Schrift, die beim Lesen verschwimmt. Strassenschilder, die erst spät lesbar werden. Augen, die nach einem Arbeitstag am Bildschirm brennen. Hinter dem Begriff Sehschwäche stecken sehr unterschiedliche Ursachen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Formen es gibt, woran Sie eine Sehschwäche erkennen und wann eine augenärztliche Abklärung notwendig ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Sammelbegriff: Sehschwäche bezeichnet jede verminderte Sehleistung. Am häufigsten stecken Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung oder Alterssichtigkeit dahinter.
- Typische Anzeichen: unscharfes Sehen in bestimmten Distanzen, Zusammenkneifen der Augen, Kopfschmerzen nach dem Lesen, schnelle Ermüdung am Bildschirm.
- Notfall erkennen: Eine plötzlich auftretende Sehverschlechterung, ein Schatten im Blickfeld, Lichtblitze oder Sehverlust auf einem Auge gehören sofort augenärztlich untersucht.
- Bei Kindern: Eine einseitige Schwachsichtigkeit (Amblyopie) verursacht keine Schmerzen und bleibt oft unbemerkt. Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.
- Behandlung: Brille und Kontaktlinsen korrigieren die meisten Formen. Laserverfahren, Kunstlinsen oder eine Amblyopietherapie kommen je nach Befund und Alter infrage.
Was ist eine Sehschwäche genau?
Eine Sehschwäche liegt vor, wenn die Sehleistung eines oder beider Augen unter dem normalen Wert liegt. Gemessen wird sie als Sehschärfe, in der Augenheilkunde Visus genannt. Ein Visus von 1,0 entspricht dabei einer normalen Sehleistung.
Der Begriff sagt zunächst nichts über die Ursache aus. Er beschreibt ein Ergebnis: Das Bild auf der Netzhaut ist unscharf, zu dunkel, verzerrt oder wird im Gehirn nicht richtig verarbeitet. Ob eine harmlose Fehlsichtigkeit oder eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahintersteckt, zeigt erst die Untersuchung.
Sehschwäche, Sehstörung, Fehlsichtigkeit – wo liegt der Unterschied?
Die drei Begriffe werden im Alltag vermischt, meinen aber unterschiedliche Dinge.
- Eine Fehlsichtigkeit ist ein optischer Abbildungsfehler des Auges, wie die Kurz- oder Weitsichtigkeit. Sie ist keine Krankheit und lässt sich mit einer Sehhilfe ausgleichen. Einen Überblick dazu finden Sie unter Fehlsichtigkeiten.
- Eine Sehstörung umfasst darüber hinaus alle Wahrnehmungsveränderungen: Doppelbilder, Lichtblitze, Flimmern, Gesichtsfeldausfälle oder Farbveränderungen. Details dazu stehen in unserem Beitrag zu Sehstörungen.
- Die Sehschwäche ist der übergeordnete Begriff für die verminderte Sehleistung selbst, unabhängig davon, wodurch sie zustande kommt.
Welche Arten von Sehschwäche gibt es?
Die folgenden Formen deckt der Begriff am häufigsten ab. Die ersten vier sind optische Abbildungsfehler, die weiteren betreffen die Netzhaut oder die Sehentwicklung.
Kurzsichtigkeit (Myopie)
Bei Kurzsichtigkeit ist der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft zu lang. Das scharfe Bild entsteht vor der Netzhaut und nicht auf ihr. In der Nähe sehen Betroffene gut, in der Ferne unscharf.
Die Myopie beginnt meist im Schulalter und nimmt bis ins junge Erwachsenenalter zu. Sie ist die häufigste Form der Sehschwäche und wird mit Minusgläsern korrigiert.
Weitsichtigkeit (Hyperopie)
Hier ist der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft zu kurz, der Brennpunkt liegt hinter der Netzhaut. Vor allem die Nähe erscheint unscharf.
Jüngere Augen gleichen eine leichte Weitsichtigkeit selbst aus, indem sich die Linse stärker krümmt. Diese Dauerleistung kostet Kraft und äussert sich häufig als Kopfschmerz oder Druckgefühl an Stirn und Nasenwurzel. Lässt die Elastizität der Linse mit den Jahren nach, tritt die Weitsichtigkeit deutlich hervor.
Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
Ist die Hornhaut nicht gleichmässig gewölbt, wird das Licht in verschiedenen Achsen unterschiedlich stark gebündelt. Auf der Netzhaut entsteht kein Punkt, sondern ein Strich. Deshalb heisst die Fehlsichtigkeit auch Stabsichtigkeit.
