung und gelegentlichen Sehstörungen führen kann. Sie kann ähnliche Symptome wie die wiederkehrende Hornhauterosio aufweisen, insbesondere das Gefühl von Fremdkörpern im Auge.
  • Fremdkörper im Auge: Das Vorhandensein eines Fremdkörpers auf der Hornhautoberfläche kann ähnliche Symptome wie Schmerz und Rötung verursachen. Im Gegensatz zur rezidivierenden Hornhauterosio wird der Schmerz jedoch unmittelbar nach dem Eindringen des Fremdkörpers auftreten.
  • Keratitis: Eine Entzündung der Hornhaut, die durch bakterielle, virale oder pilzliche Infektionen verursacht werden kann. Keratitis verursacht starke Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und möglicherweise verschwommenes Sehen, ähnlich wie bei Hornhauterosionen.
  • Hornhautdystrophien: Genetisch bedingte Hornhauterkrankungen, wie z.B. die hereditäre Hornhautdystrophie oder die epitheliale rezidivierende Erosionsdystrophie (ERED) können zu wiederkehrenden Hornhautveränderungen führen, die Erosionen ähneln können. Diese Erkrankungen haben jedoch in der Regel einen anderen Verlauf und betreffen oft beide Augen.
  • Kontaktlinsen-bedingte Komplikationen: Langes Tragen von Kontaktlinsen oder die Verwendung ungeeigneter Linsen kann zu Hornhautschäden führen, die Symptome ähnlich einer Hornhauterosio verursachen können.
  • Herpes-simplex-Keratitis: Eine virale Infektion der Hornhaut, die zu wiederkehrenden Hornhautgeschwüren führen kann und oft mit starken Schmerzen und Lichtempfindlichkeit einhergeht.
  • Augenlid-Erkrankungen: Zustände wie Blepharitis (Entzündung der Augenlider) können sekundär die Hornhaut beeinträchtigen und Symptome verursachen, die denen einer Hornhauterosio ähneln.

Bei Verdacht auf das Krankheitsbild ist es wichtig, eine gründliche augenärztliche Untersuchung durchzuführen, um diese und andere mögliche Ursachen der Symptome auszuschliessen und die korrekte Diagnose zu stellen.

Behandlungsmethoden

Die Behandlung der rezidivierenden Hornhauterosion erfordert oft einen mehrschichtigen Ansatz, der sowohl Sofortmassnahmen zur Schmerzlinderung als auch langfristige Strategien zur Vermeidung weiterer Erosionen umfasst:

Konservative Methoden

  • Künstliche Tränen: Zur Aufrechterhaltung der Feuchtigkeit und Verringerung der Reibung zwischen Hornhaut und Augenlid.
  • Augensalben: Zum Schutz und zur Förderung der Heilung über Nacht.
  • Therapeutische Kontaktlinsen: Diese schützen die Hornhaut und unterstützen den Heilungsprozess.

Invasive Behandlungen für schwerere Fälle

  • Mikro-Punktur: Hierbei werden kleine Löcher in die Hornhaut gestochen, um die Anhaftung des Hornhautepithel zu verbessern.
  • Phototherapeutische Keratektomie (PTK): Eine Laserbehandlung mithilfe eines Excimer Laser, die die Hornhautoberfläche glättet und das Epithel stärkt.

Diese Behandlungsmethoden zielen darauf ab, den Schmerz zu lindern, die Heilung zu fördern und die strukturelle Integrität der Hornhaut zu bewahren.

Langzeitmanagement und Prävention

Ein effektives Langzeitmanagement und präventive Massnahmen sind wesentlich, um die Häufigkeit und Schwere rezidivierender Erosionen zu verringern:

  • Regelmässige Anwendung von Tränenersatzmitteln oder Augentropfen: Besonders wichtig in trockenen oder staubigen Umgebungen und bei langer Bildschirmarbeit.
  • Tragen von Schutzbrillen: Zum Schutz vor Umwelteinflüssen, die Erosionen auslösen können.
  • Vermeidung von Augenreiben: Da dies den Heilungsprozess stören und weitere Erosionen verursachen kann.
  • Regelmässige augenärztliche Untersuchungen: Insbesondere für Personen mit einer genetischen Prädisposition oder früheren Hornhauterkrankungen.

Rezidivierende Hornhauterosio: Fazit

Die rezidivierende Hornhauterosio ist eine ernsthafte Augenerkrankung, charakterisiert durch wiederkehrende Erosionen der Hornhaut. Diese werden oft durch eine anfängliche Verletzung verursacht und führen zu einer geschwächten Anhaftung des Epithels. Zu den Hauptursachen zählen mechanische Verletzungen, genetische Prädispositionen, vorherige Erkrankungen der Cornea oder Umweltfaktoren.

Die Symptomatik umfasst stechende Schmerzen, insbesondere beim Aufwachen, sowie Tränenfluss, Rötung, Lichtempfindlichkeit und manchmal verschwommene Sicht. Die Diagnose erfolgt durch augenärztliche Untersuchungen, einschliesslich spezieller Färbungen und Spaltlampenuntersuchungen.

Die Behandlung beinhaltet konservative Methoden wie künstliche Tränen und Augensalben, sowie invasive Verfahren wie Mikro-Punktur oder Phototherapeutische Keratektomie (PTK) in schwereren Fällen. Wichtig sind auch präventive Massnahmen wie die regelmässige Anwendung von Tränenersatzmitteln und das Tragen von Schutzbrillen.

Betroffene können sich jederzeit gerne an unsere Augenärzte in Opfikon wenden, um professionelle Unterstützung bei der Behandlung der rezidivierenden Hornhauterosio zu erhalten.

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