Anders als bei Kurz- und Weitsichtigkeit ist die Sicht in allen Entfernungen unscharf, Kreise wirken oval, Kanten verzogen. Korrigiert wird sie mit zylindrisch geschliffenen Gläsern oder torischen Kontaktlinsen.
Alterssichtigkeit (Presbyopie)
Ab Mitte 40 verliert die Augenlinse an Elastizität und kann sich nicht mehr ausreichend auf die Nähe einstellen. Betroffene halten Lesestoff weiter weg und benötigen mehr Licht. Die Altersichtigkeit ist keine Erkrankung, sondern ein normaler Alterungsvorgang. Häufig kommen Lesebrille, Gleitsichtgläser oder multifokale Kontaktlinsen zum Einsatz.
Nachtblindheit
Bei der Nachtblindheit arbeiten die Stäbchen der Netzhaut, die für das Sehen bei wenig Licht zuständig sind, eingeschränkt. Dämmerung und Dunkelheit werden dadurch zum Problem, das Sehen bei Tageslicht bleibt unauffällig. Neben einem Vitamin-A-Mangel und Netzhautschäden zählen auch erbliche Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa zu den Ursachen. Da manche Formen fortschreiten, sollte eine Nachtsehschwäche immer abgeklärt werden.
Rot-Grün-Sehschwäche
Für das Farbsehen sind die Zapfen der Netzhaut zuständig. Arbeitet ein Zapfentyp eingeschränkt, entsteht eine Farbsinnstörung. Am häufigsten ist die Rot-Grün-Sehschwäche: Rot- und Grüntöne lassen sich schlechter voneinander unterscheiden, besonders bei ähnlicher Helligkeit. Die Rot-Grün-Störung wird X-chromosomal vererbt und betrifft deshalb deutlich mehr Männer als Frauen.
Schwachsichtigkeit (Amblyopie) – Sehschwäche bei Kindern
Sehen lernt das Gehirn in den ersten Lebensjahren. Erhält ein Auge in dieser Zeit dauerhaft ein schlechteres Bild, entwickelt sich seine Sehleistung nicht vollständig. Diese Schwachsichtigkeit bleibt bestehen, selbst wenn das Auge organisch gesund ist.
Auslöser sind meist Schielen, stark unterschiedliche Brillenwerte beider Augen, ein hängendes Oberlid oder eine Linsentrübung. Weil das gesunde Auge alles übernimmt, fällt Eltern nichts auf. Der zeitliche Rahmen für eine erfolgreiche Behandlung ist begrenzt, weshalb die Entwicklung des Sehvermögens bei Kindern regelmässig kontrolliert werden sollte.
Warum betreffen manche Sehschwächen die Farben und andere die Dunkelheit? In der Netzhaut sitzen zwei Arten von Sinneszellen. Die Zapfen liefern scharfes Sehen und Farben bei guter Beleuchtung, die Stäbchen arbeiten im Dämmerlicht, unterscheiden aber keine Farben. Sind die Zapfen betroffen, leidet das Farbsehen; sind die Stäbchen betroffen, das Sehen bei wenig Licht.
Ursachen und Risikofaktoren einer Sehschwäche
Ein Teil der Ursachen liegt im Bau des Auges und ist damit vorgegeben. Kurz- und Weitsichtigkeit treten familiär gehäuft auf, ebenso Schielen und Farbsinnstörungen.
Dazu kommen erworbene Ursachen. Zu den wichtigsten zählen:
- Lebensalter: Alterssichtigkeit, Grauer Star und Netzhautveränderungen nehmen mit den Jahren zu.
- Augenerkrankungen: Grüner Star, altersbedingte Makuladegeneration und Netzhauterkrankungen mindern die Sehleistung, oft zunächst unbemerkt.
- Allgemeinerkrankungen: Diabetes und Bluthochdruck schädigen die feinen Netzhautgefässe.
- Naharbeit und wenig Tageslicht: Beides begünstigt bei Kindern und Jugendlichen die Zunahme der Kurzsichtigkeit.
- Medikamente: Einige Wirkstoffe beeinflussen Sehschärfe oder Netzhaut.
- Verletzungen und Entzündungen: Narben an Hornhaut oder Netzhaut können die Sehschärfe dauerhaft senken.
Stress und Schlafmangel verursachen keine bleibende Sehschwäche, machen eine bestehende aber deutlich spürbarer.
Symptome: So erkennen Sie eine Sehschwäche
Eine Sehschwäche entwickelt sich meist langsam. Das Gehirn gewöhnt sich an das schlechtere Bild, weshalb Betroffene ihre Einschränkung häufig unterschätzen. Auffällig werden eher die Begleiterscheinungen als die Unschärfe selbst.
Achten Sie auf diese Hinweise:
- Unscharfes Sehen in der Ferne, in der Nähe oder in allen Distanzen
- Zusammenkneifen der Augen, um Konturen zu erkennen
- Kopfschmerzen oder Druck hinter den Augen nach Lesen und Bildschirmarbeit
- Schnelle Ermüdung der Augen, Brennen, tränende Augen
- Erhöhter Lichtbedarf beim Lesen, Blendempfindlichkeit
- Schlechteres Zurechtkommen in der Dämmerung oder beim Nachtfahren
- Unterschiedliche Sehleistung beider Augen, auffällig beim Zudecken eines Auges
- Anhaltende Kopfschmerzen ohne erkennbaren Grund
Ein einfacher Selbsttest zu Hause: Decken Sie abwechselnd ein Auge ab und vergleichen Sie, wie scharf Sie mit jedem Auge einzeln sehen. Deutliche Unterschiede zwischen rechts und links fallen im Alltag kaum auf, weil das bessere Auge sie ausgleicht.
Anzeichen bei Kindern
Kinder klagen selten über schlechtes Sehen, weil sie keinen Vergleich haben. Sie zeigen es im Verhalten: Sie halten Bücher sehr nah, sitzen dicht vor dem Bildschirm, kneifen ein Auge zu, legen den Kopf schief oder verlieren beim Lesen häufig die Zeile.
Auch Ungeschicklichkeit beim Ballspiel, Kopfschmerzen nach der Schule oder eine plötzliche Abneigung gegen Malen und Lesen können auf eine Sehschwäche hinweisen.
Plötzliche Sehschwäche: Wann Sie sofort zum Augenarzt sollten
Eine Sehschwäche, die sich über Monate entwickelt, hat Zeit bis zum nächsten Termin. Eine Sehverschlechterung, die innerhalb von Minuten, Stunden oder wenigen Tagen auftritt, hat sie nicht. Dahinter können Durchblutungsstörungen, eine Netzhautablösung oder eine Entzündung des Sehnervs stecken.
Suchen Sie umgehend augenärztliche Hilfe, wenn eines dieser Zeichen auftritt:
- Plötzlicher Sehverlust oder starke Sehverschlechterung, besonders auf einem Auge
- Ein dunkler Vorhang oder Schatten, der von aussen ins Blickfeld wandert
- Lichtblitze zusammen mit vielen neuen schwarzen Punkten oder Russregen
- Verzerrte, wellige Linien beim Lesen
- Sehverschlechterung mit Augenschmerzen, rotem Auge, Übelkeit oder Erbrechen
- Sehstörung mit Sprach-, Gefühls- oder Bewegungsstörungen: In diesem Fall sollten Sie direkt den Notruf wählen
Ihre Augenarztpraxis in Zürich
Sie nehmen die Symptome einer Sehschwäche wahr und möchten sich untersuchen lassen? Wir beraten Sie gerne in unserer Praxis in Glattpark (Opfikon) im Kanton Zürich.

Sehschwäche im Alter
Mit den Jahren verändert sich das Sehen bei allen Menschen. Die Linse wird weniger elastisch und trübt langsam ein, die Pupille reagiert träger, der Lichtbedarf steigt. Ein Teil davon ist normal, ein Teil behandelbar.
Vier Erkrankungen stehen im höheren Alter im Vordergrund: der Graue Star, der Grüne Star, die altersbedingte Makuladegeneration und diabetische Netzhautveränderungen. Sie beginnen unauffällig, sind aber gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden.
Ein nachlassendes Sehvermögen im Alter erhöht ausserdem das Sturzrisiko und erschwert das Autofahren. Deshalb empfehlen wir ab 40 Jahren regelmässige Vorsorgeuntersuchungen, ab 60 Jahren jährlich.
Ab wann gilt eine Sehschwäche als Sehbehinderung?
Eine korrigierbare Fehlsichtigkeit ist keine Sehbehinderung, unabhängig davon, wie viele Dioptrien die Brille hat. Entscheidend sind die Sehschärfe, die mit der besten Korrektur erreicht wird, sowie das Gesichtsfeld.
In der Schweiz wird meist die Definition des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands herangezogen. Gemessen wird die Sehschärfe des besseren Auges mit Brille oder Kontaktlinsen. Ob im Einzelfall Leistungen der Invalidenversicherung zustehen, ist eine rechtliche Beurteilung und richtet sich nach eigenen Kriterien. Den augenärztlichen Befund, der einer solchen Abklärung zugrunde liegt, erheben wir in der Praxis.
Zur Orientierung: Als sehbehindert gilt nach der Schweizer Definition eine Sehschärfe von unter 0,3 auf dem besseren Auge oder ein Gesichtsfeld von weniger als 10 Grad, jeweils trotz optimaler Korrektur. Zum Vergleich: Für das Lesen einer Zeitung benötigt das Auge etwa 0,4.
Diagnose: So stellen wir eine Sehschwäche fest
Am Anfang steht die Frage, wie stark die Sehleistung gemindert ist und ob eine Brille sie vollständig ausgleicht. Das unterscheidet nämlich die harmlose Fehlsichtigkeit von der behandlungsbedürftigen Erkrankung.
Für die Diagnose kombinieren wir mehrere Untersuchungen:
- Sehtest und Refraktionsbestimmung: Sehschärfe mit und ohne Korrektur, dazu die exakten Brillenwerte.
- Spaltlampenuntersuchung: Beurteilung von Hornhaut, Linse und vorderem Augenabschnitt, beispielsweise zur Frage einer Linsentrübung.
- Augendruckmessung: wichtig zur Früherkennung eines Glaukoms.
- Netzhautuntersuchung und OCT: Darstellung von Makula und Sehnerv in einzelnen Schichten, ohne Berührung des Auges.
- Gesichtsfelduntersuchung und Farbsinnprüfung: je nach Verdacht ergänzend.
Bei Kindern messen wir die Brillenwerte in der Regel nach Weittropfen. Erst dann lässt sich eine Weitsichtigkeit sicher erfassen, weil die Kinderlinse sie sonst teilweise ausgleicht.
Warum ein Sehschwäche-Test online keine Diagnose ersetzt
Online-Sehtests geben einen ersten Hinweis, ob Ihre Sehleistung nachgelassen hat. Mehr leisten sie nicht. Bildschirmgrösse, Abstand, Helligkeit und Kalibrierung schwanken zu stark für einen belastbaren Wert.
Außerdem erkennen sie die Ursache nicht. Ein Glaukom, eine beginnende Makuladegeneration oder ein Katarakt zeigen sich nicht in einem Buchstabentest am Monitor, sondern in der Untersuchung von Augendruck, Netzhaut und Sehnerv. Nutzen Sie einen Online-Test als Anlass für einen Augenarzttermin, nicht als Ersatz.
Behandlungsmöglichkeiten
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Form der Sehschwäche, vom Alter und vom Befund am Auge ab. Ein Teil der Formen lässt sich vollständig korrigieren, ein anderer nur in seinem Verlauf beeinflussen.
Brille und Kontaktlinsen
Fehlsichtigkeiten werden in den meisten Fällen optisch ausgeglichen: Minusgläser bei Kurzsichtigkeit, Plusgläser bei Weitsichtigkeit, zylindrische Gläser bei Hornhautverkrümmung, Gleitsichtgläser bei Alterssichtigkeit. Nach der Untersuchung stellen wir Ihnen die passende Brillenverordnung aus. Kontaktlinsen sind eine Alternative, verlangen aber Pflege und regelmässige Kontrollen.
Operative Korrektur (Laser und Linsenchirurgie)
Sind die Werte über längere Zeit stabil und die Hornhaut geeignet, kommt eine Laserkorrektur infrage. Zur Auswahl stehen unter anderem LASIK, ReLEx SMILE und PRK. Welches Verfahren passt, entscheidet die Voruntersuchung, nicht der Wunsch nach einer bestimmten Methode.
Bei sehr hohen Werten oder zu dünner Hornhaut ist eine implantierbare Kontaktlinse die bessere Wahl. Liegt zusätzlich ein Grauer Star vor, korrigiert die Operation des Grauen Stars die Fehlsichtigkeit über die Wahl der Kunstlinse gleich mit.
Behandlung der Amblyopie bei Kindern
Bei einer Schwachsichtigkeit muss das schwächere Auge gefördert werden. Grundlage ist die vollständige Korrektur der Brillenwerte, meist mit einer Kinderbrille. Zusätzlich wird das bessere Auge zeitweise abgedeckt, damit das Gehirn die Bildinformation des schwächeren Auges verarbeiten muss.
Der Erfolg hängt stark vom Alter ab: In den ersten Lebensjahren lässt sich viel erreichen, mit dem Ende der Sehentwicklung deutlich weniger. Deshalb ist der wichtigste Faktor bei diesem Thema die Zeit. Bleibt eine Fehlstellung bestehen, kann eine Schieloperation ergänzend nötig sein.
Behandlung einer Farbsehschwäche
Eine angeborene Farbsinnstörung lässt sich nicht heilen. Sie bleibt über das Leben unverändert und schränkt das Sehen im Alltag nur selten wesentlich ein. Bei einigen Berufen und Tätigkeiten spielt sie allerdings eine Rolle.
Farbfilterbrillen oder getönte Kontaktlinsen verbessern in manchen Fällen die Unterscheidung, stellen das normale Farbsehen aber nicht her. Wichtiger ist die Abgrenzung: Eine Farbsinnstörung, die neu auftritt oder nur ein Auge betrifft, ist nicht angeboren und muss abgeklärt werden. Sie kann auf eine Erkrankung des Sehnervs oder der Netzhaut hinweisen.
Kann man einer Sehschwäche vorbeugen?
Eine bestehende Fehlsichtigkeit lässt sich durch Augentraining nicht zurückbilden. Es lässt sich jedoch beeinflussen, wie schnell eine Kurzsichtigkeit fortschreitet und wie früh Erkrankungen entdeckt werden.
Diese Punkte haben in der Praxis den grössten Effekt:
- Tageslicht für Kinder: Zwei Stunden draussen pro Tag bremsen die Zunahme der Kurzsichtigkeit messbar.
- Pausen bei Naharbeit: Etwa alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne blicken. Das entlastet die Augenmuskulatur und den Tränenfilm.
- UV-Schutz: Gute Sonnenbrillen schützen die Linse und Netzhaut.
- Blutdruck und Blutzucker im Blick behalten: Beides schützt die Netzhautgefässe.
- Nicht rauchen: Rauchen zählt zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für eine Makuladegeneration.
Sehschwäche in Zürich abklären lassen
Wir untersuchen Kinder und Erwachsene mit moderner Diagnostik und nehmen uns Zeit für Ihre Befunde. Unsere Praxis liegt im Glattpark in Opfikon und ist mit dem Glattalbahn-Netz gut erreichbar. Wir rechnen mit allen Schweizer Krankenkassen ab und bieten kurzfristige Termine, eine Abendsprechstunde sowie eine Samstagssprechstunde an.
Häufige Fragen unserer Patienten zu Sehschwächen
Kann sich eine Sehschwäche von allein verbessern?
Eine Fehlsichtigkeit bildet sich nicht zurück, weder durch Augentraining noch durch Verzicht auf eine Brille. Bei Kindern verändern sich die Werte im Wachstum allerdings, eine leichte Weitsichtigkeit kann sich dabei verringern. Eine plötzliche Verbesserung oder Verschlechterung ist immer ein Grund für eine Kontrolle.
Ist eine Sehschwäche vererbbar?
Die Neigung dazu wird häufig weitergegeben. Sind beide Eltern kurzsichtig, ist das Kind mit höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls kurzsichtig. Rot-Grün-Störungen und Schielen treten familiär gehäuft auf. Vererbt wird die Veranlagung, nicht der genaue Dioptrienwert.
Wie schnell kann sich eine Sehschwäche verschlechtern?
Bei Kindern und Jugendlichen nimmt eine Kurzsichtigkeit oft über Jahre kontinuierlich zu. Im Erwachsenenalter bleiben die Werte meist stabil. Eine Verschlechterung innerhalb von Tagen oder Wochen passt nicht zu einer Fehlsichtigkeit und sollte zeitnah untersucht werden.
Ab welchem Alter sollten Kinder zum Augenarzt?
Bei Auffälligkeiten wie Schielen, hängendem Lid oder einer familiären Vorbelastung sollte die erste Untersuchung im Säuglings- oder Kleinkindalter erfolgen. Ohne Auffälligkeiten empfehlen wir eine Kontrolle im Alter von zwei bis drei Jahren, weil sich eine Schwachsichtigkeit dann noch gut behandeln lässt.



